US-BIP im 1. Quartal 2,0 %, Kern-PCE im März 3,2 % auf dem höchsten Stand seit 3 Jahren

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Das US-Wirtschaftsministerium, Bureau of Economic Analysis (BEA), veröffentlichte am 30. April zeitgleich den Bericht mit den Schätzungen zum US-BIP für das 1. Quartal 2026 sowie den Preisindex zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) für März. Das Q1-BIP-Wachstum im Jahresvergleich (annualisiert) liegt nur bei 2,0% und damit unter den Markterwartungen von 2,2-2,3%, aber deutlich über den 0,5% im Q4 2025; die Kern-PCE-Teuerungsrate stieg im Jahresvergleich auf 3,2% und im Monatsvergleich auf 0,3% und erreichte damit ein 3-Jahres-Hoch. Der iranische Krieg treibt die Energiepreise nach oben und ist der Hauptgrund für die sich wieder beschleunigende Inflation, was die Lage der US-Notenbank Fed zusätzlich erschwert.

Q1-BIP 2,0% unter Erwartung: Investitionen, Exporte und Staatsausgaben ziehen an, Konsum verlangsamt sich

Die von der BEA veröffentlichten Q1-Advance-Estimates zeigen, dass das reale BIP im 1. Quartal 2026 annualisiert um 2,0% gewachsen ist, gegenüber 0,5% im Q4 2025 zwar deutlich schneller, aber weiterhin unter den Markterwartungen von 2,2-2,3% bleibt. Der Wachstumsimpuls kommt vor allem aus vier positiven Beiträgen: Investitionen (Ausrüstung, geistiges Eigentum, Lagerbestände), Exporte (angetrieben durch Computer und Peripheriegeräte), Konsumausgaben (z. B. Gesundheitsdienste), staatliche Ausgaben (starker Anstieg bei den bundesstaatlichen Nicht-Verteidigungsausgaben); negative Effekte entstehen durch den gleichzeitigen Ausbau der Importe.

„Real final sales to private domestic purchasers“ wächst um 2,5%, nach 1,8% im Q4 beschleunigt, was darauf hindeutet, dass die zugrunde liegende private Nachfrage weiterhin robust ist. Das BIP-Preisniveau im Q1 annualisiert 3,6% und der PCE-Preisindex annualisiert 4,5% (Kern 4,3%) liegt jedoch auf einem hohen Niveau, was zeigt, dass der Inflationsdruck deutlich zugenommen hat und es sich nicht nur um eine Wachstumsgeschichte handelt.

März-Kern-PCE im Jahresvergleich 3,2%, im Monatsvergleich 0,3%: Iran-Krieg treibt Energiepreise, 3-Jahres-Hoch

Die Monatsdaten für März zeigen, dass die gesamte PCE-Inflationsrate im Jahresvergleich auf 3,5% springt. Die Kern-PCE (ohne Lebensmittel und Energie) beschleunigt von 3,0% im Februar auf 3,2% und steigt im Monatsvergleich um 0,3%. Das ist das höchste Niveau für Kern-PCE-Inflation seit 2023 und spiegelt wider, dass die Auswirkungen des iranischen Konflikts, der Ende Februar begonnen hat, auf die weltweiten Energiepreise bereits systematisch bis zur Konsumseite durchschlagen.

Obwohl die Kern-PCE die direkten Auswirkungen der Energie preisauslösenden Faktoren ausschließt, breiten steigende Energiepreise den Effekt über drei Kanäle (Transport, Rohstoffe, Produktionskosten) auf die Endpreisbildung von Nicht-Energie-Gütern und -Dienstleistungen aus. Dadurch kommt es zu einem Aufflammen der „sticky inflation“. Das Ereignis, dass Brent-Rohöl am 29.4. zeitweise die Marke von 114 US-Dollar überstieg und WTI um 3,3% zulegte, lässt sich in der Größenordnung direkt den Q1-Werten des PCE annualisiert 4,5% zuordnen.

Fed-Lage: Wachstum nicht erreicht, Inflation beschleunigt – am 29.4. bereits beschlossen, abzuwarten

Die Veröffentlichung dieser GDP- und PCE-Daten fällt genau auf den Moment, in dem die Fed am 29.4. bei der Zinssitzung beschloss, unverändert zu bleiben und die Spanne von 3,5-3,75% beizubehalten – einen Tag zuvor. Die Argumentation der Fed, am 29.4. „keine Zinssenkung“ vorzunehmen, wurde unter den neuen Daten weiter verstärkt: Der Aufwärtstrend der Inflation ist noch nicht beendet, das Wachstum liegt zwar unter den Erwartungen, fällt aber nicht in eine Kontraktion; damit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni, die der Markt ursprünglich eingepreist hatte, deutlich.

Aus Sicht des Fed-Doppelmandats (dual mandate) prallen derzeit zwei Kräfte direkt aufeinander: „Wachstum unter den Erwartungen → sollte senken“ und „Inflation über dem Zielwert und beschleunigt → sollte erhöhen oder zumindest beibehalten“. Die am 29.4. in der Fed-Entscheidung aufgetretene Spaltung von 4 Stimmen (als letzte Entscheidung unter Powell) hat gezeigt, dass sich die Debatte über den geldpolitischen Kurs weiter zuspitzt. Der nächste Beobachtungspunkt ist der Arbeitsmarktbericht für April am 9. Mai: Wenn die Arbeitslosenquote auf 4,5% oder höher zurückkehrt, werden die Argumente der Tauben (d. h. für Lockerung) deutlich stärker. Bleibt sie dagegen um 4,2% herum, wird die Fed sehr wahrscheinlich bis zur Sitzung im Juli abwarten, bevor es eine politische Maßnahme gibt.

Dieser Artikel „US Q1-BIP 2,0%, Kern-PCE im März 3,2% – 3-Jahres-Hoch“ erschien erstmals in Chain News ABMedia.

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