Das US-Krypto-Gesetz, das als Clarity Act bekannt ist, steht im Kongress vor ungewissen Aussichten; den Angaben des Satoshi Action Fund CEO Dennis Porter zufolge gibt es eine „50-50-Chance“ auf eine Verabschiedung, während die Gesetzgeber Streitigkeiten über Ethikregeln, Krypto-Belohnungen und die behördliche Aufsicht aushandeln – vor den Wahlen zum 2026er-Midterm.
Das Gesetz, das darauf abzielt, klarere Regeln für digitale Assets in den Vereinigten Staaten zu schaffen, gilt als eine der wichtigsten politischen Prioritäten der Krypto-Industrie. Porter sagte: „Meiner Meinung nach haben wir immer noch eine Chance, Klarheit zu schaffen. Ich würde es auf etwa eine 50-50-Chance setzen.“
Warum der Clarity Act verzögert wird
Der Fortschritt des Gesetzes ist laut Porter aufgrund mehrerer politischer Meinungsverschiedenheiten ins Stocken geraten. Zu den wichtigsten Hürden gehören Bedenken hinsichtlich ethischer Bestimmungen, sprachliche Bezüge im Zusammenhang mit BRCA, Krypto-Yield-Produkte und die demokratischen Bedenken bezüglich vakanten Positionen bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC).
Porter erklärte: „Das, was das Ganze gerade bremst, sind vor allem bestimmte Bedenken hinsichtlich der Ethik, bestimmte Bedenken bezüglich der BRCA-Sprache. Wir sehen auch Bedenken von Demokraten, dass ihre Sitze bei der CFTC besetzt werden.“
Die Verhandlungen laufen weitgehend hinter verschlossenen Türen, und Porter deutete an, dass die Gesetzgeber eher Kompromisse erzielen werden, statt Krypto-Belohnungsprodukte pauschal zu verbieten. „Ich glaube nicht, dass du ein striktes Verbot von Belohnungen bekommst, aber ich glaube auch nicht, dass es sehr offen sein wird“, sagte er.
Gesetzgeberischer Weg zur Verabschiedung
Damit der Clarity Act verabschiedet werden kann, muss eine bestimmte prozedurale Abfolge stattfinden. Zuerst muss der Senatsausschuss für das Bankwesen Anhörungen abhalten und das Gesetz genehmigen, bevor eine vollständige Abstimmung im Senat stattfinden kann. Alle Unterschiede zwischen den Versionen des Repräsentantenhauses und des Senats müssten anschließend in einem Konferenzausschuss geklärt werden, bevor das Gesetz dem Präsidenten vorgelegt wird.
Porter hob die prozedurale Engstelle hervor: „Die große Sorge ist eigentlich, wann wir dieses Markup im Bankwesen sehen und wann wir dann diese Abstimmung im Plenum stattfinden sehen.“
Midterm-Wahlen erhöhen politischen Druck
Der Kalender im Kongress zieht sich enger zusammen, während die Wahlkampfaktivitäten für die Midterm-Wahlen beschleunigt werden, was zusätzlichen Druck auf den Zeitplan für die Gesetzgebung erzeugt. Porter warnte: „Wir gehen die Zeit aus. Je näher wir an die Midterms kommen, desto unwahrscheinlicher ist, dass es passiert.“
Auch politische Anreize prägen die Verhandlungen. Porter bemerkte, dass einige Republikaner möglicherweise davon profitieren könnten, wenn Demokraten dafür verantwortlich gemacht werden, Krypto-Gesetzgebung zu blockieren – wodurch asymmetrische politische Anreize entstehen. „Es gibt einen Anreiz für Republikaner, den Prozess der Marktstruktur nicht kaputtzumachen, aber so ein bisschen hoffnungsvoll, dass die Demokraten es tun und dann können sie es ihnen anlasten“, sagte Porter.
Trotz dieser Spannungen zeigte sich Porter zuversichtlich, dass beide Parteien weiterhin involviert sind. „Beide Seiten arbeiten daran. Ich spreche ziemlich oft mit Republikanern und Demokraten, und beide arbeiten sehr gewissenhaft daran, und beide wollen, dass es fertig wird“, sagte er.
Steuerreform als nächste Priorität
Porter deutete an, dass Krypto-Policy-Gruppen sich bereits auf nachfolgende Gesetzesinitiativen jenseits des Clarity Act vorbereiten. Der nächste große politische Schwerpunkt wird voraussichtlich Steuerreformen sein, die sich auf Staking-Belohnungen, Mining-Einkommen und kleine Krypto-Transaktionen erstrecken.
„Die meisten von uns wissen bereits, was das ganz Nächste ist – und das ist Steuer“, sagte Porter.
Die Aussichten des Clarity Act hängen nun davon ab, ob der Kongress die zentralen Streitfragen lösen kann, bevor die Politik des Wahljahres die gesetzgeberische Agenda dominiert.