Die brasilianische Regierung kündigte am 24.4. eine vollständige Sperrung von 27 Plattformen für Prognosemärkte (prediction market) wie Polymarket, Kalshi usw. an. Finanzminister Dario Durigan bezeichnete diese Plattformen auf einer Pressekonferenz in Brasília als nicht konform mit den brasilianischen Bundesvorschriften für Glücksspiele und sagte, es lägen keine Genehmigungen für den Handel mit Derivaten vor. Laut einem Bericht von Bloomberg zeigten sich ab Freitag nachmittags bei der Verbindung brasilianischer Nutzer zu Polymarket und Kalshi unzugängliche Zugriffs-Signale. Dies ist die bislang größte einmalige Sperrmaßnahme für Prognosemärkte in einem Schwellenmarkt.
Umfang und Grundlage des Verbots
Projekt Inhalt Betroffene Plattformen 27 (unterschiedliche Quellen nennen 28), darunter Polymarket, Kalshi und weitere wichtige ausländische Prognosemärkte Verbotene Vertragskategorie Wahlen, Sport, Politik, Kultur etc. basierend auf Ergebnissen von Ereignissen Wichtige Rechtsgrundlage Das derzeitige brasilianische Glücksspielrecht erlaubt nur „feste Quoten-Wetten auf der Grundlage von realen Sportereignissen“; event-based Prognosemärkte fallen nicht in den legalen Rahmen Regulierung durch Anlegerschutz, Prävention von Spielsucht, Schutz der nationalen Ersparnisse; die brasilianische Zentralbank führt außerdem aus, dass diese Plattformen die Compliance-Anforderungen für den Derivatehandel nicht erfüllen Inkrafttreten Ab Freitag, 24. April 2026, nachmittags Verbindung gesperrt
Logik der brasilianischen Regulierung
Brasilien hat im Januar 2025 offiziell einen rechtlichen Rahmen für die Legalisierung von Online-Glücksspielen aktiviert, doch dieser Rahmen umfasst nur „feste Quoten-Wetten auf der Grundlage von Ergebnissen realer Sportereignisse“. Ereignisbasierte Prognoseverträge (z. B. Wahlergebnisse, geopolitische Ereignisse, kulturelle Ereignisse) sind nach geltenden Vorschriften weiterhin illegal. Durigan betonte auf der Pressekonferenz, dass diese Plattformen „in Brasilien weder eine Lizenz erhalten haben noch rechtlich geschützt sind“, und die Politik zur Beschränkung des Zugangs spiegele gleichzeitig die Richtung wider, in der die Regierung die öffentlichen Schulden reduziert und die nationalen Ersparnisse schützt.
Die brasilianische Zentralbank ergänzte zudem aus Sicht des Derivatehandels: Diese Plattformen hätten die regulatorischen Schwellen eines Derivatemarkts nicht erfüllt, was ein Risiko für Anlegerschutz und Marktintegrität darstelle.
Druck zur Expansion globaler Prognosemärkte
Das vorliegende Verbot hängt mit einer Reihe von Ereignissen zusammen, die in der vergangenen Woche kurz zuvor geschahen: Der Vorfall, bei dem ein US-Militäroffizier mit geheimen Informationen bei Polymarket 400.000 USD auf Prognosen setzte, führte zu einer Anklage. Dadurch wird die Erzählung „globale Expansion von Prognosemärkten“ an einen Wendepunkt gebracht. Für Anbieter wie Polymarket, Kalshi und andere wurden in den letzten Wochen gerade Anträge auf ETFs für den Einstieg in Rentenkonten (401(k), IRA) und Kooperationsprojekte innerhalb der USA nacheinander vorgestellt; zur gleichen Zeit in Brasilien landesweit gesperrt zu werden, ist der erste klare Negativfall für Schwellenmärkte.
Weitere Beobachtung bei Schwellenmärkten: Gerichtsbarkeiten wie Indien, Indonesien, Türkei usw., die ebenfalls „Online-Glücksspiele öffnen, aber eine bestimmte Compliance-Struktur erfordern“, könnten das Prüfverfahren nach dem Vorbild Brasiliens fortsetzen. Für Polymarket und Kalshi bedeutet das, dass jede zukünftige Expansion in ausländische Märkte jedes Mal die regulatorische Anbindung an die lokalen Finanzmarkt-/Glücksspielaufsichten vollständig abschließen muss und nicht nur auf VPN oder einen grenzenlosen Betrieb setzen kann.
Weitere Beobachtung
Ob Polymarket, Kalshi mit Brasilien Verhandlungen aufnehmen werden, basierend auf „bestimmten Vertragstypen“
Ob die EU, Singapur und Japan bei der regulatorischen Einordnung von event contracts dem brasilianischen Modell folgen
Ob die US-SEC die prediction market ETF-Anträge von Bitwise, Roundhill und GraniteShares angesichts internationaler regulatorischer Aktivitäten strenger prüft
Ob lokale brasilianische Nutzer den Zugang auf VPN-Weise aufrechterhalten werden und ob die brasilianische Zentralbank weitere Strafen für Geldflüsse verhängen wird, die über VPN zur Umgehung umgeleitet werden
Dieser Artikel Brasilien verhängt ein landesweites Verbot für 27 Prognosemarkt-Plattformen wie Polymarket, Kalshi: das größte prediction-market-Verbot in Schwellenmärkten erscheint frühestens in der Kettennachrichten ABMedia.