Die britische Finanzaufsichtsbehörde (FCA) hat kürzlich ihre erste Durchsetzungswelle gestartet und gemeinsam mit mehreren Strafverfolgungs- und Vollstreckungsbehörden Razzien in acht Orten in London durchgeführt, die angeblich für illegale Peer-to-Peer-(P2P)-Kryptowährungstransaktionen genutzt werden. Die Aktion soll Risiken durch Finanzkriminalität vorbeugen und ein klares Signal der britischen Behörden senden, die Aufsicht über nicht registrierte digitale-Asset-Aktivitäten zu verstärken.
Illegale Kriterien für Peer-to-Peer-Transaktionen
Peer-to-Peer-(P2P)-Kryptowährungstransaktionen bezeichnen den direkten Kauf und Verkauf digitaler Vermögenswerte zwischen Einzelpersonen, ohne dass eine zentrale Börse die Geschäfte vermittelt. Nach den derzeit in Großbritannien geltenden Vorschriften müssen Händler oder Plattformen, die solche Geschäfte im Inland betreiben, sich bei der Financial Conduct Authority (Financial Conduct Authority, FCA) registrieren. Die Aufsichtsbehörde stellt ausdrücklich fest, dass es derzeit in Großbritannien keine offiziell genehmigte registrierte Peer-to-Peer-Kryptowährungstransaktionsplattform gibt. Bei dieser gemeinsamen Aktion arbeitet die FCA mit der britischen Steuer- und Zollbehörde (HMRC) sowie der Einsatzgruppe für organisierte Kriminalität aus der Region Südwest (South West Regional Organized Crime Unit) zusammen, um gegen verdächtige rechtswidrige Örtlichkeiten Stop-Anordnungen zu erlassen und die beschlagnahmten Beweise in nachfolgende strafrechtliche Ermittlungen einzubeziehen.
Der Geschäftsführer für Durchsetzung und Marktaufsicht der FCA, Steve Smart, betonte, dass nicht registrierte Peer-to-Peer-Transaktionshändler illegal handeln und ein hohes Risiko für Finanzkriminalität bergen. Die Vollzugsbehörden gehen davon aus, dass fehlende Regulierung der Handelswege diese leicht zu Werkzeugen für Kriminelle machen kann, um Vermögenswerte zu verlagern, sich zu tarnen oder illegale Gelder zu verwenden. Auch die Einsatzgruppe für organisierte Kriminalität aus der Region Südwest erklärte, dass solche Plattformen möglicherweise die Transparenz des Finanzsystems untergraben. Mit Blick auf frühere Aufzeichnungen: Die FCA hatte im Juni 2024 gemeinsam mit der Polizei in London illegale Börsenbetreiber festgenommen und gegen Personen Anklage erhoben, die illegale Kryptowährungs-Automaten betrieben hatten. Das zeige, dass die Strafverfolgungsbehörden die Haltung im Kampf gegen illegale Finanzaktivitäten zunehmend verschärfen.
Der Partner der Kanzlei Gherson Solicitors LLP, Thomas Cattee, analysiert, dass die Durchsetzungsaktion zeigt, dass die FCA eine aktivere Strategie verfolgt. Selbst wenn das umfassendere Krypto-Regelwerk in Großbritannien noch nicht vollständig umgesetzt ist, befindet sich die Aufsichtsbehörde nicht länger in einer passiven Wartephase, sondern weitet den Durchsetzungsbereich aus und geht aktiv gegen Einzelpersonen und Organisationen vor, die an nicht registrierten Krypto-Asset-Aktivitäten beteiligt sind. Cattee ist der Ansicht, dass die FCA durch die horizontale Vernetzung mit unterschiedlichen Strafverfolgungsbehörden ihren Entschluss zeigt, illegalen Handel bereichsübergreifend zu verfolgen. Das spiegelt wider, dass die Aufsichtsbehörde, bevor der gesamte rechtliche Rahmen vollständig ist, vorrangig einschlägige Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung (Anti-Money Laundering) als Durchsetzungsinstrument einsetzt, um bestehende Gesetzeslücken zu schließen.
Großbritannien baut die Kryptoaufsicht schrittweise aus
Großbritannien baut derzeit schrittweise einen umfassenden Rahmen für die Regulierung von Kryptowährungen auf. Obwohl das vollständige System erst im Oktober 2027 offiziell in Kraft treten soll, plant die FCA, im September 2026 einen Lizenzantragskanal zu eröffnen. In dieser Übergangsphase befinden sich die meisten Krypto- Aktivitäten, abgesehen von Regeln zur Geldwäschebekämpfung und zu Finanzwerbung, weiterhin in einer regulatorischen Lücke. Die Aufsichtsbehörde bekräftigt, dass Kryptowährungen eine Hochrisiko-Anlage sind und Anleger angesichts des derzeit fehlenden vollständigen Schutzes potenzielle Verluste sorgfältig abwägen sollten. In Zukunft wird die Aufsichtsbehörde fortlaufend Gespräche über Krypto-Regeln führen und Unternehmen, die die Standards erfüllen, Registrierungslizenzen erteilen, um sicherzustellen, dass der Markt für digitale Vermögenswerte in einer kontrollierten Umgebung betrieben wird.
Der Artikel „Die erste Bekämpfung illegaler Peer-to-Peer-Kryptowährungstransaktionen durch die britische Finanzaufsichtsbehörde“ erschien zuerst bei der Kettennachrichten ABMedia.