Eröffnung
Forschende, die KI-Systeme (Künstliche Intelligenz) nutzen, haben laut zwei neuen Studien, die im Journal Nature veröffentlicht wurden, zuvor übersehene Wirkstoffkandidaten und Verbindungen identifiziert, um tödliche Krankheiten zu behandeln – darunter Leberfibrose und akute myeloische Leukämie. Der Durchbruch entstand aus KI-Systemen, die darauf ausgelegt sind, riesige Mengen medizinischer Fachliteratur auszuwerten und Zusammenhänge zu erkennen, die Menschen womöglich übersehen haben. Unternehmen rennen daran, KI in der medizinischen Forschung einzusetzen, wobei Wissenschaftler betonen, dass die Technologie Entdeckungen, die traditionell jahrelange Arbeit erfordern, drastisch beschleunigen kann.
Google DeepMind-KI-Co-Wissenschaftler-System
Eine Studie konzentrierte sich auf einen KI-Co-Wissenschaftler, der von Google DeepMind entwickelt wurde. Er soll eigene wissenschaftliche Theorien generieren und Verbindungen finden, die in großen Mengen wissenschaftlicher Forschung verborgen sind.
Professor Gary Peltz von der Stanford University School of Medicine nutzte das System, während er bestehende Medikamente untersuchte, die möglicherweise helfen könnten, Leberfibrose zu bekämpfen – eine Erkrankung, die tödlich sein kann. Peltz wählte zwei Medikamente aus, basierend auf Jahrzehnten an Erfahrung; die KI schlug drei weitere Möglichkeiten vor. Tests zeigten, dass Peltz’ Entscheidungen keinen Nutzen brachten, aber zwei der KI-Vorschläge funktionierten. Eine Behandlung blockierte ungefähr 90% der Fibrose-Schäden.
Peltz sagte: „Es war wirklich ziemlich auffällig. Ich bin sozusagen von meinem Stuhl gefallen.“ Er fügte hinzu: „Es ist, als würde man mit einem Orakel sprechen, das alles gelesen hat, alle Literatur kennt, aber auch einige Denkfähigkeiten hat und Verbindungen findet, die wir vielleicht übersehen.“
Kira6-Verbindung und Leukämie-Forschung
Das KI-System machte außerdem auf eine Verbindung namens Kira6 aufmerksam. Forschende glauben, dass sie helfen könnte, akute myeloische Leukämie zu bekämpfen, eine aggressive Blutkrebsart. Erste Labortests zeigten, dass die Verbindung Krebszellen unterdrückte.
Experteneinschätzung
Professor Filippo Menolascina von der University of Edinburgh sagte, KI würde Wissenschaftler nicht ersetzen, aber die Forschungskapazitäten verbessern können. Er meinte: „Es ist wie, wenn man ein Jetpack aufsetzt.“
Klinischer Status
Wissenschaftler betonten, dass alle Behandlungen, die durch diese Forschung identifiziert wurden, noch weit davon entfernt sind, klinisch als wirksam belegt zu sein.