Japan verkauft im 1. Quartal US-Staatsanleihen im Wert von 29,6 Milliarden US-Dollar, Ölpreis treibt Erwartungen an weitere Zinserhöhungen

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日本拋售美債

Japanische Investoren haben im ersten Quartal 2026 (bis zum 31. März) US-Staatsanleihen, Anleihen von Finanz- und lokalen Gebietskörperschaften netto in Höhe von 4,67 Billionen Yen (ca. 29,6 Milliarden US-Dollar) abverkauft, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlungsbilanzdaten Japans hervorgeht. Dies ist der größte Abverkauf seit dem zweiten Quartal 2022. Der entscheidende Auslöser für den Abverkauf war, dass der Ölpreis in diesem Zeitraum um rund 50% gestiegen ist, was die Erwartungen an eine schnellere Inflation befeuerte.

Japan Q1 US-Anleiheabverkaufsdaten: Umfang, Typen und historischer Vergleich

Gemäß den Zahlungsbilanzdaten, die das japanische Finanzministerium veröffentlicht hat:

Netto-Abverkaufsvolumen: 4,67 Billionen Yen (ca. 29,6 Milliarden US-Dollar)

Abverkaufstypen: US-Staatsanleihen, Anleihen von Regierungs-/öffentlichen Einrichtungen sowie verschiedene von lokalen Gebietskörperschaften emittierte Anleihen

Historischer Vergleich: Höchster Abverkaufsumfang seit dem zweiten Quartal 2022

Daten für die ersten zwei Monate (US-Finanzministerium): Japanische Investoren verkauften in den Monaten 1 bis 2 zusätzlich US-Unternehmens-/Institutional Bonds im Wert von 4,14 Milliarden US-Dollar ab

Inflationsdaten lösen Erwartungswende aus: PPI und CPI mit konkreten Zahlen

Im Februar dieses Jahres zeigte der Overnight-Index-Swap (OIS), dass der Markt damit rechnet, dass die US-Notenbank (Fed) zwei Zinssenkungen durchführen wird. Als der Ölpreis um rund 50% zulegte, verstärkten die Inflationsdaten, die das US-Arbeitsministerium am Mittwoch veröffentlichte, die Kurswende hin zu Zinserhöhungs-Erwartungen:

US 4. Monat PPI (Producer Price Index / Erzeugerpreisindex): +6,0% im Jahresvergleich (im März: +4,3%, Markterwartung: +4,9%)

Core-PPI (ohne volatile Bestandteile): +5,2% im Jahresvergleich (im März: +4,0%, Markterwartung: +4,3%)

US 4. Monat CPI (Consumer Price Index / Verbraucherpreisindex): +3,8% im Jahresvergleich, der höchste Stand seit 2023

Analyse- und Fed-Entscheidungsträger: Bestätigende Stellungnahmen

Naokazu Koshimizu, Senior-Zinsstratege bei Nomura Securities, bestätigte in seinem Kommentar: „Investoren passen ihre Positionen aktiv an. Die Perspektive ist hochgradig ungewiss: Es geht nicht nur darum, wie weit Zinssenkungen möglicherweise hinausgezögert werden, sondern auch darum, ob als Nächstes möglicherweise Zinserhöhungen in Betracht kommen.“ Er ergänzte, dass zuvor allgemein angenommen wurde, dass Zinssenkungen zu einem bestimmten Zeitpunkt umgesetzt würden. Diese Annahme stützte die Kaufnachfrage, insbesondere bei Mortgage-Backed Securities (MBS).

Susan Collins, Präsidentin der Boston Fed, sagte am Mittwoch, falls die Inflation nicht näher an das von der Fed gesetzte 2%-Ziel heranrücke, werde es erforderlich sein, die Zinsen anzuheben.

Häufige Fragen

Warum ist Japan ein wichtiger Auslandsinhaber von US-Staatsanleihen?

Japan ist eines der größten Länder mit US-Staatsanleihen im Ausland und hält langfristig Anleihen im Wert von mehreren Billionen US-Dollar, sowohl Staats- als auch institutionelle Anleihen. Diese Bestände spiegeln die langfristige Vorliebe großer japanischer Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und der Zentralbank für in US-Dollar denominierte Vermögenswerte wider. Dadurch werden die Portfolioanpassungen japanischer Investoren zu einem wichtigen Indikator für Signale in den globalen Zinsmärkten.

Wie wird ein Ölpreisanstieg mit rund 50% auf die Fed-Erwartungen zu Zinserhöhungen und -senkungen übertragen? Ein Anstieg des Ölpreises um rund 50% erhöht die Energiekosten direkt und treibt die Produktionskosten auch über die Lieferkette nach oben. Das spiegelt sich in den Daten wider: PPI mit +6,0% im Jahresvergleich und CPI mit +3,8% im Jahresvergleich. Die Fed hat eine Inflationszielmarke von 2%; wenn die Inflation dauerhaft über dem Ziel bleibt, passt der Markt die Erwartungen an das künftige Handeln der Fed an. Auf Grundlage dieser Daten verschiebt sich das Bild von Zinssenkungserwartungen hin zu Zinserhöhungswetten.

Handelt es sich bei dem Abverkauf um eine einseitige Aktion japanischer Investoren?

Laut einem Bericht von Bloomberg ist das Abverkaufsvolumen ein Allzeithoch seit fast vier Jahren. Es zeigt eine systematische Neubewertung der Erwartungen japanischer institutioneller Investoren zur Zinsentwicklung in den USA. Die Daten umfassen die kumulierten Bestandsveränderungen der wichtigsten Anlageakteure in Japan wie Regierungs-/Institutionen, Lebensversicherungsunternehmen und Banken und sind keine Einzelmaßnahme eines einzelnen Investors.

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