Google führt Gespräche mit Marvell Technology (MRVL) über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung zweier KI-Chips, MPU und TPU. Sobald die Nachricht bekannt wurde, stieg Marvell im heutigen Pre-Marketing-Handel um 6,3 %; zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der Kurs bei 148.89 $ je Aktie. Das zeigt die Zustimmung des Marktes zur Zukunftsperspektive maßgeschneiderter integrierter Schaltkreise für spezielle Anwendungen (ASIC).
Marvell und Google verhandeln über die Entwicklung von MPU und TPU
Laut Brancheninformationen ist Marvell derzeit in Gesprächen mit Google über die Entwicklung zweier zentraler Komponenten: einer spezialisieren Speicherverarbeitungseinheit (MPU) sowie einer Tensor Processing Unit (TPU). Das wichtigste technische Ziel dieser Zusammenarbeit besteht darin, das Problem des „Memory Wall“-Engpasses zu lösen. Durch eine kooperative Rechenleistung von MPU und Googles bestehender TPU soll die Effizienz der Datenübertragung optimiert werden. Wenn die Zusammenarbeit erfolgreich verläuft, planen die beiden Unternehmen, spätestens bis 2027 das Design abzuschließen und in die Test-Produktionsphase einzutreten. Die Entwicklung dieser spezialisierten Architektur wird es ermöglichen, dass große Sprachmodelle wie Gemini bei der Ausführung von Inferenzaufgaben mit geringerer Latenz und höherer Energieeffizienz rechnen können.
Google stärkt die Entwicklung eigener Chips und will vom Markt „das größte Stück vom Kuchen“ abbekommen
Google hat in den letzten Jahren seine Produktlinie für TPU aktiv gestärkt, mit dem Ziel, die Abhängigkeit von den GPU von NVIDIA zu reduzieren. Nachdem Google sein internes Chip-Verkaufsteam ab 2022 neu organisiert und zusammengeführt hat, verkauft Google TPU-Zugangsrechte inzwischen direkt an externe Rechenzentrums-Kunden, statt sich nur auf die Nutzung seiner eigenen Cloud-Plattform zu beschränken. Das zu Monatsanfang veröffentlichte Torch TPU-Programm unterstreicht zudem den Willen, das PyTorch-Software-Framework zu integrieren. Dabei versucht Google, die Einstiegshürde für Entwickler bei verlagerten Arbeitslasten zu senken. Durch die Zusammenarbeit mit Marvell bei der Entwicklung maßgeschneiderter Beschleuniger erwartet Google, dass es die Kapitalausgaben für die Cloud-Infrastruktur weiter optimieren kann. Gleichzeitig kann es in einem hart umkämpften Markt für maßgeschneiderte ASICs auch die Position von Broadcom und NVIDIA herausfordern.
Marvell liefert starke Finanzergebnisse, Wachstum der bereinigten Erträge um 81 %
Marvell erzielte im Geschäftsjahr 2026 eine starke operative Leistung: der jährliche Umsatz erreichte 8.195 Milliarden US-Dollar. Die bereinigten Erträge sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 81 % gestiegen. Obwohl das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis des Marktes nahe bei 44 liegt, stützen seine stabile Ertragsfähigkeit und eine Bruttomarge von über 51 % das Vertrauen der Investoren. Das aktuelle Produktportfolio des Unternehmens ist nicht auf traditionelle Netzwerkgeräte beschränkt. Stattdessen konzentriert es sich darauf, eine umfassende AI-Infrastruktur aufzubauen. Neben dem Kooperationsprojekt mit Google gibt es bei Marvell noch 18 ASIC-Projekte in Entwicklung sowie eine strategische Allianzvereinbarung mit NVIDIA im Wert von 2 Milliarden US-Dollar. Diese Aufträge sichern Marvells Schlüsselposition in der Lieferkette für Künstliche-Intelligenz-Hardware.
Der Fokus in der KI-Branche verschiebt sich von der „Trainings“-Phase der Modelle hin zu der „Inferenz“-Ebene in der Praxis. Der Bedarf des Marktes an effizienten, stromsparenden maßgeschneiderten Chips steigt sprunghaft. Marvell verfügt dank der Fabless-Flexibilität über die Möglichkeit, sich auf entscheidende Technologien wie Hochleistungsrechnen, Netzwerk-Interconnects und Speicher-Controller zu fokussieren. Dadurch kann es schnell auf die Nachfrage der Cloud-Giganten nach spezialisierter Hardware reagieren. Wall-Street-Analysten sind der Ansicht, dass Marvells Aktie zwar derzeit am historischen Hochpunkt steht, seine Positionierung im KI-Inferenzmarkt und die zunehmend vielfältigen Kundenstämme jedoch zeigen, dass das Geschäft gerade erst richtig Fahrt aufnimmt.
Der Artikel „Marvell und Google kooperieren bei der Entwicklung eines MPU-KI-Chips“ sorgte frühestens für einen Anstieg der Aktienkurse um 6,3 % und wurde zuerst bei 链新闻 ABMedia veröffentlicht.