Standard Chartered sagte, dass das dezentrale- Finance-Ökosystem durch den KelpDAO rsETH-Exploit am 18. April einen harten Rückschlag erlitten hat, aber letztlich keinen tödlichen. In einer Notiz mit dem Titel „DeFi – verbogen, nicht kaputt“ sagte Geoffrey Kendrick, der globale Leiter für Digital-Assets-Forschung der Bank, dass der Diebstahl von $292 Millionen rsETH einen echten systemischen Risikocharakter im DeFi offengelegt habe, so ein Bericht, der am Mittwoch mit The Block geteilt wurde.
Der Exploit und die Marktwirkung
Der Angriff begann mit dem Diebstahl von rund $292 Millionen rsETH über eine mutmaßlich gefälschte LayerZero-Nachricht, dann griff er auf Aave über, als der Angreifer unbesichertes rsETH als Sicherheiten einzahlte und legitime Vermögenswerte dagegen entlieh. Der Angriff löste withdrawals im Stil einer Bank-Runs über das Protokoll aus.
Standard Chartered sagte, Aave habe $17 Milliarden bei Einlagen verloren, oder 38% des Gesamtvolumens, und 5,5 Milliarden US-Dollar bei aktiven Krediten, oder 31%, als die Angst sich durch den Markt ausbreitete.
Rettungsbemühungen und Erholung
Kendrick sagte, eine von Aave und dem Gründer Stani Kulechov angeführte Koalition habe sich dazu verpflichtet, mehr als $300 Millionen bereitzustellen, um den normalen Betrieb wiederherzustellen. Die Initiative zielt darauf ab, die Bedingungen zu normalisieren, wenn die Renditen wieder zurückgehen und die Netto-Einlagen sich erholen. Diese Reaktion spiegelt das wider, was Kendrick als DeFis „dringend benötigten antifragilen Moment“ beschreibt.
Die Notiz von Standard Chartered behandelt diese Reaktion als mehr als nur einen Patch und argumentiert, dass die Krise strukturelle Veränderungen beschleunigt, die ohnehin schon in Gang sind. Die Bank verweist dabei insbesondere auf Aave V4, das Ende März gestartet wurde, und auf die geplante Ethereum Economic Zone (EEZ), die es Aave ermöglichen sollte, die Abhängigkeit von Bridges zu verringern, die in vielen der größten Krypto-Hacks der wichtigste Angriffspfad waren.
Der Analyst stellte fest, dass sich die Situation von Aave bereits normalisiert, nachdem sich DeFi-Akteure zusammengeschlossen haben, um die Lücke zu schließen.
![Aave stabilizing after rsETH fallout]()
Vorherrschendes Risiko: Komplexität statt Volatilität
In Kendricks Darstellung ist das größte Risiko von DeFi nicht mehr nur Volatilität, sondern Komplexität. In der Notiz von Standard Chartered heißt es, die Kelp-Episode habe eine Asset-Liability-Mismatch in Kreditmärkten offengelegt, da zunehmend komplexe Sicherheiten — einschließlich eingewickelter, gestaketer und restaketer Assets — gegenüber Verbindlichkeiten mit sehr unterschiedlichen Risikoprofilen auftrafen.
Die Diskrepanz wurde durch konzentrierte Looping-Trades verstärkt, also durch die Art von Leverage-maximierender Struktur, für deren Ermöglichung DeFi entwickelt ist, wenn Dinge normalerweise funktionieren, und die zugleich eine Ansteckung verstärken kann, wenn sie es nicht tun.
$2 Billionen RWA-Prognose unverändert
Trotz der Krise erwartet Standard Chartered weiterhin, dass tokenisierte Real-World-Assets bis zum Ende des Jahres 2028 eine Marktkapitalisierung von $2 Billionen erreichen werden, nach $35 Milliarden im Oktober 2025. Die Bank sagte, dass diese Prognose weiterhin auf einem anhaltenden Wachstum im DeFi-Banking und auf der Liquidität von Stablecoins beruht.
Aus diesem Grund sieht Standard Chartered diese Krise als wichtig an, die über Aave oder rsETH hinausgeht. Der jüngste Exploit bricht nach Ansicht der Bank diese These nicht, sondern testet sie vielmehr unter Stress. Die Bank hat wiederholt argumentiert, dass tokenisierte Fonds, Geldmarktprodukte und breitere RWA-Schienen deutlich skalieren können, wenn die zugrunde liegende DeFi-„Klempnerei“ weiter reift. Die neueste Notiz von Standard Chartered macht den Fall, dass die Kelp-Krise am Ende sogar dazu führen könnte, dass diese Reifung schneller voranschreitet, statt sie aufzuhalten.