Der Bereich für Wertpapierdienstleistungen von J.P. Morgan Securities veröffentlichte am 4/24 einen Bericht mit dem Titel《From Automation to Tokenization: ETF Trends to Watch》, in dem drei große Trends der ETF-Branche zusammengestellt werden: automatisierter Handel, Ausweitung aktiver ETF-Produktangebote und das Formieren von Tokenisierungs-Pfaden. Der Bericht zitiert: Das globale ETF-Volumen steigt von 19,5 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 auf voraussichtlich 35 Billionen US-Dollar bis 2030 (PwC-Umfrage); unter den im Jahr 2025 neu aufgelegten ETFs entfallen 83% auf aktive Produkte.
Trend 1: API-basierter Handel, 50% des One-Tier-Markt-Volumen ist bereits automatisiert
Laut dem Bericht von J.P. Morgan werden Authorized Participants (Authorized Participants, AP) zunehmend für selbst entwickelte Order-Management-Systeme (OMS) eingesetzt, die auf APIs basieren, und mit mehreren Handelsplätzen direkt integriert. J.P. Morgan weist darauf hin, dass aktuell 50% des ETF-Volumens im One-Tier-Markt über die API-Automatisierung der APs erfolgt.
Die Treiber sind das Zusammenspiel von „globaler Marktexpansion + steigender regulatorischer Komplexität“: Strenge Anforderungen an Trade Reporting sowie Liquidität und interne Kontrollen zwingen Marktteilnehmer dazu, ihre Workflows auf „elektronisch, nachverfolgbar und skalierbar“ umzustellen. Dies ist die zwangsläufige Weiterentwicklung traditioneller Finanzmarkt-Infrastrukturen unter dem Druck steigender institutioneller Kosten.
Trend 2: Aktive ETFs machen 83% der Neuausgaben aus und treiben Investitionen in Technologie
Aktive ETFs (active ETF) machten im Jahr 2025 bereits 83% aller neu aufgelegten ETFs aus. Die Daten von J.P. Morgan Asset Management zeigen, dass dieser Anteil in den vergangenen drei Jahren schrittweise gestiegen ist; für 2026–2027 wird erwartet, dass aktive Produkte zum Mainstream werden.
Herausforderungen aktiver ETFs für die Infrastruktur Erklärung Häufigkeit der Positionsänderungen ist hoch Aktive Manager können täglich große Mengen an Positionen anpassen, daher benötigen Market Maker agilere Preisbildungs-Algorithmen Preissetzung von Vermögenswerten ist schwieriger Für manche Basiswerte, etwa solche mit schlechter Liquidität oder in der Kategorie Private Assets, braucht es präzisere Bewertungs-Tools Transparenzstrukturen sind unterschiedlich Einige aktive ETFs nutzen halbtransparente Strukturen; Market Maker benötigen spezielle Informationszugriffsmechanismen
J.P. Morgan stärkt die ETF-Reporting-Funktionen, die Market Maker benötigen, über seine Athena-Plattform (Handels- und Analyse-Tools). Delta One und der globale Leiter für ETF-Vertrieb Matthew Legg sagte: „Nachdem aktive ETF-Produkte auf den Markt gekommen sind, müssen neue technische Fähigkeiten parallel entwickelt werden, um die digitale Zielsetzung weiter voranzutreiben.“
Trend 3: Tokenisierte ETFs betreten zwei parallele Pfade
In seinem Bericht unterscheidet J.P. Morgan tokenisierte ETFs (tokenized ETF) in zwei Arten von Modellen:
Synthetische tokenisierte ETFs (synthetic tokenized ETFs): On-Chain-Token, die bestehende ETF-Preise über Derivatekontrakte spiegeln; im Kern handelt es sich um Derivate und nicht um reale Fondsbestände
Native tokenisierte ETFs (native tokenized ETFs): Fondsanteile werden direkt auf der Blockchain emittiert; derzeit befindet es sich noch in der Pilotphase
Der globale Leiter für ETF-Produkte Ciarán Fitzpatrick betonte in dem Bericht: „ETFs bieten grundsätzlich Flexibilität, Diversifizierung, Transparenz und Kosteneffizienz – und genau diese vier Punkte werden von der Technologie getrieben.“ Er führte außerdem aus: „Tokenisierung wird die Marktveränderung für die gesamte Fondsbranche vorantreiben.“
Dieser Bericht steht in einer interessanten Gegenüberstellung zu dem etwas früher in dieser Woche vom BIS vorgenommenen Schritt, Kryptobörsen als multi-funktionale Finanzintermediäre einzuordnen – während das BIS den regulatorischen Druck in den Fokus rückt, den krypto-native Anbieter auf Banken zusteuern, betrachtet J.P. Morgan das Angebotsseitige Vordringen traditioneller ETF-Anbieter hin zu On-Chain-nativen Produkten. Beide Linien laufen parallel an; das bedeutet, dass die Grenzen zwischen Fonds, Börsen und Verwahrstellen in Zukunft zunehmend verschwimmen werden.
Signale zur Branchenstruktur
Der Bericht von J.P. Morgan deutet auf zwei Struktur-Signale hin:
Traditionelle ETF-Anbieter (einschließlich ihrer Wertpapierdienstleistungs-Sparte) sehen Tokenisierung als nächsten Pflichtkurs an – nicht als „nice-to-have“ oder zusätzliche Bonuspunkte
Die schnelle Expansion aktiver ETFs öffnet ein Fenster für „On-Chain-native aktive Strategien“ – wenn passive Strategien, die einen Index verfolgen, relativ leicht tokenisierbar sind, dann erfordert das On-Chain-Nachbilden aktiver Strategien neue Governance- und Transparenzdesigns
Weiter zu beobachten
Ob Wettbewerber wie BlackRock, Fidelity usw. nachziehen und ähnliche Erläuterungen zu tokenisierten Pfaden veröffentlichen
Ob Pilotprojekte für native tokenisierte ETFs im Zeitraum 2026–2027 in eine offizielle Vermarktung übergehen
Ob der Emissionstakt aktiver ETFs in Asien (inkl. Taiwan) gleichzeitig beschleunigt wird
Ob J.P. Morgans eigene On-Chain-Vermögensverarbeitungs-Infrastruktur wie JPM Coin, Kinexys usw. in die Pläne zur ETF-Tokenisierung integriert wird
Dieser Artikel J.P. Morgan ETF-Trendbericht: API-fähig, aktiv macht 83% aus, Tokenisierung unterteilt in synthetische und native Zwei-Wege-Pfade Erstmals erschienen bei 鏈新聞 ABMedia.