
Laut der am 23. April auf X von dem Krypto-Community-Account @aaronjmars offengelegten Informationen sowie nachfolgenden Berichten von Le Monde und BFMTV hat ein Mann die tragbaren Heizvorrichtungen offenbar jeweils am 6. April und am 15. April eingesetzt, um die automatischen Wetter-Umweltsensoren des Flughafens Paris Charles de Gaulle (CDG) zu stören; aus den Wetter-Wetten im Gewinnmarkt auf der Plattform Polymarket habe er insgesamt etwa 34.000 US-Dollar erzielt.
Aufzeichnung von zwei Vorfällen mit Sensor-Anomalien

(Quelle: Polymarket)
Laut einer Erklärung von Météo-France und Berichten von Le Figaro:
Vorfall vom 6. April: Um etwa 18:30 Uhr erfasste ein Sensorsystem der Wetterstation am CDG einen Temperaturanstieg um ungefähr 4 Grad Celsius innerhalb von 12 Minuten, der kurzzeitig 22,5 Grad Celsius erreichte, bevor er auf den Normalwert zurückging. Laut Berichten von Le Monde und BFMTV erhielt mindestens ein Wettender eine Bonuszahlung von rund 14.000 US-Dollar, weil er auf Pariser Temperaturen von 21 Grad Celsius gesetzt hatte; der betreffende Account wurde wenige Tage vor dem Ereignis erstellt.
Vorfall vom 15. April: Um etwa 21:30 Uhr, bei klarem Himmel, stiegen die Sensortemperaturwerte auf 22 Grad Celsius an und fielen wenige Minuten später wieder ab. Laut den oben genannten Medienberichten erhielt ein weiterer Wettender eine Bonuszahlung von rund 20.000 US-Dollar, weil er auf Temperaturen von 22 Grad Celsius gesetzt hatte.
Météo-France bestätigte, dass während der beiden Ereignisse in den benachbarten Wetterstationen keine vergleichbaren Temperaturveränderungen aufgezeichnet wurden und auch die Windrichtung sowie die relative Luftfeuchtigkeit keine entsprechenden Änderungen zeigten. Der Meteorologe und Gründer von E-Meteo Service, Paul Marquis, sagte zu Le Figaro: „Die Windrichtung und die relative Luftfeuchtigkeit haben sich nicht verändert, und auch andere Wetterstationen haben keine Auffälligkeiten aufgezeichnet.“ Marquis zufolge ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass jemand in der Nähe der Sensorköpfe eine Heizvorrichtung platziert hatte.
Beteiligte Institutionen: Beschwerde von Météo-France und Position der CDG-Sensoren
Laut der öffentlichen Stellungnahme von Météo-France reichte die Behörde nach der Überprüfung der physischen Beobachtungsdaten der automatisierten Wetterstation am Flughafen Charles de Gaulle sowie der Sensordaten eine formelle Beschwerde bei der Gendarmerie des Transports aériens de Roissy ein. Der Vorwurf lautet auf „Manipulation des Betriebs eines automatisierten Datenverarbeitungssystems“. Nachdem Météo-France bestätigt hatte, dass die Beschwerde eingereicht wurde, lehnte die Behörde weitere öffentliche Kommentare zu dem Vorfall ab.
Die Wetterstation am CDG befindet sich in der Nähe der Start- und Landebahnen und ist über öffentliche Straßen erreichbar. Polymarket nutzt die Daten dieser Station als Abrechnungsquelle für den Markt zur Berechnung der täglichen Höchsttemperatur in Paris. Bis zum 23. April wurden noch keine Informationen zu Festnahmen oder Identitäten von Verdächtigen veröffentlicht.
Änderung der Datenquelle bei Polymarket und mediale Nachverfolgung der Vorfälle

(Quelle: Polymarket)
Laut einem Update zur Ankündigung gemäß den Regeln der Polymarket-Plattform änderte die Plattform um den 19. April herum die Datenquelle für die Abrechnung im Paris-Temperaturmarkt von der Wetterstation am CDG auf einen Sensor am Flughafen Paris Le Bourget.
Das Ereignis erregte zunächst Aufmerksamkeit in dem französischen Wetterforum Infoclimat.fr; Nutzer markierten die entsprechenden Datennomalien innerhalb weniger Stunden nach dem Vorfall am 6. April. Die Diskussion verbreitete sich anschließend über X, und die betreffenden Posts wurden weitläufig geteilt; der Vorfall gelangte in die französischen Mainstream-Medien, darunter Berichte von Le Monde, Le Figaro und BFMTV.
Häufige Fragen
Bei welcher Stelle hat die französische Wetterbehörde Beschwerde wegen der Manipulation der Sensoren im Zusammenhang mit dem Fall eingereicht?
Laut einer öffentlichen Stellungnahme von Météo-France hat die Behörde eine formelle Beschwerde bei der Gendarmerie des transports aériens de Roissy eingereicht. Der Vorwurf lautet auf „Manipulation des Betriebs eines automatisierten Datenverarbeitungssystems“; der Zeitpunkt der Beschwerde wurde bestätigt, nachdem Météo-France den Sensordaten-Check abgeschlossen hatte.
Zu welchen Zeitpunkten ereigneten sich die beiden Polymarket-Anomalievorfälle bei Wetterwetten jeweils, und welche Beträge waren jeweils betroffen?
Laut Berichten von Le Monde und BFMTV ereignete sich der erste Vorfall am 6. April; der betreffende Wettende erhielt eine Bonuszahlung von rund 14.000 US-Dollar. Der zweite Vorfall ereignete sich am 15. April; der betreffende Wettende erhielt eine Bonuszahlung von rund 20.000 US-Dollar. Zusammen beliefen sich die Auszahlungen beider Ereignisse auf rund 34.000 US-Dollar.
Welche Maßnahmen hat Polymarket nach der Veröffentlichung des Vorfalls ergriffen?
Laut der Plattformankündigung von Polymarket ersetzte die Plattform um den 19. April herum die Datenquelle für die Abrechnung im Wettermarkt für Pariser Temperaturen von der Wetterstation am Flughafen Charles de Gaulle (CDG) durch einen Sensor am Flughafen Paris Le Bourget, um die Abhängigkeit von den gestörten Standorten zu durchtrennen.