Der neueste Quartalsbericht von Intel zeigt, dass sowohl der Umsatz als auch der Gewinn die Markterwartungen übertroffen haben. Das hat das Vertrauen in den Bereich der Chip- und Halbleiterproduktion wieder gestärkt. NVIDIA (NVIDIA, NASDAQ: NVDA) wurde dadurch ebenfalls beflügelt: Der Kurs sprang am Freitagmittag nach US-Ostzeit um 4,9 %, bis zum Stand der Datenerhebung liegt der Kurs aktuell bei 209,08 USD je Aktie. Dies zeigt, dass Intel zwar mit NVIDIA im Wettbewerb steht, die starken Geschäftszahlen von Intel jedoch von den Investoren als ein Indikator dafür gesehen werden, dass die Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz weiterhin solide bleibt, und nimmt damit die Angst vor einer Aufblähung aller KI-Blasen. Das treibt die Entwicklung der entsprechenden Branchen deutlich an.
Intels Ergebnisse liegen deutlich über den Markterwartungen
Laut den am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlichten Finanzdaten von Intel liegt das prognostizierte Ergebnis je Aktie (Earnings Per Share, EPS) bei 0,29 USD und damit deutlich über den zuvor von Analysten erwarteten 0,01 USD. Beim Umsatz liefert Intel ein Ergebnis von 13,6 Mrd. USD ab, besser als die Markterwartung von 12,4 Mrd. USD. Obwohl Intels Marktanteil im GPU-Markt noch nicht mit NVIDIA mithalten kann, stieg der Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich um 7 %, und es wird erwartet, dass er im zweiten Quartal bei etwa 5 % Wachstum im Quartalsvergleich gehalten wird. Diese Daten spiegeln wider, dass die Dynamik bei dem Update der Rechenzentren und Rechenleistung nicht zum Stillstand gekommen ist. Für die gesamte Halbleiterbranche ist dies ein Signal zur Entschärfung von Wachstumssorgen und stützt damit die Kursentwicklung in den relevanten KI-Branchen.
NVIDIA-Investoren achten auf Wachstumsdynamik im KI-Markt
Der Kurs von NVIDIA hat sich in den vergangenen drei Jahren kumuliert um 650 % erhöht und ist damit zu einer Leit-„Signal“-Aktie im KI-Boom geworden. Seine GPU-Chips sind inzwischen zur Standardausstattung für die Berechnung großer Sprachmodelle geworden. Allerdings gibt es in letzter Zeit im Markt Sorgen bezüglich des „Input-Output-Verhältnisses“: Vor allem deshalb, weil die nachgelagerten Kunden enorme Summen in den Kauf hochpreisiger Chips sowie in den Aufbau von Rechenzentren investieren und der direkte Gewinn aus KI-Services kurzfristig relativ begrenzt ist. Für NVIDIA-Investoren liegt der Fokus besonders auf jeglichen Hinweisen auf eine Verlangsamung des Branchenwachstums. Die Wachstumsergebnisse von Intel bestätigen in gewissem Maße, dass selbst bei einer nicht symmetrischen Wettbewerbsstruktur in der Branche die Nachfrage nach grundlegender Rechenleistung-Hardware weiterhin positiv bleibt. Das reduziert die Marktsorgen vor einer „Blasenbildung“ der KI.
KI-Sektor wird weiter ausgebaut, und die Zukunftsaussichten für NVIDIAs Gewinne sind optimistisch
Derzeit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis von NVIDIA bei ungefähr 41, was die hohe Erwartung des Marktes widerspiegelt. Analysten prognostizieren, dass die Gewinn-Wachstumsrate des Unternehmens in den nächsten fünf Jahren bis zu 40 % erreichen kann. Solch hohe Bewertungsmultiples werden üblicherweise auf eine extrem stabile Nachhalteigenntwicklung aufgebaut. Der Finanzbericht von Intel wird nicht nur als Leistung eines einzelnen Unternehmens verstanden, sondern auch als wichtiger Leitindikator vor der Veröffentlichung des NVIDIA-Finanzberichts im nächsten Monat. Wenn Intel im Bereich traditionelles Computing und Rechenzentrums-Geschäft Wachstum erzielen kann, deutet das darauf hin, dass die Investitionsausgaben (CapEx) für High-Performance-Computing (HPC) noch nicht gekürzt wurden. Anleger leiten daraus ab, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass NVIDIA in den kommenden Berichtszyklen eine starke Nachfrage aufrechterhält, was die Kursresilienz trotz eines hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisses stützt.
Obwohl NVIDIA und Intel im Bereich KI-Chips in Konkurrenz zueinander stehen, zeigt sich derzeit bei beiden vor allem eine positive sektorale Kopplung.
Warum treiben diese guten Nachrichten über Intel die Aktie von NVIDIA so stark nach oben? Erstmals erschienen auf Kettennews ABMedia.