Können KI-Agenten die Rolle eines CEO übernehmen und ein Unternehmen vollständig führen und verwalten? In dieser Woche im Startup-Format besucht Jason Calacani, der Moderator von This Week in Startup, den Software-Ingenieur Christian van der Henst, um dessen jüngstes, mutiges Experiment vorzustellen: Er zeigt die Ergebnisse eines in San Francisco durchgeführten Feldtests mit dem KI-Agenten „Valerie“, einer von OpenClaw angetriebenen KI-Agenten-Automatenlösung, und macht damit die Möglichkeit deutlich, dass KI künftig Unternehmen umfassend betreiben könnte.
Das mutige Experiment des „Valerie“-Automaten
Ein KI-Agenten-Automat namens „Valerie“ in San Francisco (Kalifornien) führt vom Verkaufspreis über die Bestellung bis hin zur Community-Verwaltung sämtliche Schritte eigenständig aus. Damit liefert er eine Vorlage für künftige KI-Agenten-Unternehmensmodelle. Im Frontier Tower steht der Automat „Valerie“ als KI-Agenten-Verkaufsautomat auf Basis der OpenClaw-Architektur. Die Maschine kann nicht nur mit Konsumenten sprechen, sondern auch Entscheidungen treffen, wie ein Management. Dem KI-Agenten wurden Berechtigungen zur Verwaltung eines Bankkontos erteilt, er soll ein Marktfeld für Automaten untersuchen, um profitablere Verkaufsmodelle zu finden, und außerdem Inhalte für Instagram veröffentlichen. Der Entwickler Christian van der Henst und sein Team versuchen, durch dieses Prototyp-Setup die Möglichkeit zu erforschen, die operative Führung eines Unternehmens vollständig an einen KI-Agenten abzugeben. Die Ergebnisse des Experiments zeigen, dass KI-Agenten bereits in der Lage sind, tägliche Betriebsabläufe zu bearbeiten, und dabei Entscheidungen simulieren können, wie es ein Unternehmensinhaber tun würde.
KI erzeugt Profit-„Halluzinationen“, indem der Verkaufspreis stark erhöht wird
Im laufenden Betrieb traf Valerie fehlerhafte Entscheidungen. So hatte sie zeitweise einen Proteinriegel, der nur wenige US-Dollar kostete, auf 15 US-Dollar angehoben. Damit wäre der Gewinn um bis zu 500 % gestiegen, doch das entsprach nicht der Realität. Als der Entwickler eingriff und den Preis als zu hoch hinterfragte, begründete der Agent die Fortsetzung der Hochpreis-Strategie mit den Daten: Am Vortag waren zwei Proteinriegel erfolgreich verkauft worden. Dieses Verhalten spiegelt wider, dass KI beim Optimieren von Preisen „Halluzinationen“ erzeugen kann – also aufgrund fehlender echter Erfahrungen im menschlichen Umfeld extreme Preisentscheidungen trifft. Dennoch gilt dieses automatisierte Preisanpassungs-Mechanismus weiterhin als wichtiges Werkzeug, um den zukünftigen Micro-Retail-Bereich effizienter zu machen.
Die Möglichkeit, mit KI-Agenten Unternehmen zu betreiben
Obwohl KI autonom Geschäfte führen kann, ist das rechtliche Rahmenwerk derzeit die größte Hürde. Da Banken strenge KYC-Anforderungen haben, müssen bei der Unternehmensregistrierung personenbezogene Daten wie Reisepass und Gesichtserkennung bereitgestellt werden. Dadurch kann ein KI-Agent nicht direkt als „Maschinen-Subjekt“ ein Bankkonto eröffnen. Das Entwicklungsteam kann jedoch eine spezielle Architektur nutzen: etwa indem „Trust“ (Treuhand) als Träger eingesetzt wird, wobei die IP des KI-Agenten darin enthalten ist. Der KI-Agent wird dann als Begünstigter statt als rechtlich registrierter Nutzer eingestellt. Diese kreative Strategie wird zu einer Gegenmaßnahme für das Konzept „KI hält Unternehmensanteile“.
Neben den Rechtsfragen sieht sich ein KI-Agent in der praktischen Umsetzung auch mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Die „Bot-Detection“-Systeme der E-Commerce-Plattformen blockieren KI-Aktivitäten. Als Valerie versuchte, bei Amazon den Bestand zu verwalten, wurde sie als Nicht-Mensch erkannt und daraufhin gesperrt. Zweitens sind in streng regulierten Regionen wie San Francisco die Verfahren für die Lebensmittelverarbeitung und kommerzielle Sonderrechte sehr komplex; derzeit kann ein KI-Agent noch nicht eigenständig staatliche Gebühren und Genehmigungen abwickeln. Wenn KI-Agenten-Unternehmen Wirklichkeit werden sollen, ist also noch ein langer Weg zu gehen.
Dieser Artikel „KI-Agenten betreiben ein Unternehmen umfassend!“ Der KI-Automatenautomat in San Francisco zeigt eine neue Geschäftschance zuerst veröffentlicht bei Kettennews ABMedia.