Exodus-Gründer: Gedächtniswörter müssen immer noch auf Bierkeller-Servietten notiert werden – die Branche hat noch Luft nach oben

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Der Krypto-Asset-Dienstleister Exodus hat bei einem kürzlich abgehaltenen Gipfeltreffen die Ergebnisse der Transformation in den Mittelpunkt gestellt und betont, dass die Krypto-Selbstverwahrung (Self-Custody) sich von der reinen Speicherung zu einer integrierten, ganzheitlichen End-to-End-Zahlungsinfrastruktur entwickelt habe. Das Unternehmen, das nach Regulierungsproblemen erfolgreich an die Börse gegangen ist, versucht derzeit durch Übernahmen und technische Integration, das in der Kryptoindustrie seit langem bestehende Problem der Zahlungs-Zersplitterung zu lösen.

Exodus ist nach einigen Rückschlägen planmäßig an die Börse gegangen

Der Mitgründer und CEO JP Richardson schilderte in einer Rede auf dem Omaha-Gipfeltreffen, dass Exodus im Mai 2024 kurz vor dem Börsengang an der New Yorker Börse erfahren habe, dass die zuständigen Regulierungsbehörden sein Vorhaben wieder aufgehoben hatten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Exodus bereits 130 Mitarbeitende sowie Freunde und Familie nach Manhattan geflogen, um bereit zu sein – doch in letzter Minute schlug das Vorhaben aufgrund einer regulatorischen Änderung fehl, was das Unternehmen zeitweise zu einem privaten Betrieb zwang. JP Richardson erklärte, diese Erfahrung zeige die Widerstandsfähigkeit von Exodus angesichts politischer und regulatorischer Auswirkungen.

Einige Monate später gelang Exodus der Börsengang in den USA an der New York Stock Exchange, nachdem die US-Regierung unter Trump die Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten offener gestaltet hatte. Trotz der Schwankungen im Marktumfeld hielt das Unternehmen an dem Grundsatz fest, dass das Kapital vom Nutzer kontrolliert werden soll: Die Nutzer sollen ihre privaten Schlüssel auf eigenen Geräten speichern und nicht bei einer zentralisierten Institution hinterlegen, um die Selbstbestimmung über die persönlichen Vermögenswerte sicherzustellen.

JP Richardson wirft mit dem „Bar Test“ eine Metapher vor: Die Branche hat noch Spielraum

Obwohl Kryptowährungen zunehmend verbreitet sind, gebe es in der Branche noch erheblichen Fortschrittspotenzial, so Richardson. Er nutzte dafür die Idee des Bar Test („Bar-Test“): Wenn Nutzer in sozialen Umgebungen wie einer Bar weiterhin keine einfache Wallet einrichten können und sogar noch die Seed Phrase (Wiederherstellungssatz) mit einem Stift auf eine Serviette schreiben müssen, dann zeige das, dass der Branchenstandard noch nicht erreicht sei.

Derzeit ist der Markt für Finanzanwendungen stark fragmentiert. Auf den Handys der Nutzer gibt es getrennte Apps für Banken, Zahlungsanwendungen und Krypto-Wallets, die nicht miteinander funktionieren. Exodus will genau diese verstreuten Bedarfe integrieren – indem es über eine einzige Anwendung digitale Assets miteinander verknüpft, Chain Tribalism („Blockchain-Stämme“) beseitigt und Verbraucher bei Zahlungen nicht mehr darüber nachdenken lässt, ob sie Solana oder Ethereum nutzen.

Exodus schließt Übernahmen ab und integriert die Zahlungs-„Rail“ vertikal

Exodus hat kürzlich den Kauf von Monavate und Baanx abgeschlossen. Das steht symbolisch für den Schritt von „Zahlungsbahnen mieten“ hin zu „Zahlungsbahnen besitzen“. Die beiden Unternehmen verfügen im Vereinigten Königreich und in der Europäischen Union über regulierte Kartenausgabe- und Abrechnungsinfrastrukturen, besitzen Visa- und Mastercard-Mitgliedschaften und erhalten durch den geplanten Zusammenschluss im Wert von rund 1,75 Milliarden US-Dollar die Befugnis zur direkten Ausgabe und Verarbeitung von Zahlungskarten. Der Finanzvorstand James Gernetzke sagte, dass die Plattform nach der vertikalen Integration eine sechsstufige Geschäftsarchitektur unterstütze, die von der Ausgabe von Stablecoins über Kartenprojekte bis hin zur Anbindung an Banken reicht. Durch diese Veränderung kann das Unternehmen Erträge aus Kartenzahlungen über Interchange sowie aus variablen Zinsen erzielen und damit das frühere Modell ersetzen, bei dem man Gewinnbeteiligungen an Dritte zahlen musste. So werde die Ertragsstruktur optimiert.

Angesichts der Herausforderungen durch die Schwankungen im Krypto-Zyklus arbeitet Exodus daran, sich von einem Geschäftsmodell zu lösen, das zu stark auf Handelsgebühren setzt. Erste Daten zum Jahresanfang 2026 zeigen, dass die Einnahmen aufgrund der Marktlage auf 22,70 Millionen US-Dollar zurückgingen – unter den 36,00 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das verdeutlicht den hohen Zusammenhang zwischen den Einnahmen und der Kursvolatilität von Bitcoin. Um diese Engstelle zu überwinden, hat das Unternehmen das Exodus Pay eingeführt, das mittlerweile in den USA flächendeckend verfügbar ist. Es ermöglicht Nutzern, an jedem Visa-Zahlungspunkt Stablecoins oder Bitcoin BTC zu verwenden. Das System ist außerdem mit Apple Pay kompatibel und macht alltägliche Bezahlvorgänge zu stabileren Gebühren für die Abwicklung sowie zu Einnahmen aus Liquidität. JP Richardson erklärte, dass die neuen Maßnahmen nicht nur menschliche Nutzer betreffen, sondern auch AI-Agenten dabei unterstützen sollen, autonom Zahlungen durchzuführen.

Diese Geschichte „Exodus-Gründer: Seed Phrase muss immer noch über den Bar-Servietten-Kram aufgezeichnet werden“ erschien zuerst auf Kettennews ABMedia.

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