Die japanische MicroStrategy Metaplanet kündigt die Emission von 80 Milliarden Yen zinslosen Anleihen an. Zusammen mit den zuvor noch verbleibenden 12 Milliarden Yen an brachliegendem Liquiditätsbestand kann man damit ungefähr 740 Bitcoins kaufen. Metaplanet hält derzeit 40.177 Bitcoins. Als drittgrößter Inhaber eines Bitcoin-Reserve-Unternehmens ist das Unternehmen seit Langem von einer schwachen Aktienkursentwicklung betroffen; sein mNAV ( steht aktuell im Verhältnis zum aktuellen Kurs und zum Wert der von ihm gehaltenen Bitcoins bei ) 0,87, sodass es nicht mehr durch die Ausgabe neuer Aktien Bitcoins kaufen kann. Aber wer ist EVO? Und warum ist EVO bereit, Metaplanet mit einer zinslosen Finanzierung beim Kauf von Coins zu helfen?
Metaplanet gibt die 20. unbesicherte zinslose Anleihe aus
Metaplanet kündigt an, dass es Mittel durch die Ausgabe von Unternehmensanleihen (Bonds) einsammeln wird. Die wichtigsten Konditionen sind wie folgt:
Finanzierungsvolumen: 80 Milliarden Yen
Zeichnungsberechtigte: EVO FUND
Zinssatz: 0,0% (keine Zinsen)
Laufzeit: ungefähr ein Jahr (voraussichtlich mit Fälligkeit im April 2027)
Sicherung: unbesichert, ohne Sicherheiten
Metaplanet bereitet 92 Milliarden Yen „Cash-Äquivalente“ vor und wird diese vollständig in Bitcoins investieren
Metaplanet erklärt, dass die diesmal eingesammelten 80 Milliarden Yen vollständig für den Kauf von Bitcoins verwendet werden.
Darüber hinaus hat das Unternehmen auch bekanntgegeben, dass die verbleibenden Barmittel (ca. 12 Milliarden Yen) aus den zuvor ausgegebenen Optionsscheinen (Warrants) von dem ursprünglich vorgesehenen „allgemeinen Betriebskapital“ oder „für Geschäftsausweitung“ hin zu „Aufstockung von Bitcoins“ umgeleitet werden. Dies zeigt, dass das Unternehmen seine Ressourcen weiter konzentriert, indem es sämtliches verfügbares Kapital mit maximalem Hebel auf seinen Bitcoin-Bestand ausrichtet.
Metaplanet hält derzeit 40.177 Bitcoins. Als drittgrößter Inhaber eines Bitcoin-Reserve-Unternehmens wurde es aufgrund des seit langem schwachen Aktienkurses mittlerweile auch von Twenty one capital überholt, da das Unternehmen in diesem Jahr noch nicht mit dem Kauf von Bitcoins begonnen hat.
Das Verhältnis von mNAV ( zum aktuellen Aktienkurs und zum Wert der von ihm gehaltenen Bitcoins ) ist bereits auf 0,87 gefallen. Damit kann es nicht mehr durch die Ausgabe neuer Aktien Bitcoins kaufen. Die Vermutung lautet: Man kann die Mittel nur zunächst über den Weg der Anleihe-Emission beschaffen, um Bitcoins zu kaufen. Wenn man 92 Milliarden Yen ( etwa 57,5 Millionen US-Dollar) entspricht, kann man damit ungefähr 740 Bitcoins kaufen.
Wer ist EVO? Warum will EVO eine zinslose Finanzierung für Metaplanet bereitstellen?
Der US-amerikanische Investor Michael Lerch ist seit den 1990er-Jahren in die japanische Finanzbranche eingestiegen. Mit seiner umfangreichen Erfahrung im Arbitragehandel hat er ein Finanz-Ökosystem aufgebaut, das auf dem EVO-Fonds als Kern basiert. Der Fonds ist darauf spezialisiert, Kapital für kleine börsennotierte Unternehmen bereitzustellen, die nur schwer Kredite über das traditionelle Bankensystem erhalten können.
Daten zeigen, dass der EVO-Fonds im Jahr 2025 an der Emission von mehr als 80% der variabel bedingten Erfüllungs-Optionsscheine (Floating Execution) im japanischen Markt beteiligt war. Die vereinbarte Gesamtsumme überstieg 1 Billion Yen ( etwa 6,3 Milliarden US-Dollar) und etablierte damit seine führende Position in diesem Nischenmarkt. Dieser Trend setzte sich auch bis 2026 fort – laut der Website des Fonds hat Evo in diesem Jahr bislang mit mindestens 10 japanischen Unternehmen Vereinbarungen zur Eigenkapitalfinanzierung unterzeichnet.
In der Praxis nutzt EVO Absicherungsmechanismen wie Borrowing-Leasing (Leihgeschäfte von Wertpapieren), um „Arbitragehandel“ durchzuführen: Nach der Ausübung der Optionsscheine zur Umwandlung in neue Aktien werden diese schnell auf dem Sekundärmarkt verkauft, um Gewinne inmitten von Kurschwankungen zu sichern. Nehmen wir als Beispiel an, der Aktienkurs des Unternehmens läge derzeit bei 400 Yen und der zukünftige Ausübungspreis bei 350 Yen. Dann kann der Fonds zuvor Wertpapiere am Markt ausleihen und verkaufen, um seinen Gewinn auf 50 Yen zu fixieren ( natürlich müssen dafür auch die entsprechenden Kosten abgezogen werden). Dieses pragmatische Kapital-Operationsmodell der Arbitrage stellt sicher, dass die Fondsrendite nicht in absolutem Sinne von den langfristigen Fundamentaldaten der Kundengesellschaft beeinflusst wird.
(Metaplanet finanziert den Bitcoin-Kauf über „den König der Tokio-Todes-Schraube“. Nur bis zum Bitcoin-Anstieg konnte man durch EVO am Leben gehalten werden?)
Obwohl es sich diesmal zwar um die Emission von „Anleihen“ handelt und EVO scheinbar keine Zinsen berechnet, sieht das nach kostenloser Unterstützung aus. Üblicherweise geht das jedoch mit einer nachgelagerten Ausübung der Optionsscheine (Warrant Exercise) einher, sodass EVO am Ende profitabel ist. Das führt außerdem dazu, dass sich die Gesamtzahl der Aktien bei Metaplanet erhöht und damit die Rechte der bestehenden Aktionäre verwässert werden. Allerdings scheint es mit Blick auf den aktuellen Aktienkurs von Metaplanet so, als wäre EVO möglicherweise auch seine letzte Lebenslinie.
Der Artikel „Metaplanet gibt 80 Milliarden Yen zinslose Anleihen aus, um Bitcoins zu kaufen“: Wer ist das hinter allem stehende EVO? Erstmals erschienen bei 鏈新聞 ABMedia.