US-Behörden ermitteln gegen ein thailändisches Unternehmen, das bei einem staatlichen KI-Förderprogramm in dem Land eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Verdächtigt wird, dass es Super Micro-Server (mit fortgeschrittenen Nvidia-KI-Chips) im Gegenwert von mehreren Milliarden US-Dollar von den USA nach China geschmuggelt hat. Alibaba ist dabei als einer von mehreren bekannten Endkunden genannt. Bloomberg fasst den Fall in einer Meldung vom 8. Mai zusammen: Das Schmuggelkonstrukt, das in den US-Behördenakten beschrieben wird, wurde von Super-Micro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw gemeinsam mit einem „Unternehmen in Südostasien“ sowie mehreren „wechselnden Drittvermittlern“ betrieben. Das südostasiatische Unternehmen wurde als OBON Corp mit Sitz in Bangkok identifiziert.
Schmuggelroute: US-Server über Taiwan nach Thailand gebracht, dort neu verpackt und anschließend nach China
Beschriebener konkreter Ablauf in den Dokumenten der Ermittler:
Erste Station: Super Micro baut in den USA Server mit Nvidia-Chips
Zweite Station: Weiterleitung über Taiwan
Dritte Station: Ankunft in Südostasien (Thailand: OBON Corp als Vermittler)
Neuverpackung: Die Server werden demontiert und anschließend in nicht gekennzeichnete Kisten neu verpackt, um US-Ausfuhrkontroll-Kennzeichnungen zu umgehen
Endziel: China
Diese Route nutzt Taiwan und Thailand als scheinbar legale Umschlagknoten und beseitigt durch die Neuverpackung die Identität der ursprünglichen US-Produkte. Sie ist ein typisches Schmuggelkonstrukt, um die US-Exportverbote für KI-Chips nach China zu umgehen.
Umfang: mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar an KI-Technologie; mehrere chinesische Kunden wie Alibaba als Endabnehmer
Die im Rahmen der aktuellen Untersuchung offengelegten konkreten Zahlen:
Gesamt-Schmuggelumfang: mindestens 2,5 Milliarden US-Dollar an US-amerikanischen KI-Technologieprodukten
Zeitraum von April 2025 bis Mitte Mai: mehr als 500 Millionen US-Dollar Produkte wurden versendet
Endkunden: Alibaba ist eines der bestätigten chinesischen Unternehmen
Rolle von OBON Corp: Bloomberg beschreibt das Unternehmen als eine Schlüsselrolle spielend im „nationalen KI-Programm“ in Thailand
Dass innerhalb von eineinhalb Monaten 500 Millionen US-Dollar versendet wurden, deutet darauf hin, dass das Schmuggelnetz über eine stabile Lieferkapazität verfügt und kein einmaliger Vorfall war. Auch dieses Versandvolumen zeigt, dass Chinas Bedarf an hochrangigen Nvidia-KI-Chips deutlich über der Menge liegt, die unter US-Kontrollen legal beschafft werden dürfte.
Im März: DOJ erhebt Anklage gegen 3 mit Super Micro verbundene Personen; Alibaba bestreitet
Der rechtliche Verlauf des Falls:
Das US-Justizministerium (DOJ) hat im März 2026 Super-Micro-Mitgründer Yih-Shyan Liaw, den Geschäftsmanager Ruei-Tsang Chang sowie den externen Auftragspartner Ting-Wei Sun angeklagt
Den drei Personen wird vorgeworfen, ein Vorhaben aufgebaut zu haben, „amerikanische Server über Taiwan nach Südostasien zu schicken und sie anschließend neu zu verpacken, um den Schmuggel nach China zu ermöglichen“
Alibaba bestreitet jede Verbindung zu diesem Schmuggelvorhaben und erklärt, dass es keine Geschäftsbeziehungen mit Super Micro, OBON Corp oder den Drittvermittlern gegeben habe
Nachverfolgbare konkrete Ereignisse im Anschluss: Veröffentlichung weiterer Gerichtsunterlagen im Zusammenhang mit der vom DOJ erhobenen Anklage, offizielle Reaktionen von OBON Corp und der thailändischen Regierung zu dem Fall, ob Alibaba zu der Identität als einer der „mehreren Endkunden“ weitere Angaben einreichen wird, sowie eine zweite Überprüfung der USA zu den Umschlagknoten in Taiwan (Taiwan wird in diesem Fall als genutzter Zwischenstopp eingesetzt, nicht als aktiver Beteiligter).
Der Artikel „US ermittelt wegen Schmuggel von Nvidia-Chips an Alibaba: Thailand OBON als Vermittler, Super-Micro-Topmanager im März angeklagt“ erschien zuerst auf 链新闻 ABMedia.