Der Traditionsbuchhandelsmarke Barnes & Noble (Barnes & Noble) ist nach den Auswirkungen des Konkurrenten Amazon und einer privaten Restrukturierung gelungen, dank der #BookTok-Leser-Community auf TikTok wieder eine klare Positionierung zu finden. Der Mutterkonzern Elliott Investment Management bereitet nun eine Börsennotierung vor – bei einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar.
Barnes & Noble findet den Wert von Büchern zurück
Der Wendepunkt im Schicksal von Barnes & Noble fiel auf das Jahr 2019. Nachdem CEO James Daunt das Ruder übernommen hatte, verwarf er konsequent das alte Muster zentraler Vorgaben aus dem Hauptquartier und ließ stattdessen die Auswahl der Bücher federführend von den Filialleitern steuern, damit jede Buchhandlung stärker an die Vorlieben der lokalen Leser angepasst ist. Diese Veränderung stellte das zuvor durch den Verkauf zu vieler Spielwaren und Haushaltswaren unscharf gewordene Markenbild wieder her: Durch das Kürzen von Auslagen, die wenig mit Lesen zu tun hatten, sowie die Aufnahme von Schreibwaren-Auswahlprodukten von Paper Source ist Barnes & Noble erfolgreich zu seinem professionellen Kern zurückgekehrt und die Buchhandlung als einen Sinnesraum geformt worden, den ein digitaler Algorithmus nicht ersetzen kann.
Überraschende TikTok-Hilfe durch #BookTok
Obwohl Amazon im Buchmarkt einen sehr hohen Anteil hat, wurde Barnes & Noble von Social-Plattformen unerwartet in den Fokus gerückt und gewinnt dadurch Rückenwind für den Buchverkauf. Inhalte mit dem Hashtag #BookTok auf TikTok haben weltweit bereits über 370 Milliarden Aufrufe gesammelt – und Bücherkauf ist damit zu einer gemeinschaftlichen Aktivität mit hohem Mitmachfaktor geworden. Eine Umfrage zeigt, dass unter der digital nativen jüngeren Zielgruppe (16 bis 24 Jahre) rund 70 % der Leser den Haptik von Printbüchern bevorzugen. Barnes & Noble zieht junge Leser, die Wert auf Identität und innere Erfahrung legen, erfolgreich an, indem es Buchreihen empfiehlt, die von lokalen Mitarbeitenden vorgestellt werden, Podcasts betreibt und die Filialen zu einem Treffpunkt mit Kaffee- und Buchduft macht – so wird die Buchhandlung zu einem lebendigen Ort für die Jugend.
Filialen werden aktiv ausgebaut – Grundlage für den Börsenplan
Mit Unterstützung der Beratungsfirma Elliott zeigt Barnes & Noble eine starke Expansionsdynamik: Im Jahr 2023 eröffnete Barnes and Noble rund 30 neue Läden, in 2024 und 2025 jeweils über 60 weitere Filialen; für 2026 ist geplant, im selben Ausbautempo weiterzumachen. Insider zufolge haben Barnes & Noble und Waterstones letztes Jahr zusammen einen Umsatz von etwa 3 Milliarden US-Dollar erzielt, die Gewinne beliefen sich auf 400 Millionen US-Dollar. Bereits ausgewählte Kooperationsbanken sollen im zweiten Halbjahr 2026 den ersten Börsengang (IPO) in New York oder London durchführen.
Trotz des Erfolgs von Barnes & Noble, den Wettbewerb mit Amazon zu überleben – sogar indem es Teile von Amazons beendeten stationären Ladengeschäften übernommen hat – bleibt eine erneute Börsennotierung mit Herausforderungen verbunden. Strenge Anforderungen des Kapitalmarkts an das Quartalswachstum könnten mit der derzeit beworbenen Philosophie „lokale Eigenständigkeit“ kollidieren; jedoch ist Daunt der Ansicht, dass der Aufstieg von Amazon den Wandel stationärer Buchhandlungen sogar beschleunigt und Bücherliebhaber noch stärker zusammenschweißt, um die eigene lokale Kultur zu unterstützen. Aktuell konzentriert sich Barnes & Noble darauf, den Markt der hochloyalen Viel-Leser zu bearbeiten, und belegt durch die Stärkung der einzigartigen humanistischen Erlebniswelt stationärer Buchhandlungen, dass ein Retail-Modell mit Wärme auch im Zeitalter der Automatisierung weiterhin einen hohen kommerziellen Wert sowie ein erhebliches Gewinnpotenzial besitzt.
Dieser Artikel „Der Traditionsbuchhändler Barnes and Noble kehrt sein Schicksal um und will mit einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar an die Börse gehen“ erschien zuerst auf Chain News ABMedia.