
Die Handelsfirma Jane Street reichte am Donnerstag beim US-Bundesgericht in Manhattan einen Antrag auf Abweisung ein. Sie verlangt die Abweisung der Insiderhandelsklage, die vom Insolvenzverwalter von Terraform Labs erhoben wurde, und ersucht das Gericht, mit einer Entscheidung „mit Nachteil“ (with prejudice) abzuschließen sowie Terraform daran zu hindern, erneut eine identische Klage einzureichen. Jane Street argumentiert in ihrem Antrag, dass der Betrugsplan von Terraform bereits vor Gericht verhandelt und geahndet worden sei und dass die Klageschrift widersprüchlich sei.
Die zentralen Argumente des Antrags von Jane Street auf Abweisung
Laut den von Jane Street beim US-Bundesgericht in Manhattan eingereichten Antragsunterlagen umfasst die zentrale Verteidigung von Jane Street drei Punkte:
Jane Street behauptet, dass seine Terra-bezogenen Token-Transaktionen auf öffentlichen Marktsignalen beruhten und nicht auf Insiderinformationen: Anleger hätten „öffentliche Anzeichen eines Börsenkrachs gesehen“ und sich dafür entschieden, „zu verkaufen, als sich der Markt offensichtlich weiter und weiter verschlechterte“.
Der Antrag macht geltend, dass die Klageschrift von Terraform widersprüchlich sei: In der Klageschrift selbst heiße es, dass der größte TerraUSD-Trade von Jane Street „angeblich 10 Minuten nachdem die angeblich wesentliche nicht öffentliche Information an den Markt offengelegt wurde“ stattgefunden habe.
Der Antrag behauptet, dass Terraform nicht darauf hinweisen könne, welche wesentlichen nicht öffentlichen Informationen Jane Street während des von ihr behaupteten Verkaufs der Token erhalten habe: Der Antrag zitiert: „Die Kläger behaupten ‚auf Grundlage der ihnen vorliegenden Informationen und ihres Glaubensstandes‘, dass Jane Street die Zeit, zu der Terraform auf einen neuen Liquiditätspool überging, über ‚offizielle Kanäle der Kommunikation‘ erfahren habe; allerdings habe man trotz umfangreicher Vorermittlungen keine Kommunikationsaufzeichnungen finden können, die diese Zeit offengelegt hätten.“
Die Klagevorwürfe des Insolvenzverwalters
Laut den öffentlich zugänglichen Gerichtsunterlagen reichte der von einem US-Gericht bestellte Insolvenzverwalter von Terraform Labs, Todd Snyder, im Februar 2026 eine Klage gegen Jane Street, den Mitgründer des Unternehmens Robert Granieri sowie die Mitarbeiter Bryce Pratt und Michael Huang ein. Die Klage wirft den genannten Personen vor, Terra-bezogene Token gehandelt zu haben, nachdem sie nicht öffentliche Informationen von „Terraform-Insidern“ erhalten hätten.
Jane Street beruft sich auf die Verurteilung von Do Kwon und den Hintergrund des Zusammenbruchs von TerraUSD
Laut dem von Jane Street eingereichten Antrag zitiert Jane Street in den Unterlagen direkt: „Terraform behauptet jetzt, es sei das Opfer des Handels von Jane Street gewesen. Aber das Problem an dieser Darstellung ist, dass der Betrugsplan von Terraform – an dem Jane Street nicht beteiligt war – bereits angeklagt, verhandelt und bestraft worden ist.“
Jane Street weist in dem Antrag darauf hin, dass der Gründer von Terraform, Do Kwon, bereits wegen Verschwörung und drahtgebundener Betrugsdelikte schuldig gesprochen wurde und zu 15 Jahren Haft verurteilt ist.
Laut öffentlich zugänglichen Aufzeichnungen verlor im Mai 2022 der algorithmische Stablecoin TerraUSD die Bindung an den US-Dollar. Dies führte zu einem starken Absturz der eng korrelierten LUNA-Tokens, wodurch rund 40 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet wurden. Terraform Labs ging daraufhin in das Insolvenzverfahren.
Häufige Fragen
Wann und bei welchem Gericht hat Jane Street den Antrag auf Abweisung eingereicht?
Laut den öffentlich zugänglichen Gerichtsunterlagen reichte Jane Street am Donnerstag beim US-Bundesgericht in Manhattan einen Antrag auf Abweisung ein. Ziel ist es, die Insiderhandelsklage, die der Insolvenzverwalter Todd Snyder gegen Terraform erhoben hat, mit einer Entscheidung „mit Nachteil“ (with prejudice) abzuweisen.
Welche konkreten Vorwürfe richtet der Insolvenzverwalter gegen Jane Street?
Laut den öffentlich zugänglichen Gerichtsunterlagen reichte der Insolvenzverwalter von Terraform Labs, Todd Snyder, im Februar 2026 eine Klage ein. Darin wird Jane Street sowie den Mitgründer Robert Granieri und die Mitarbeiter Bryce Pratt und Michael Huang beschuldigt, Terra-bezogene Token gehandelt zu haben, nachdem sie nicht öffentliche Informationen von „Terraform-Insidern“ erhalten hätten.
Wie lautet das Urteil gegen Do Kwon im Terraform-Betrugsfall?
Laut den Antragsunterlagen von Jane Street hat Terraform-Gründer Do Kwon wegen Verschwörung und drahtgebundener Betrugsdelikte ein Schuldeingeständnis abgelegt und wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt; Jane Street beruft sich auf diese Verurteilung als eines der zentralen Argumente für ihren Antrag auf Abweisung der Klage.