Anthropic-CEO bricht das Eis im Weißen Haus: Treffen mit dem Stabschef und Bessent zur Beratung über Mythos

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Laut einer exklusiven Meldung des Wall Street Journal vom 22. April traf Anthropics CEO Dario Amodei am 17. April im Rahmen eines Termins im Weißen Haus zusammen. Zu den Teilnehmenden gehörten White-House Chief of Staff Susie Wiles und Finanzminister Scott Bessent. Dies war das bislang auf höchster Ebene stattfindende Gespräch zwischen Anthropic und dem Weißen Haus seit dem Beginn ihres öffentlichen Konflikts mit dem Pentagon; in einer Stellungnahme danach erklärte das Weiße Haus, das Treffen sei „konstruktiv“ gewesen. Marktbeobachter interpretierten dies als ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die Beziehungen zwischen beiden Seiten abkühlen beziehungsweise entspannen könnten.

Fokus des Treffens: Mythos-Modell und die Grenze in Fragen der nationalen Sicherheit

Laut Berichten des WSJ und CNN konzentrierte sich das Treffen auf das Thema der „verantwortungsvollen Bereitstellung“ des neuesten Modells von Anthropic, Mythos. Bessent hatte zuvor privat Finanzführungskräfte vor möglichen Cybersicherheitsrisiken im Zusammenhang mit Mythos gewarnt, während das Weiße Haus die potenzielle Bedrohung, die das Modell für kritische Infrastrukturen darstellen könnte, sehr genau beobachtete. Anthropic wiederum hoffe, mit diesem Gespräch die „roten Linien“ zwischen „staatlicher Nutzung zu verantwortungsbewussten Zwecken“ und der „company acceptable use policy“ zu klären.

Die Zusammensetzung der anwesenden Amtsträger spiegelt die Ernsthaftigkeit des beidseitigen Dialogs wider: Susie Wiles ist Chief of Staff im Weißen Haus und vertritt direkt das Entscheidungsteam von Trump; Bessent ist hingegen derzeit das wichtigste Sprachrohr für zentrale Themen zu KI-Finanzrisiken. Dass beide gemeinsam anwesend waren, bedeutet, dass Anthropics Thema inzwischen als „Angelegenheit auf White-House-Ebene“ und nicht mehr als „Thema eines einzelnen Ressorts“ betrachtet wird.

Hintergrund: Konflikt mit dem Pentagon und Trumps „Who?“-Äußerung

Anthropic und das Weiße Haus stehen sich seit Monaten gegenüber. Der Kernunterschied besteht darin, dass das Verteidigungsministerium von Anthropic verlangt, zuzulassen, dass die Claude-Technologie für „alle gesetzlich zulässigen Zwecke“ (all lawful uses) verwendet wird; Anthropic lehnte dies ab und betonte, sich die Ermessensspielräume der eigenen acceptable use policy zu sichern. Verteidigungsminister Pete Hegseth labelte Anthropic daher als „Sicherheitsrisiko“; Trump wies die Bundesbehörden an, die Zusammenarbeit mit Anthropic zu beenden.

Nach dem Treffen wurde Trump auf dem Rollfeld in Phoenix von Reportern auf den Besuch von Amodei im Weißen Haus angesprochen. Er antwortete mit „Who?“ (Wer?), sagte „no idea“ (absolut keine Ahnung) und wurde so verstanden, dass Trump selbst von dem Treffen entweder nichts wusste oder bewusst auf Distanz gegangen sei. Das korrespondiert mit der Story, die Axios am 20. April exklusiv enthüllt hatte, wonach die NSA eine Blacklist des Pentagon umgangen habe, um Mythos zu nutzen – ein Hinweis darauf, dass die Haltung der Bundesinstitutionen gegenüber Anthropic offenbar nicht einheitlich ist.

Lobbying und Dialog laufen parallel

Das Treffen belegt zudem die beiden jüngsten Schritte von Anthropic: Erstens, am 13. April wurde Ballard Partners engagiert, ein Lobbying-Unternehmen mit Verbindungen zu Trump; zweitens erreichten die Lobbying-Ausgaben im Q1 2026 1,6 Millionen US-Dollar und damit einen neuen Höchststand. Amodeis Gespräch kann als offizieller Start der „Dialog-Route“ gesehen werden, der mit dem „Lobbying-Track“ zusammen eine zweigleisige Strategie zur politischen Durchbruchssuche bildet.

Laut einer Zitation von WSJ-Quellen kamen die beiden Seiten in dem Gespräch nicht zu einer konkreten Vereinbarung, doch das Weiße Haus sei bereit, den Dialog fortzusetzen, und Anthropic zeige sich bereit, Teile des Wortlauts der acceptable use policy anzupassen, um Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit zu adressieren. Die nächsten Schritte werden voraussichtlich vor dem offiziellen Start von Mythos Anfang Mai in weiteren Beratungen münden.

Bedeutung für die Branche: KI-Unternehmen behandelt erstmals proaktiv einen „Konflikt mit der Trump-Regierung“

Anthropic ist derzeit das erste führende KI-Unternehmen, das aufgrund seiner klaren Weigerung, dem Verteidigungsministerium eine uneingeschränkte Lizenz zu gewähren, in einen öffentlichen Konflikt mit dem Weißen Haus geraten ist. OpenAI, Google und andere große KI-Unternehmen tendieren dazu, staatliche Anforderungen zunächst im Zeichen von „Compli­ance“ anzugehen; Anthropics Haltung zwingt die Branche zum ersten Mal zu einer Dreiecksentscheidung zwischen „Modellfähigkeiten vs. nationale Sicherheit vs. Unternehmenswerte“. Wie sich diese Entwicklung nach dem Treffen weiter entfaltet, dürfte für andere KI-Unternehmen in ähnlichen Situationen als Referenz dienen.

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