Der US-Präsident Trump veröffentlichte am 28. April um 16:13 UTC über den offiziellen X-Account des Weißen Hauses einen Beitrag und behauptete, der Iran habe die USA darüber informiert, sie befänden sich in einem „State of Collapse“ („Zustand des Zusammenbruchs“) und forderte, dass die USA „den Ärmel (bzw. die Straße) von Hormuz so bald wie möglich wieder öffnen“ sollen („Open the Hormuz Strait, as soon as possible“).
Originalauszug der Erklärung von Trump: „Der Iran befasst sich mit Problemen in der Führungsebene“
Vollständiges Zitat des Weißen Haus-Accounts von Trumps Aussage: „Iran has just informed us that they are in a ‘State of Collapse.’ They want us to ‘Open the Hormuz Strait,’ as soon as possible, as they try to figure out their leadership situation (Which I believe they will be able to do!)“
Übersetzung: „Der Iran hat uns gerade mitgeteilt, dass er sich in einem ‚Zustand des Zusammenbruchs‘ befindet. Sie wollen, dass wir die ‚Straße von Hormuz‘ so schnell wie möglich ‚öffnen‘, während sie versuchen, ihre Situation mit der Führungsebene zu klären (ich glaube, dass sie das hinbekommen werden!).“
Iran bestätigt nicht, das Weiße Haus erläutert keine Kommunikationswege, Rubio bleibt skeptisch
Laut mehreren US-Medienberichten wie Axios, The Hill, USNews etc. gibt es bei dieser Aussage drei Punkte, die noch geklärt werden müssen:
Der Iran hat diese Behauptung vor Redaktionsschluss nicht bestätigt
Das Weiße Haus hat nicht erläutert, über welchen Kommunikationskanal die Nachricht übermittelt wurde, wer auf iranischer Seite der Absender ist, und hat auch nicht auf Medienanfragen geantwortet
Die Grundlage für Trumps Aussage ist unklar („It’s unclear what Trump is basing his comments on“)
Noch wichtiger ist, dass der Außenminister (Marco Rubio) am 27.4. im Rahmen eines Interviews mit Fox News gegenüber einem Vorschlag, den die jüngst der Iran zur Aufhebung der Blockade der Straße gemacht hatte, skeptisch blieb: „Die Bedeutung von dem, was sie ‚die Straße öffnen‘ nennen, ist: ‚Die Straße kann geöffnet werden, aber du musst dich mit dem Iran abstimmen und unsere Zustimmung einholen, sonst werden wir dich bombardieren und dir dafür Gebühren berechnen.‘“
Im Kontext hat der Iran in der Tat in jüngster Zeit ein Vorgehen vorgeschlagen, bei dem zunächst die Blockade der Straße aufgehoben und dann über das Nuklearthema verhandelt wird, doch beide Seiten haben sich bislang nicht über Kanäle und Bedingungen verständigt.
Hintergrund für den Ölmarkt: Brent bricht über 110, UAE kündigt am selben Tag Rückzug aus OPEC an
Die vorliegende Aussage fällt in einen Zeitpunkt, in dem sich mehrere Marktdruckfaktoren überlagern:
Der Krieg des Iran ist bereits in die neunte Woche eingetreten
Die Straße von Hormuz befindet sich faktisch in einem Blockadezustand, wodurch Golfölproduzenten die Förderung deshalb um etwa 9,1 Millionen Barrel/Tag stoppen (Schätzung von OilPrice)
Brent notiert über 110 US-Dollar/Barrel, WTI liegt bei 100.20 US-Dollar, Tagesplus +3.83 US-Dollar (+3.97%)
Am selben Tag kündigt auch die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) den Rückzug ab 5/1 aus OPEC und OPEC+ an, wodurch OPEC das drittgrößte Förderland verliert
Für den Markt ist das Gewicht der Trump-Postingsnachricht nicht „dass das iranische Regime bereits gestürzt ist“, sondern „dass auf Ebene des Weißen Hauses nach außen Signale für Verhandlungsfortschritte freigegeben werden“. Zu den Beobachtungspunkten für die Zukunft zählen, ob der Iran offiziell reagiert, ob die US-Seite irgendwelche Details zu Kommunikationskanälen bereitstellt, und ob der Ölmarkt, bevor sich der Iran positioniert, im Voraus Preise festlegt.
Dieser Artikel „Trump sagt über das Weiße Haus, der Iran befinde sich im ‚Zusammenbruch‘ und fordere, die Straße von Hormuz wieder zu eröffnen: Iran bestätigt nicht“ erschien erstmals in der Kettennachrichtenplattform ABMedia.