Die EZB unterzeichnet Verträge mit drei großen europäischen Zahlungsstandard-Organisationen: Der digitale Euro setzt auf offene europäische Standards und senkt die Bereitstellungshürde

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Die Europäische Zentralbank (EZB/ECB) gab am 24. April in einer offiziellen Bekanntmachung bekannt, dass sie mit drei europäischen Organisationen für die Standardisierung von Zahlungen – European Card Payment Cooperation (ECPC), nexo standards und Berlin Group – eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet hat. Dabei sollen die bestehenden offenen europäischen Technikstandards als Grundlage für Online-Zahlungen mit dem digitalen Euro (digital euro) dienen. Dies ist ein konkreter Schritt, mit dem die EZB ihre Arbeiten zur Einführung des digitalen Euro vorantreibt. Ziel ist es, die Einsatzhürden für Teilnehmer am Zahlungsmarkt zu senken und die Abhängigkeit von proprietären internationalen Zahlungsstandards zu vermeiden.

Funktionale Entsprechungen der drei Standards

Standardorganisation Übernommene Standards Funktionelle Entsprechung ECPC CPACE Zahlungen mit kontaktlosem Funk-/Nahfeldkommunikations-Einfühlung zwischen Zahlungsgerät und Terminal (NFC) (tap-to-pay) nexo standards nexo specifications Zahlungsakzeptanz- und ATM-Transaktionsvereinbarungen zwischen Händlersystemen und Zahlungsdienstleistern (PSP)/Acquirern (acquirer) Berlin Group Berlin Group standards Zahlungsanstoß (z. B. per Telefonnummer), Kontostandsabfrage und Abstimmung zwischen mobilen Endgeräten

Strategische Ziele

Die EZB listet in der Bekanntmachung fünf wichtige strategische Ziele auf:

Senkung der Kosten für die Einführung neuer Zahlungsinfrastrukturen durch Marktteilnehmer

Förderung der frühen Koordination zwischen Zahlungsdienstleistern (PSP)

Schaffung einer einheitlichen Nutzererfahrung im Euroraum

Damit die geografische Ausdehnung bestehender europäischer Zahlungsangebote ohne ein Upgrade der POS-Terminal-Hardware erfolgen kann

Verringerung der Abhängigkeit Europas von proprietären internationalen Zahlungsstandards

EZB-Vorstandsmitglied Piero Cipollone sagte: „Diese Partnerschaft zeigt unser klares Bekenntnis dafür, dass der digitale Euro mit den bestehenden europäischen Standards nahtlos zusammenarbeiten kann.“

Zeitplan: Erst Standards schaffen, dann das Gesetz abwarten

Die EZB betont, dass die Ergebnisse dieser Standardkooperation schon vor der offiziellen Ausgabe des digitalen Euro dem Markt Nutzen bringen sollen. Der endgültige Zeitpunkt für eine skalierbare Markteinführung muss jedoch abgewartet werden, bis EU-Gemeinschafts-Gesetzgeber die Verordnung zum digitalen Euro („digital euro Regulation“) verabschiedet haben. Mit anderen Worten: Diese Maßnahme ist eine frühe Weichenstellung auf der technischen Ebene, die parallel zum legislativen Fortschritt auf der politischen Ebene läuft.

Zusammenhang

Diese Veröffentlichung setzt den digitalen-Euro-Aufbaukurs der EZB aus dem vergangenen Jahr fort. abmedia hatte zuvor über das EU-Design mit zwei Gleisen beim digitalen Euro berichtet: die synchrone Weiterentwicklung der Online- und der Offline-Version sowie die Überlegung der EU, den digitalen Euro auf Ethereum oder Solana herauszugeben, um dem US-Dollar-Stablecoin entgegenzutreten. Die Kooperation auf der Standardebene entspricht damit einer klaren Ausrichtung der Empfangs-Infrastruktur der Online-Version auf die bestehende europäische Ökosystem-Kette.

Für den europäischen Zahlungsmarkt bedeutet das: Die bestehenden internationalen Standards von Visa/Mastercard werden im Euroraum in Zukunft mit gleichwertigen Spezifikationen konfrontiert sein – allerdings mit einer europäischen, führenden Option. Für Anbieter von globalen Stablecoins und US-Dollar-Stablecoins wird die schnelle Ausrichtung der Zahlungsinfrastruktur im Euroraum auf „europäische Standards + von der EZB gesteuertes CBDC“ die relative Bequemlichkeit und den Compliance-Rahmen für Euroraum-Nutzer beim Zugang zu USDC und USDT unmittelbar beeinflussen.

Weiteres Beobachten

Die EZB wird im weiteren Verlauf weitere bestehende europäische Standards in die digitalen-Euro-Spezifikationen aufnehmen (nach Genehmigung durch den EZB-Rat)

Der gesetzgeberische Fortschritt der „digital euro Regulation“ im Europäischen Parlament und im Rat der Europäischen Union

Die Reaktion und der Zeitplan von Händlern im Euroraum sowie von PSPs auf die drei Standards CPACE, nexo und Berlin Group in der praktischen Umsetzung

Ob die EZB eine andere Gruppe von Spezifikationen für „Offline-Version des digitalen Euro“ nach einem ähnlichen Muster vorantreiben wird

Dieser Artikel „EZB und drei große europäische Zahlungsstandard-Organisationen schließen Vertrag ab: digitaler Euro nutzt offene europäische Standards und senkt Hürden für die Einführung“ erschien zuerst in „Linked News“ ABMedia.

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