Tether hat Krypto-Assets im Wert von 213 Millionen US-Dollar eingefroren, die mit Gurhan Kiziloz verbunden sind, nachdem die brasilianische Regierung Vorwürfe wegen nicht gezahlter Glücksspielsteuern sowie wegen nicht registrierter digitaler Token-Angebote erhoben hatte, wie aus Eingaben und Durchsetzungsdokumenten hervorgeht. Die Sperre betrifft Bestände, die auf mehrere digitale Wallets verteilt sind, die mit den von Kiziloz betriebenen Gaming-Aktivitäten zusammenhängen, die er zwischen 2021 und 2024 betrieben hat. In diesem Zeitraum behaupten brasilianische Behörden, dass Steuerpflichten nicht erfüllt worden seien und dass Krypto-Verkäufe ohne regulatorische Genehmigung weitergelaufen seien.
Regulatorische Vorwürfe
Brasilianische Behörden haben die Token-Verkäufe als Verstöße gegen Anforderungen zur Registrierung von Wertpapieren eingestuft. Die Kombination aus Steuerstreitigkeiten und angeblichen Wertpapierverstößen schafft für Kiziloz ein doppeltes regulatorisches Risiko, während Behörden in beiden Bereichen zivilrechtliche Durchsetzung betreiben. Gaming-Plattformen, die unter der Kontrolle von Kiziloz liefen, verarbeiteten in dem umstrittenen Zeitraum erhebliche Aktivität, während Steuerfragen mit Regulierern weiterhin strittig blieben.
Rolle von Tether bei der Durchsetzung
Tether handelte auf Anfragen brasilianischer Behörden, die Gelder zu blockieren. Der Stablecoin-Emittent hat im Laufe des Jahres 2025 ähnliche Durchsetzungsmaßnahmen verarbeitet: Er fror 180 Millionen US-Dollar in anderen Fällen ein und hat seit Beginn seiner Compliance-Operationen insgesamt mehr als 3 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen Vermögenswerten angesammelt. In Eingaben wurde zudem festgehalten, dass mehrere Wallets genutzt wurden, um die eingefrorenen Gelder zu halten. Behörden identifizierten und zielten dabei jede Wallet einzeln an, um den umfassenden Freeze auszuführen.
Die Rolle von Tether bei der Durchsetzung zeigt die praktischen Realitäten der Krypto-Regulierung. Trotz der dezentralen Architektur der Technologie schaffen die Notwendigkeit, Bankbeziehungen und regulatorische Lizenzen aufrechtzuerhalten, Ansatzpunkte für staatliche Durchsetzung. Was theoretisch dezentral funktioniert, arbeitet in der Praxis steuerbar, sobald Compliance-Anforderungen aufkommen.
Rechtlicher Status
Der Freeze erfolgt als zivilrechtliche Maßnahme. Die Behörden haben im Zusammenhang mit den Vorwürfen keine strafrechtlichen Anklagen eingereicht. Die Maßnahme konzentriert sich auf die Rückgewinnung strittiger Steuerverpflichtungen und auf die Ahndung angeblicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze über regulatorische Kanäle – statt auf eine strafrechtliche Verfolgung.
Kiziloz hat nicht auf Anfragen zur Stellungnahme reagiert. Das Fehlen einer öffentlichen Erklärung oder einer in den Eingaben identifizierten Rechtsvertretung lässt die mögliche Verteidigungsstrategie, falls es eine gibt, unklar, während die Angelegenheit in den weiteren brasilianischen Regulierungsverfahren voranschreitet.