Iran schießt am 4. Mai 15 Raketen und 4 Drohnen auf die Arabischen Emirate (UAE) ab. Die US-Navy versenkt daraufhin im Anschluss in der Straße von Hormus 6 iranische Schnellboote. Es ist der erste direkte bewaffnete Zusammenstoß seit dem 8. April nach dem US-Iran-Feuerpause-Abkommen. CNBC berichtet: Die Luftverteidigungssysteme der UAE fangen sämtliche anfliegenden Geschosse ab; in Fujairah gerät eine Öl- und Gas-Einrichtung in Brand. Der Iran ortet gleichzeitig einen Öltanker, der mit der staatlichen Ölfirma der UAE in Verbindung steht, sowie ein südkoreanisches Handelsschiff; bei letzterem fängt der Maschinenraum Feuer. Der Zusammenstoß ereignete sich einen Tag nach dem 3. Mai, als Trump „Project Freedom“ ankündigte – mit US-Militärbegleitschiffen, die die Straße von Hormus passieren.
US setzt Apache- und SH-60-Hubschrauber ein, versenkt 6 iranische Schnellboote
Der Kommandeur des US Central Command (CENTCOM), Admiral Brad Cooper, sagte Medien gegenüber, der Iran habe an dem Tag Marschflugkörper, Drohnen und kleine Schnellboote entsandt, um US-amerikanische Handels- und Militärschiffe anzugreifen, die in der Straße von Hormus unterwegs waren. Die US-Seite habe Apache-Angriffshubschrauber und SH-60-Seahawk-Hubschrauber eingesetzt, 6 kleine Boote versenkt und anfliegende Drohnen abgefangen. Cooper behauptete: „Jede einzelne Bedrohung wurde zerschlagen.“
Die iranische Nachrichtenagentur IRNA weist diese Darstellung zurück und betont, kein einziges iranisches „Schnellboot“ sei zerstört worden. Beide Seiten widersprechen sich in den Fakten öffentlich – ein charakteristisches Merkmal dieser Auseinandersetzung: Beide versuchen, die Deutungshoheit darüber zu gewinnen, „wer die Straße von Hormus faktisch kontrolliert“.
UAE fängt 15 Raketen und 4 Drohnen ab, Fujairah-Öleinrichtung gerät in Brand
Eine Erklärung der UAE-Regierung führt aus, der Iran habe am 4. Mai 15 Raketen und 4 Drohnen auf das Staatsgebiet der UAE abgefeuert, und die Luftverteidigung habe alle abgefangen. In der Region Fujairah jedoch gerät während des Angriffs eine Öl- und Gas-Einrichtung in Brand; die Ursache soll noch geklärt werden (möglicherweise landen Drohnen-Trümmer oder die abgefangenen Geschosse verursachen Folgeschäden).
Neben dem Angriff auf das eigene Territorium habe der Iran maritime Ziele ins Visier genommen, darunter: ein Öltanker, der mit dem mit der staatlichen Ölfirma der UAE verbundenen Schifffahrtsgeschäft zusammenhängt und der von 2 Drohnen getroffen wurde; sowie ein südkoreanisches Handelsschiff, dessen Maschinenraum nach dem Angriff Feuer fing. Beide Schiffe sanken nicht, doch dies versetzt dem Marktvertrauen direkt einen Schlag in Bezug auf die Frage, ob neutrale Handelsschiffe in der Straße von Hormus sicher sind.
- April Feuerpause scheitert: Iran sagt, „Project Freedom“ verstoße gegen die Feuerpause-Vereinbarung
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte am 28. Februar begonnen; nach der am 8. April erzielten Feuerpause hielten beide Seiten zunächst eine scheinbar friedliche Lage aufrecht, doch die Schifffahrt in der Straße von Hormus wurde faktisch unterbrochen. Am 3. Mai kündigte Trump „Project Freedom“ an: US-Militärbegleitschiffe sollten Schiffe direkt durch die Straße geleiten. Der Iran kritisierte daraufhin, dieses Vorgehen verstoße gegen die Feuerpause-Vereinbarung, und warnte die USA, nicht zu versuchen, „die Straße gewaltsam zu öffnen“. Der Feuergefechtsvorfall am 4. Mai ist der erste direkte Angriff des Iran auf die UAE nach der Feuerpause; ob die Feuerpause-Vereinbarung Bestand haben kann, rückt damit in den Fokus.
Während früherer Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran hatte der Iran wiederholt mit Raketen und Drohnen Angriffe auf Einrichtungen in der Persischen Bucht durchgeführt, die sich gegen die UAE und andere US-Verbündete richteten – das Ausmaß war deutlich größer als in dieser Episode. Das Angriffsausmaß diesmal ist relativ begrenzt (15 Raketen, 4 Drohnen) und könnte ein „testweises Upgrade“ des Iran sein: die Reaktion der USA messen und erst dann entscheiden, ob man eskaliert.
Weitere Beobachtung: Ölversorgung, Feuerpause-Abkommen und OPEC+-Reaktion
Das Ereignis trifft den internationalen Ölmarkt unmittelbar: Am 4. Mai sprang der WTI-Ölpreis im Tagesverlauf stark nach oben; zuvor waren die US-Kraftstoff-Einzelhandelspreise bereits auf 4,46 US-Dollar je Gallone gestiegen. OPEC+ hatte erst am 3. Mai das erste Treffen ohne UAE abgehalten; beschlossen wurde eine Produktionssteigerung um 188.000 Barrel pro Tag im Juni – das Ausmaß sei relativ moderat. Der Konflikt könnte dazu führen, dass Staaten wie Saudi-Arabien überlegen, die Fördersteigerungen in größerem Umfang vorzunehmen.
Die nächsten Beobachtungsschwerpunkte sind: (1) ob der Iran bis Ende Mai weiter eskaliert – insbesondere bei Angriffen auf US-Truppen mit direkter Beteiligung; (2) wie die UAE und Saudi-Arabien reagieren und ob aus diplomatischer Verurteilung ein militärisches Gegenvorgehen wird; (3) die konkrete Zukunft der Feuerpause-Vereinbarung und ob die Trump-Regierung bereit ist, den „Project Freedom“-Begleitplan weiter voranzutreiben. Wenn sich das direkte Aufeinandertreffen ausweitet, wird die geopolitische Risikoprämie erneut in Energie- und globale Aktienmärkte eingepreist.
Dieser Artikel „Iran feuert 15 Raketen auf die UAE ab, US-Militär versenkt 6 Schnellboote: Erstes Gefecht nach der Feuerpause am 4/8 in der Straße von Hormus“ erschien zuerst auf Kettennachrichten ABMedia.