Eine Frau in Kalifornien klagt in einer Sammelklage wegen Verstoßes gegen Datenschutzgesetze gegen OpenAI. Sie wirft ChatGPT vor, ohne Einwilligung der Nutzer deren Suchanfragen mithilfe von Tracking-Tools an Meta und Google weiterzuleiten. Der Fall gilt als wegweisende erste symbolische Angelegenheit, die in einem Bundesgerichtshof erstmals direkt die Art der Datenverarbeitung durch KI-Chatbots in Frage stellt, und lenkt damit weltweit starkes Augenmerk auf den Schutz der Privatsphäre bei KI.
(ChatGPT verwickelt in Teenager-Suizidfall! OpenAI: hat die psychologischen Schutzmechanismen von GPT-5 verstärkt)
ChatGPT soll unsichtbare Tracking-Codes eingebettet haben, die Chat-Inhalte werden vollständig offengelegt
Am 13. Mai reichte eine in Kalifornien ansässige Bewohnerin, die von Amargo Couture vertreten wird, eine Klage beim US-Bundesbezirksgericht für den südlichen Bezirk von Kalifornien ein.
In der Klageschrift wird ausgeführt, dass OpenAI in dem Code auf der offiziellen ChatGPT-Website Drittanbieter-Tracking-Tools wie den „Facebook Pixel“ von Meta und „Google Analytics“ von Google eingebettet habe. Diese Tracking-Codes würden automatisch ablaufen, ohne dass Nutzer davon wüssten, und die Suchinhalte, die Nutzer eingeben, sowie personenbezogene Informationen in Echtzeit an Meta und Google übermitteln – einschließlich hochsensibler privater Informationen wie Gesundheitszuständen, Finanzberatung, Rechtsfragen und mehr.
Couture erklärt, sie habe zwischen 2025 und 2026 wiederholt ChatGPT genutzt, um Fragen zu persönlicher Gesundheit und Finanzen zu stellen, habe jedoch keinerlei Kenntnis davon gehabt, dass diese privaten Inhalte an die führenden Werbetech-Giganten weitergeleitet wurden.
Aus dem Gesetz heraus: Mögliche Schadenssumme gegen OpenAI über 5 Millionen US-Dollar
Laut Klageschrift soll OpenAI gegen mehrere US- und kalifornische Gesetze verstoßen haben, darunter den „Electronic Communications Privacy Act“ (ECPA) sowie das kalifornische „Invasion of Privacy“-Gesetz. Dabei ist der Anwendungsbereich des CIPA nicht auf herkömmliche Telefonkommunikation beschränkt, sondern umfasst auch „aufkommende Technologien“ wie Computer, das Internet und E-Mail.
Nach kalifornischem Recht kann die gesetzliche Entschädigung für jeden einzelnen Verstoß jeweils bis zu 5.000 US-Dollar betragen. Erfüllt die Klage die Voraussetzungen für eine Sammelklage, würde die potenzielle Anspruchshöhe enorm ausfallen; die Klagesumme wird auf über 5 Millionen US-Dollar geschätzt. Die Anwälte der Kläger betonen, dass OpenAI Meta und Google dabei unterstützt habe, Kommunikationsinhalte abzufangen, ohne die Nutzer zu autorisieren, was eine systematische Verletzung der Privatsphäre von Millionen Nutzern darstelle.
Was sind Tracking-Codes? Schwer zu entdeckende Daten-Diebe
Unter „Tracking Pixels (Tracking-Codes)“ versteht man kleine Code-Snippets, die in den Quellcode einer Webseite eingebettet sind und deren Existenz die meisten Nutzer kaum bemerken können. Jedes Mal, wenn ein Nutzer eine Website besucht, wird der Tracking-Pixel automatisch aktiviert, sammelt stillschweigend Informationen über das Surf- und Nutzerverhalten und gibt diese an Unternehmen wie Meta oder Google zurück.
Für E-Commerce-Plattformen oder werbeorientierte Websites ist dieses Vorgehen zwar wirtschaftlich nachvollziehbar; doch der Nutzungskontext von ChatGPT ist grundlegend anders. Wenn Nutzer ChatGPT Fragen stellen, tun sie das häufig aus dem Vertrauen in diese Plattform und sind bereit, vertrauliche Sorgen preiszugeben, die sie niemandem anvertrauen würden – etwa körperliche Beschwerden, emotionale Nöte oder finanzielle Krisen. Sobald diese Dialoge von Werbeunternehmen mitgeschnitten werden, verliert OpenAI das Vertrauen der Nutzer.
Meta nutzt genau diese Daten, um sein riesiges System präziser Werbeplatzierungen aufzubauen. Laut Klageschrift stamme so gut wie jede Einnahme von Meta aus Werbung. Das Werbesystem könne dabei sowohl Aktivitäten der Nutzer innerhalb als auch außerhalb der Plattform verfolgen, daraus Interessen, Verhalten und soziale Ausrichtungen ableiten und Mechanismen für Werbeplatzierungen gegenüber verschiedenen Zielgruppen schaffen.
Der Datenschutz der Nutzer braucht dringend gesetzliche Absicherung, KI-Dialoge dürfen keine Lücke sein
Da immer mehr Menschen KI-Tools in den Alltag integrieren, nehmen Datenschutzkontroversen weltweit weiter zu. Ob es um die emotionalen Nöte und persönlichen Kämpfe geht, die Nutzer gegenüber KI-Chatbots offenbaren, oder um die zehntausenden vertraulichen Daten, die Mitarbeitende in Unternehmen teilen – von Privatpersonen bis hin zu Unternehmen drohen gleichermaßen Risiken.
Vor wenigen Tagen wurde OpenAI erst zusammen mit ChatGPT angeklagt, weil ChatGPT angeblich den Schützen des Massakers an der Florida State University beeinflusst haben soll, was indirekt dazu führte, dass beide Menschen starben.
Rechtsexperten gehen davon aus, dass ein solcher Fall, sollte er durchgehen, eine große Signalwirkung für die gesamte KI-Branche hätte. Die Unternehmen müssten dann Nutzer deutlich darüber informieren, in welchem Umfang Daten gesammelt werden, wie lange sie gespeichert werden und mit wem sie geteilt werden, sowie klare Mechanismen für die Einwilligung beziehungsweise deren Verweigerung bereitstellen. Bisher hat OpenAI hierzu noch keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Der Fall befindet sich weiterhin in einem frühen Stadium; ob die Voraussetzungen für eine Sammelklage vorliegen, muss noch das Gericht entscheiden.
Dieser Artikel: Eine weitere Klage im ChatGPT-Rechtsstreit! Vorwürfe, Benutzer-Chat-Inhalte heimlich an Meta und Google geleakt zu haben, erschien zuerst auf 链新闻 ABMedia.