
DoubleLine Capital CEO Jeffrey Gundlach, der wegen seines Rufes als „neuer Anleißenkönig“ bekannt ist, bestätigte am 18. Mai in der Fox-News-Sendung „Sunday Morning Futures“, dass Anleger bei der nächsten Sitzung der US-Notenbank keine Zinssenkung zu sehen bekommen werden; das DoubleLine-Modell zeigt, dass bei der nächsten CPI-Zahl die führende Ziffer mit einer 4 beginnen wird, und dass die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Ölpreise den Inflationsanstieg weiter anheizen werden.
Gundlachs zwei Kernthesen: bestätigte Datenlage
These 1: 2-jährige US-Staatsanleiherendite schließt Zinssenkungen aus
Gundlachs wörtliche Aussage bestätigt: „Meiner Ansicht nach ist eine Zinssenkung grundsätzlich unmöglich, wenn die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen etwa 50 Basispunkte über dem Federal-Funds-Zinssatz liegt.“ Er ergänzt: „Man ging ursprünglich davon aus, dass es in diesem Jahr zwei Zinssenkungen geben würde, aber der Inflationsmarkt macht nicht mit.“
These 2: DoubleLine-Modell prognostiziert CPI mit Startziffer 4
Gundlach bestätigt: „Das Modell von DoubleLine zeigt, dass die führende Ziffer des nächsten CPI-Index mit einer 4 beginnen wird.“ Hintergrunddaten: CPI im April 2026 mit +3,8% im Jahresvergleich (schnellster Wert seit Mai 2023), anhaltender Iran-Krieg treibt die Ölpreise weiter nach oben.
Bestätigende Kommentare für Aktienmarkt und Private Credit
Aktienmarkt: Gundlach sagt, die Aktienmarkt-Bewertungen seien „sehr hoch, sehr spekulativ, aber die Gewinne wachsen weiter deutlich“; er weist darauf hin, dass „wenn die US-Notenbank bei dem Inflationsproblem nichts unternimmt, der Aktienmarkt weiter nach oben schießt“, und ist der Ansicht, dass die anhaltend die Erwartungen übertreffenden Gewinne den derzeitigen spekulativen Hype zusätzlich anheizen.
Private Credit: Auf die Frage, ob er sich Sorgen mache, bestätigt Gundlach: „Natürlich mache ich mir Sorgen. Der Markt für Private Credit scheint immer neue Investoren zu brauchen – vielleicht liegt es einfach an der Gier der Initiatoren, die immer mehr Vermögenswerte verwalten wollen.“
Rohstoffe und Bitcoin: Gundlach sagt, er sei in den vergangenen drei Jahren „sehr, sehr bullisch“ bei Rohstoffen gewesen, und führt aus, dass wegen negativer Netto-Renditen bei Anleihen ein Teil des Interesses vom Bitcoin und anderen spekulativen Vermögenswerten abgezogen wurde; Anleger hätten neben Aktien sonst nur begrenzte Optionen.
Häufige Fragen
„CPI mit Ziffer 4“: Was bedeutet das, und welche Auswirkungen hat es auf die Politik der US-Notenbank?
Gundlachs Prognose lautet, dass die US-CPI-Jahresrate der nächsten Veröffentlichung auf über 4% steigen wird, gegenüber den zuletzt 3,8%. Wenn der CPI die Marke von 4% durchbricht, wird der politische und wirtschaftspolitische Spielraum für Zinssenkungen durch die US-Notenbank weiter eingeengt; zudem bedeutet das, dass Kevin Warsh nach seiner Übernahme möglicherweise vor noch komplexeren geldpolitischen Herausforderungen stehen könnte.
Warum ist eine 2-jährige US-Staatsanleiherendite höher als der Federal-Funds-Zinssatz ein Gegenindikator für Zinssenkungen?
Die Rendite 2-jähriger US-Staatsanleihen spiegelt üblicherweise die Markterwartungen für den Zinsverlauf der nächsten 2 Jahre wider. Wenn sie etwa 50 Basispunkte über dem aktuellen Federal-Funds-Zinssatz liegt, preist der Markt in der Praxis ein, dass „die Zinsen gleich bleiben oder steigen werden“, statt zu fallen; das widerspricht den Zinssenkungserwartungen vollständig und bildet für Gundlach das Kernargument dafür, warum Zinssenkungen „grundsätzlich nicht möglich“ seien.
Welche Herausforderungen stehen Kevin Warsh beim Amtsantritt als Fed-Vorsitzender bevor?
Laut Gundlachs Einschätzungen stehen Kevin Warsh bei seinem Amtsantritt vor mehreren Herausforderungen: CPI könnte auf über 4% steigen, der Iran-Krieg treibt die Ölpreise weiter nach oben, die ursprünglich erwarteten Zinssenkungen bleiben aus, und die hoch bewerteten Aktienmärkte bergen potenzielle Instabilitäten.