
Laut einem Bericht von Bitcoin.com News vom 21. Mai haben die Finanzpolizeikräfte der italienischen Finanzpolizeieinheit, die dem Bereich Foggia angehört, gemeinsam mit der „Privacy Protection“- und der Sonderkommission für technische Betrugsfälle in Rom einen Verdächtigen dabei verfolgt, wie er über Bitcoin Ordinals nicht gemeldete kryptobezogene Erträge in Höhe von über 1 Million Euro (entspricht etwa 1,16 Millionen US-Dollar) erlangte; der Verdächtige wird außerdem des illegalen Bezugs von öffentlichen Finanzhilfen angeklagt.
Untersuchungsmethodik: Vom Ledger Wallet bis zur KYC-Identitätsbestätigung
Chainalysis weist darauf hin, dass moderne Hardware-Wallets automatisch mehrere Empfangsadressen generieren und die Transaktionshistorie im Bitcoin-UTXO-Modell (Unspent Transaction Outputs) verteilen. Die Ermittler wandten die „Ownership-Heuristik“ an, gruppierten die fragmentierten Adressen zu Wallet-Clustern und trennten so die Geldflüsse ab, die mit mutmaßlichen Verstößen gegen Steuerpflichten zusammenhingen.
Der zweite entscheidende Schritt der Untersuchung besteht darin, die Aktivitäten on-chain mit den KYC-Aufzeichnungen lizenzierter zentralisierter Krypto-Börsen zu verknüpfen. Die Behörden stellten über gerichtliche Offenlegungsanfragen „Know Your Customer“-Dokumente für die zu den verfolgten Wallets in Beziehung stehenden Konten bereit. So wurden anonyme Blockchain-Transaktionen mit verifizierten Personen abgeglichen. Chainalysis erklärt, dass KYC-Identitätsdaten in diesem Fall der entscheidende Anker sind, um das on-chain Verhalten konkreten Individuen zuzuordnen.
Ordinals-Transaktionskreislauf: Anhaltendes profitables Muster, das durch On-Chain-Analyse identifiziert wird
Die On-Chain-Analyse deckte einen wiederkehrenden Transaktionszyklus auf: Sats (satoshi) werden an einen Ordinals-Dienst weitergeleitet; nach Abschluss des Inscribings werden die digitalen Vermögenswerte am Markt zur Handelstransaktion gelistet; die Bitcoin-Erlöse fließen in das Haupt-Wallet-Cluster zurück; das Haupt-Wallet-Cluster startet anschließend erneut die nächste Runde Kauf- und Inscribing-Aktivitäten. Die Ermittler kamen zu der Einschätzung, dass die zunächst als voneinander getrennte Transaktionsflüsse wirkenden Vorgänge in Wahrheit ein anhaltendes profitables Muster im Zusammenhang mit Ordinals-Transaktionen darstellen. Frühere Transaktionsgewinne wurden wiederholt zur Finanzierung nachfolgender Aktivitäten verwendet und summierten sich schließlich auf über 1 Million Euro.
Bitcoin Ordinals ermöglicht es derweil, dass ein einzelner Satoshi direkt auf der Bitcoin-Blockchain in ein Inscription-Objekt umgeschrieben wird. BRC-20-Token nutzen die gleiche Struktur: über textbasierte Inscription-Erstellungen und -Übertragungen werden fungible Assets geschaffen und transferiert, wobei alle Transaktionsaufzeichnungen dauerhaft auf der Bitcoin-Kette gespeichert bleiben.
Technische Erläuterung von Chainalysis: Lehren aus dem Fall für die On-Chain-Vermögensverfolgung
Chainalysis zitiert in der Fallbeschreibung: „Unabhängig davon, wie komplex ein Vorhaben aussieht, hinterlässt seine zugrundeliegende Technologie dauerhaft, nicht veränderbare Spuren.“ In einem weiteren Zitat heißt es: „Mit dem fortlaufenden Aufkommen neuer digitaler Asset-Kategorien und der Entstehung von Einnahmequellen wird die Lücke zwischen realem On-Chain-Vermögen und der Situation bei den gemeldeten Steuern zum zentralen Ziel der weiteren Ermittlungen.“ Chainalysis ordnet den Fall als Beispiel dafür ein, wie die Blockchain-Analysetechnologie von Hardware-Wallets bis hin zu regulierten Handelsplattformen vorgeht; zudem wird hervorgehoben, dass sich die Technik inzwischen auf die Analyse neu entstehender Token-Systeme im Bitcoin-Netzwerk sowie auf komplexe Transaktionsstrukturen ausgeweitet hat.
Häufige Fragen
Mit welchem Ausgangspunkt begann die diesjährige italienische Untersuchung?
Der Ausgangspunkt war, dass die Behörden bei einer Durchsuchung ein Ledger-Hardware-Wallet sicherstellten und anschließend alle damit verbundenen Transaktionsaktivitäten systematisch prüften. Nachdem die Analysten wiederholte Aktivitäten von Bitcoin Ordinals und BRC-20-Assets festgestellt hatten, wurde der Untersuchungsrahmen offiziell erweitert; Chainalysis lieferte dabei technische Unterstützung für die On-Chain-Analyse.
Welche Rolle spielten KYC-Aufzeichnungen in dieser steuerlichen Untersuchung?
Nachdem die Ermittler On-Chain-Adressen gruppiert hatten, stellten sie über gerichtliche Offenlegungsanfragen an zentralisierte Krypto-Börsen, die Transaktionsbeziehungen zu den verfolgten Wallets hatten, um KYC-Dokumente für die entsprechenden Konten zu erhalten. Diese Aufzeichnungen verknüpfen die anonymen On-Chain-Transaktionen mit konkreten verifizierten Personen und sind damit ein entscheidender Bestandteil für die Fallbewertung.
Warum können Bitcoin Ordinals und BRC-20-Assets durch On-Chain-Analyse nachverfolgt werden?
Alle Inscription- und Transaktionsaktivitäten von Bitcoin Ordinals und BRC-20 werden direkt in der Bitcoin-Blockchain aufgezeichnet und bilden eine nicht veränderbare, öffentliche Transaktionshistorie. Chainalysis stellt fest, dass selbst wenn sich die Handelswege und die Wallet-Strukturen zunehmend komplex gestalten, diese Assets weiterhin nachverfolgbare, permanente Aufzeichnungen hinterlassen. Dadurch können On-Chain-Analysetools die vollständigen Geldflüsse rekonstruieren.