Laut einem Bericht von News.Bitcoin.com vom 28. April hat die zu der New Yorker Börse (NYSE) gehörende NYSE Arca einen Änderungsantrag für Rule 8.201-E (Generic) bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Die SEC veröffentlichte am 27. April eine Bekanntmachung und rief zur Stellungnahme auf. Der Kern des Vorschlags ist, für Krypto-ETF-Treuhandfonds eine quantitative „qualifizierte Vermögensschwelle“ festzulegen.
85%-Schwelle: Konkrete Definition qualifizierter Vermögenswerte
Der Kern der Vorschlagsbestimmungen lautet: Der Treuhandfonds mit einem Nettoinventarwert (NAV) muss mindestens 85% „qualifizierte Vermögenswerte“ halten, die die Regeln bereits ausdrücklich zulassen, darunter:
Waren (commodities)
warenbasierte Derivate (commodity-based assets)
Wertpapiere (securities)
Barmittel und Zahlungsmitteläquivalente (cash and cash equivalents)
Einhaltungsanforderungen: Der Emittent des Treuhandfonds muss die 85%-Schwelle täglich überwachen; fällt der Treuhandfonds unter die Schwelle, muss er NYSE Arca unverzüglich benachrichtigen. Wenn Derivate einbezogen werden, wird dies anhand des aggregierten Bruttonennwerts (aggregate gross notional) berechnet – das bedeutet, dass große Options- oder Futures-Positionen die Einstufung der Berechtigung beeinflussen können.
Anwendungs- und Nichtanwendungsbeispiele: BTC, ETH, SOL, XRP kommen durch, OTC-Optionen fliegen raus
News.Bitcoin.com hat konkrete Fallbeispiele zusammengestellt, die NYSE Arca bereitgestellt hat:
Anwendungsbeispiel: Ein Treuhandfonds, der 95% Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Solana (SOL) und Ripple (XRP) hält, erfüllt die 85%-Schwelle. Die Grundlage für die Qualifizierung dieser vier Vermögenswerte ist: „mindestens 6 Monate Aufzeichnung von Terminhandelsgeschäften in dem angegebenen Markt sowie das Vorhandensein entsprechender börsengehandelter Produkte (ETP)“.
Nichtanwendungsbeispiel: Ein Treuhandfonds, der Bitcoin plus „Bitcoin-ETF-OTC-Call-Optionen (OTC)“ hält. Wenn nach der Einbeziehung des OTC-Options-aggregierten Bruttonennwerts der Anteil qualifizierter Vermögenswerte nur noch etwa 71% beträgt, wird die 85%-Schwelle nicht erreicht.
Außerdem werden NFTs und Sammlerstücke (collectibles) ausdrücklich von der Definition „Waren“ ausgeschlossen, weil diese Art von Vermögenswerten bei der ursprünglichen Festlegung allgemeiner Standards nicht berücksichtigt wurde.
Weiteres: SEC-Prüfungsweg und Einholung von Stellungnahmen
Für Regelvorschläge von Selbstregulierungsorganisationen (SRO) hat die SEC drei Arten der Behandlungsmöglichkeiten: Genehmigung, Zurückweisung oder Eröffnung eines Prüfungsverfahrens (institute proceedings), ohne festen Zeitrahmen. News.Bitcoin.com berichtet, dass sich der derzeitige Vorschlag in der Phase der öffentlichen Konsultation befindet.
Die Position von NYSE Arca ist, dass die 85%-Schwelle „mit anderen ähnlichen warenbasierten ETPs übereinstimmt“. Wenn der Vorschlag schließlich genehmigt wird, wird dies eine Reihe allgemeiner Zulassungskriterien für Krypto-Treuhandfonds schaffen; Emittenten müssen dann nicht jeweils gesondert einen besonderen Antrag stellen – das wirkt sich strukturell auf den standardisierten Pfad für zukünftige verschiedene Altcoin-ETF-Modelle aus.
Der Artikel „NYSE Arca Vorschlag für Krypto-ETF: 85% qualifizierte Vermögensschwelle – BTC, ETH, SOL, XRP kommen durch“ erschien zuerst in Kettennews ABMedia.