Der Chef der Bank of England (BoE), Andrew Bailey, warnte am 9. Mai auf einem vom britischen Zentralbank veranstalteten Treffen: Großbritannien und die USA stünden kurz vor einer „Auseinandersetzung“ in der Regulierung von Stablecoins – und man sorge sich, dass Großbritannien, falls es Stablecoins einführt, einem Risiko für einen Bank Run ausgesetzt sein könnte. The Block berichtete unter Berufung auf Baileys Aussagen: „Wir wissen, was passiert, wenn es bei Stablecoins zu einem Bank Run kommt – sie kommen alle hierher (in das Vereinigte Königreich).“, womit er andeutete, dass der Dollar-Stablecoin, der durch das in den USA vorangetriebene GENIUS-Gesetz umfassend in grenzüberschreitenden Zahlungen übernommen würde, und dass Großbritannien als Finanzzentrum mit der Verpflichtung zur Umtauschbarkeit systemische Risiken tragen müsse.
Baileys zentrale Sorge: Einseitiges Risiko durch die weltweite Zirkulation von Dollar-Stablecoins
Bailey zu den konkreten Bedenken gegenüber Dollar-Stablecoins:
Der durch das US-GENIUS-Gesetz vorangetriebene Dollar-Stablecoin ist ein politisches Instrument, um „die globale Vorherrschaft des Dollars und der US-Schatzwechsel“ zu festigen
Falls bestimmte Dollar-Stablecoins nicht direkt in US-Dollar umtauschbar sind und stattdessen über Krypto-Börsen abgewickelt werden müssen, wird es im Krisenfall bei der Umtausch-Liquidität zum Problem kommen
Wenn Großbritannien ein strenges System der Umtauschverpflichtungen einführt, könnten sich in der Krise grenzüberschreitende Dollar-Stablecoins gemeinsam nach Großbritannien wälzen, um eine Umtauschmöglichkeit zu suchen
Die lokale Zentralbank (BoE) trägt die letzte Verantwortung für das Auffangen eines Bank Runs, wodurch ein asymmetrisches Risiko entsteht
„Beim Bank Run kommen alle hierher“ – dieser Satz ist Baileys konkrete Sorge über die Besonderheit Großbritanniens als Finanzzentrum: Wenn das Vereinigte Königreich an hohen Standards für die Umtauschbarkeit von Stablecoins festhält, könnte es paradoxerweise zum Anlaufpunkt für internationale Bank Runs werden.
Die „Auseinandersetzung“-Position: Großbritannien fordert internationale Standards, die USA drängen auf ein einseitiges Rahmenwerk
Die von Bailey vorgeschlagenen regulatorischen Grundsätze:
„Wenn Stablecoins Teil der globalen Zahlungsarchitektur werden sollen, dann muss es internationale Standards geben“
Das US-GENIUS-Gesetz ist ein einseitiges Rahmenwerk und berücksichtigt die regulatorischen Grenzen anderer Länder nicht ausreichend
Großbritannien bereitet seine eigenen Regeln zur Stablecoin-Regulierung vor und plant, bis Ende 2026 die finale Version zu veröffentlichen
Die Haltung Großbritanniens: Stablecoins müssen eine „starke und wirksame Umtauschverpflichtung“ beibehalten
Diese Stellungnahme ist die direkteste öffentliche Gegenposition der Bank of England zu den US-Plänen für Stablecoins – nicht gegen Stablecoins an sich, sondern gegen die „globale Ausweitung von Dollar-Stablecoins ohne internationale Abstimmung“.
Signale für die globale Regulierung von Stablecoins: Differenzen zwischen UK und USA treten offen zutage
Die größere politische Bedeutung von Baileys Aussagen:
Die Bank of England als global wichtiges Finanzzentrum bringt zum ersten Mal klar und deutlich einen Konflikt mit den US-Richtungen bei Stablecoins zum Ausdruck
Die EU MiCA hat bereits verlangt, dass Stablecoin-Emittenten über Reserven in Höhe der ausgegebenen und im Umlauf befindlichen Menge verfügen – und das würde auch bei Dollar-Stablecoins ähnliche Probleme bei der grenzüberschreitenden Kompatibilität auslösen
In Zukunft könnten internationale Ebenen wie G7 / G20 / FSB zur wichtigsten Bühne werden, um „koordinierte internationale Standards für Stablecoins“ festzulegen
Für Taiwan und die Region Asien-Pazifik sowie im Ringen zwischen Großbritannien und den USA bei der Stablecoin-Regulierung ist das ein Schlüsselindikator, um zu beobachten, ob Dollar-Stablecoins zum globalen Mainstream bei Zahlungen werden – wenn Großbritannien und die EU an lokalisierten Umtauschverpflichtungen festhalten, wird die grenzüberschreitende Nutzung von Dollar-Stablecoins eingeschränkt, während CBDC und andere Fiat-Stablecoins möglicherweise einen Teil des Spielraums gewinnen können.
Konkrete Ereignisse, die man im Folgenden verfolgen kann: die von der BoE bis Ende 2026 veröffentlichten finalen Stablecoin-Regeln, die offizielle Reaktion der USA auf die Position Großbritanniens sowie ob G7 / G20 / FSB Mechanismen zur grenzüberschreitenden Abstimmung bei Stablecoins anstoßen.
Dieser Artikel Der Chef der Bank of England, Bailey: UK und USA bei Stablecoin-Regeln „stehen kurz vor einer Auseinandersetzung“ und warnen, dass bei einem Bank Run alle nach Großbritannien kommen, wurde zuerst veröffentlicht auf Ketten News ABMedia.