Der anhaltende geopolitische Druck im Nahen Osten sorgt weiterhin für Anspannung. Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran stecken fest, was dazu führt, dass der internationale Goldpreis in jüngster Zeit unter Abwärtsdruck gerät. Die professionelle Institution MKS PAMP SA beschreibt den aktuellen Goldmarkt als „orientierungslos“. Gold befindet sich derzeit in einer technisch unklaren Spanne; die Marktstimmung ist schwach, und die Gelder großer institutioneller Akteure stehen überwiegend abwartend. Der internationale Spot-Goldpreis (XAU) ist heute um etwa 0,7% gefallen und liegt nahe 4.675 USD je Unze. Seit dem Ausbruch der Konflikte Ende Februar hat er insgesamt bereits etwa 11% an Wert eingebüßt. Auch Edelmetalle wie Silber und Platin schwächen sich synchron.
Geopolitische Pattsituation und Energieversorgungs-Schocks
Der US-Präsident Trump hat den geplanten Verhandlungs-Termin für einen Sonderbeauftragten zur Friedensmission nach Islamabad abgesagt, und auch der iranische Präsident Pezeshkian hat erklärt, dass er Gespräche unter Bedrohungen ablehnt. Das führt dazu, dass die beidseitige Blockade der Straße von Hormus fortbesteht und etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöltransports behindert wird. Infolgedessen steigen die internationalen Ölpreise. Die Brüche in der Energielieferkette erhöhen nicht nur die kurzfristigen Energiekosten, sondern verschärfen auf makroökonomischer Ebene auch den globalen Inflationsdruck. Dadurch muss der Markt die Stabilität des gesamten wirtschaftlichen Umfelds neu bewerten.
Auswirkungen von Inflations-Erwartungen auf die Zinspolitik der Notenbanken
Das Inflationsrisiko, das durch steigende Energiepreise entsteht, verändert faktisch die Markterwartungen an die Geldpolitik. Um die Preise zu dämpfen, hat die Notenbank eine höhere Wahrscheinlichkeit, die Zinssätze auf dem aktuellen Niveau zu halten, und es wird nicht ausgeschlossen, dass sie die Zinsen anhebt. Das ist für Gold und andere Vermögenswerte ohne Zins- bzw. Ertragsrendite ein deutlicher Gegenwind. Zudem wird für die US-Notenbank Fed ein potenziell neuer Vorsitzender, Waller nach Kevin Warsh, erwartet, dass er eher einen gemäßigten und schrittweisen Senkungspfad einschlagen wird, statt einer aggressiven Lockerung. Bei der Erwartung, dass ein höheres Zinsumfeld länger anhalten könnte, gewinnt der US-Dollar-Index an Stärke und dämpft das Goldpreisgeschehen weiter.
(Letzter Auftritt von Powell? Nahost-Konflikt treibt Inflation, die Fed trifft sich diese Woche ohne Änderung)
Gold verliert die Richtung? Geld wartet ab, kurzfristiger Kurs könnte in einer Sackgasse stecken
Unter dem Einfluss der oben genannten makroökonomischen Faktoren fällt der internationale Spot-Goldpreis (XAU) heute um etwa 0,7% auf nahe 4.675 USD je Unze. Seit dem Ausbruch der Konflikte Ende Februar hat er insgesamt bereits etwa 11% an Wert eingebüßt. Auch Edelmetalle wie Silber und Platin schwächen sich synchron.
Die professionelle Institution MKS PAMP SA beschreibt den aktuellen Goldmarkt als „orientierungslos“. Gold befindet sich derzeit in einer technisch unklaren Spanne; die Marktstimmung ist schwach, und die Gelder großer institutioneller Akteure stehen überwiegend abwartend. Derzeit zeigt Gold die Eigenschaften von Risk Assets: Es besteht eine negative Korrelation mit dem Ölpreis. Das zeigt, dass bei doppelter Unsicherheit die Kaufbereitschaft, hinterherzulaufen, deutlich gesunken ist.
Der Ketten-News-Dienst hatte zuvor die Kursentwicklung von Gold während des Russland-Ukraine-Kriegs verglichen und festgestellt, dass Gold nur in der Anfangsphase des Krieges kurzfristig gestiegen ist, danach aber sieben Monate in Folge gefallen ist. Obwohl viele Investmentbanken weiterhin positiv für die weitere Entwicklung des Goldes gestimmt sind, könnte der kurzfristige Kursverlauf angesichts der derzeit weiterhin hohen geopolitischen Risiken und der klar abwartenden Haltung des Kapitals in einer Pattsituation feststecken.
(Goldpreis stürzt pro Woche um 8% ab und markiert ein 17-Jahres-Tief. Wie ist die Lage und die weitere Entwicklung nach dem Vorbild des Russland-Ukraine-Kriegs zu bewerten? Goldman Sachs sieht weiterhin 5.400 USD)
Dieser Artikel „Gold fällt, Edelmetalle gehen gleichzeitig zurück, die Investoren haben keine Lust nachzukaufen, nachdem die Verhandlungen zwischen Iran und den USA in eine Sackgasse geraten sind“ erschien erstmals auf Ketten-News ABMedia.