
Reuters veröffentlichte am 14. Mai eine exklusive Meldung unter Berufung auf Aussagen von drei irakischen Sicherheits- und Militärbeamten, einem westlichen Beamten sowie zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen: Saudiarabische Kampfflugzeuge hätten im Irak gelegene, mit dem Iran verbundene Milizziele nahe der nördlichen Grenze zu Saudiarabien bombardiert; auch Kuwait habe Berichten zufolge Vergeltungsschläge gegen Stellungen irakischer Milizen ausgeführt.
Bekannte Details zu den saudischen Luftschlägen: Aussagen von Informanten
Laut der Reuters-Berichterstattung bestätigten die Aussagen von informierten Personen und einem westlichen Beamten Folgendes:
· Saudiarabische Kampfflugzeuge hätten Ziele irakischer, mit dem Iran verbundener Milizen nahe der nördlichen Grenze zu Saudiarabien angegriffen
· Der Angriff habe Orte zum Ziel gehabt, von denen aus zuvor Drohnen- und Raketenangriffe auf Saudiarabien und andere Golfstaaten erfolgt seien
· Ein westlicher Beamter sagte, ein Teil der Luftangriffe habe sich rund um die Zeit des US-Iran-Feuerstopps am 7. April ereignet
Reuters berichtete am Dienstag (13. Mai) zudem unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen, Saudiarabien habe während des Konflikts auch direkt Luftangriffe auf iranisches Territorium geflogen; drei Personen sagten, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ebenfalls ähnliche Angriffe auf den Iran durchgeführt.
Schläge in Richtung Kuwait: Bestätigtes und Unbestätigtes
Irakische Informanten hätten unter Berufung auf militärische Einschätzungen gesagt, dass mindestens zwei Raketenangriffe von kuwaitischem Territorium aus auf den Irak erfolgt seien:
· Ein Schlag habe im April Stellungen von Milizen im Süden des Irak getroffen und den Tod mehrerer Kämpfer zur Folge gehabt
· Der Angriff habe Einrichtungen zerstört, die von der vom Iran unterstützten Milizorganisation „Kataib Hezbollah“ für Kommunikations- und Drohnenoperationen genutzt würden
Reuters habe in der Berichterstattung ausdrücklich klargestellt: Derzeit könne nicht bestätigt werden, ob die von kuwaitischem Territorium abgefeuerten Raketen von kuwaitischen Streitkräften abgefeuert wurden oder von US-Streitkräften, die in großer Zahl vor Ort stationiert seien.
Reaktionen der Behörden: Bereits bestätigte Stellungnahmen bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Saudiarabische Diplomatiebehörde: erklärte, Saudiarabien „suche nach einer Deeskalation des Konflikts, Selbstdisziplin und der Wahrung der Stabilität der Region durch die Verringerung von Spannungen“, habe aber auf Fragen zu den Luftangriffen gegen den Irak nicht direkt geantwortet
US-Streitkräfte: lehnten eine Stellungnahme ab
Kuwaitisches Informationsministerium: habe bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Reuters-Anfrage nicht auf die Bitte um Stellungnahme reagiert
Irakische Regierung: habe bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Anfrage nicht reagiert
Sprecher von „Kataib Hezbollah“ (Irak): habe nicht umgehend auf die Anfrage reagiert
Kuwait habe während des Konflikts dreimal den irakischen Vertreter in Kuwait-Stadt einbestellt, um gegen grenzüberschreitende Angriffe zu protestieren sowie gegen den Vorfall, bei dem am 7. April der kuwaitische Konsulat in Basra von einem Angriff getroffen wurde; auch Saudiarabien habe am 12. April den irakischen Botschafter einbestellt, um gegen den Vorfall zu protestieren.
Häufige Fragen
Wie viele Personen sind die Quellen in Reuters exklusiver Berichterstattung und wie ist ihre Glaubwürdigkeit einzuschätzen?
Reuters habe für diese Meldung drei irakische Sicherheits- und Militärbeamte, einen westlichen Beamten sowie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen interviewt (darunter eine Person in den USA), insgesamt sechs unabhängige Quellen. Alle hätten aufgrund der Vertraulichkeit ihrer Informationen anonym bleiben müssen. Reuters habe außerdem erläutert, dass ein Teil der Informationen (einschließlich der Frage, wer die Raketen aus Kuwait abgefeuert hat) nicht unabhängig bestätigt werden könne.
Hat Kuwait bestätigt, dass es Angriffe auf den Irak durchgeführt hat?
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Reuters-Meldung vom 14. Mai 2026 habe das kuwaitische Informationsministerium nicht auf die Anfrage um Stellungnahme reagiert. Reuters habe ausdrücklich erläutert, dass nicht feststellbar sei, ob die von kuwaitischem Territorium abgefeuerten Raketen von kuwaitischen Streitkräften oder von den vor Ort stationierten US-Streitkräften abgefeuert wurden; die entsprechenden Aussagen in der Berichterstattung stammten aus militärischen Einschätzungen, auf die sich irakische Informanten berufen hätten.
Was war der Inhalt von Reuters’ früherer Berichterstattung über direkte Angriffe Saudiarabiens auf den Iran?
Reuters berichtete am Dienstag (13. Mai), drei mit der Angelegenheit vertraute Personen hätten gesagt, Saudiarabien habe während des Konflikts direkt Luftangriffe auf iranisches Territorium geflogen, um Angriffe auf Saudiarabien zu rächen – dies sei als die erste als bekannt beschriebene Luftangriffserie Riads auf iranisches Territorium dargestellt worden. Drei Personen hätten Reuters außerdem gesagt, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ebenfalls ähnliche Angriffe auf den Iran durchgeführt.