Zwei an der US-Börse gelistete Bitcoin-Miner MARA Holdings (NASDAQ: MARA) und CleanSpark (NASDAQ: CLSK) gaben am 11. Mai zeitgleich die neuesten Quartalsberichte bekannt. Beide verzeichneten aufgrund des Bitcoin-Abschlags im Q1 hohe nicht realisierte Verluste. Laut The Block meldete MARA für Q1 einen Umsatzrückgang von 18% im Jahresvergleich; CleanSpark erkannte bei den BTC-Beständen einen Verlust von 224 Millionen US-Dollar in Höhe von 224 Millionen US-Dollar.
MARA: Q1-Umsatz 174,6 Mio. US-Dollar, Nettoverlust 1,26 Mrd. US-Dollar
Der Umsatz von MARA im ersten Quartal betrug 174,6 Mio. US-Dollar und fiel damit gegenüber 213,9 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum um 18%. Der Nettoverlust, der den Stammaktionären zuzurechnen ist, lag bei 1,26 Mrd. US-Dollar (verwässerter Verlust je Aktie: 3,31 US-Dollar); im Vergleich zum Nettoverlust von 533,2 Mio. US-Dollar im Vorjahr wurde er deutlich erweitert.
Verluststruktur:
Verlust aus Wertänderungen von Kryptowährungs-Beständen zum beizulegenden Zeitwert: 714,7 Mio. US-Dollar
Verlust aus Wertänderungen von Kryptowährungsforderungen zum beizulegenden Zeitwert: 303,9 Mio. US-Dollar
Zusammen rund 1,02 Mrd. US-Dollar nicht zahlungswirksame mark-to-market-Verluste
Operativer Bereich: MARA schürfte im ersten Quartal 2.247 Bitcoins (im Vorjahreszeitraum 2.286), die Energie-Hash-Rate stieg um 33% im Jahresvergleich. Bemerkenswert: MARA verkaufte im Q1 20.880 Bitcoins, durchschnittlicher Verkaufspreis 70.137 US-Dollar, insgesamt rund 1,5 Mrd. US-Dollar Liquidität, davon etwa 1,0 Mrd. US-Dollar für die Rückkäufe des Nominalbetrags der Wandelanleihen mit Fälligkeit 2030 und 2031. In seiner Pressemitteilung betonte MARA, dass „Bitcoin-Mining weiterhin die operative Grundlage“ sei – und deutete damit an, dass ein Teil der Realisierungen strategisch und nicht passiv erfolgte.
CleanSpark: Q2-Umsatz 136,4 Mio. US-Dollar, Nettoverlust 378 Mio. US-Dollar
Der Umsatz von CleanSpark im zweiten Quartal betrug 136,4 Mio. US-Dollar, ein Rückgang um 24,9% im Jahresvergleich; der Nettoverlust belief sich auf 378 Mio. US-Dollar. Hauptursache für den Verlust waren GAAP mark-to-market-Anpassungen auf Basis der BTC-Bestände: rund 263 Mio. US-Dollar nicht zahlungswirksame Aufwendungen, davon entfielen auf den Bitcoin selbst Verluste in Höhe von etwa 224,1 Mio. US-Dollar.
Betrieb und Vermögenswerte:
Schürfleistung in diesem Quartal: 1.799 BTC
Marktwert der BTC-Bestände: 925,2 Mio. US-Dollar
Barmittel: 260,3 Mio. US-Dollar
Gesamte Liquidität (Barmittel + BTC + verfügbare Kreditfazilitäten): nahe 1,2 Mrd. US-Dollar
Verfügbare Vertragsstromkapazität: etwa Verdopplung im Jahresvergleich, davon 585 MW bereits von ERCOT (Betreiber des Stromnetzes in Texas) genehmigt
CleanSpark führt dazu aus: Der Umsatzrückgang im Q2 sei vor allem auf den BTC-Saisondurchschnittspreis zurückzuführen, der von 100.000 US-Dollar auf 76.000 US-Dollar fiel (minus 24% im Jahresvergleich). Dadurch sei der Druck auf der Ertragsseite besonders hoch.
Diese Medienbeobachtung: Zwei Gegenpfade für Bitcoin-Miner
Die Quartalszahlen von MARA und CleanSpark im Q1/Q2 zeigen beide:
Erstens: Der Rückgang des BTC-Saisondurchschnittspreises ist der gemeinsame Hauptgrund für den Umsatzrückgang beider Unternehmen. Zudem mussten beide aufgrund der Anforderungen der Rechnungslegungsstandards BTC-Bestände zum beizulegenden Zeitwert in die Gewinn- und Verlustrechnung aufnehmen, was den bilanziellen Nettoverlust deutlich verstärkt. Diese mark-to-market-Verluste sind jedoch nicht zahlungswirksam und beeinflussen nicht den tatsächlichen operativen Cashflow.
Zweitens: Die beiden Unternehmen verfolgen unterschiedliche Gegenstrategien. MARA entschied sich, im Q1 20.880 BTC zu verkaufen, die Mittel für den Rückkauf von Wandelanleihen zu verwenden und so die Kapitalkosten (Hebel) zu senken; CleanSpark hält dagegen an den Beständen fest und investiert die Ressourcen in den Ausbau der MW-Kapazität (einschließlich der von ERCOT anerkannten 585 MW) sowie in die Umstellung auf AI-/HPC-Server-Co-Location. Diese beiden Pfade spiegeln zwei Optionen von Minern im Bärenmarkt wider – Deleveraging vs. Kapazitätserweiterung.
Im Vergleich zu dem reinen Treasury-Modell mit 818.000 BTC und einem Marktwert von 66 Mrd. US-Dollar bleibt die Rolle von MARA und CleanSpark weiterhin: „Cashflow durch Mining erzeugen, Preisvolatilität über die BTC-Bestände absorbieren“. Dieses Geschäftsmodell ist in einem Umfeld, in dem BTC von seinem Hoch um 30% zurückgeht, deutlich stärker belastet als reine Treasury-Unternehmen.
Nachverfolgbare Ereignisse sind unter anderem: die Rückwirkungen der BTC-Preisentwicklung in Q2 auf die mark-to-market-Verluste, ob AI-/HPC-Server-Co-Location-Einnahmen zur neuen Säule der Umsätze werden, sowie ob die Ausbaugeschwindigkeit der Energie-Hash-Rate beider Unternehmen im Halving-Zyklus weiterhin ausreichen kann, um die Wettbewerbsfähigkeit zu halten.
Dieser Artikel „Bitcoin-Miner-Quartalsberichte: MARA Umsatz -18%, CleanSpark Verlust 224 Millionen“ erschien zuerst auf Kettennachrichten ABMedia.