25 weitere Banken haben sich Qivalis angeschlossen, einer europäischen Stablecoin-Initiative, die inzwischen von 37 Finanzinstituten in 15 Ländern unterstützt wird. Das Projekt spiegelt die wachsenden Bemühungen europäischer Kreditgeber wider, eine blockchainbasierte Zahlungsinfrastruktur aufzubauen, die unabhängig von in den USA dominierten Netzwerken ist.
- Kernaussagen:
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- Qivalis hat 25 Banken hinzugefügt und damit 37 Institutionen in 15 europäischen Ländern erreicht.
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- ING und BNP Paribas unterstützen Euro-Stablecoins, um die Dominanz von $190B Tether entgegenzuwirken.
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- Qivalis plant später in 2026 den Start eines an den Euro gekoppelten Stablecoins für Onchain-Zahlungen.
Europäische Banken erweitern Qivalis auf 37 Mitglieder in 15 Ländern
Ein wachsendes Bündnis europäischer Banken treibt die Bemühungen voran, einen eurogestützten Stablecoin auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig suchen Finanzinstitute in der gesamten Region nach einer stärkeren Position im sich entwickelnden Markt für digitale Zahlungen.
Das Qivalis-Konsortium teilte mit, dass 25 weitere Banken der Initiative beigetreten sind. Damit steigt die Gesamtzahl der Mitglieder auf 37 Finanzinstitute, die sich über 15 Länder erstrecken. Zu den neuen Teilnehmern zählen große Kreditgeber wie ABN Amro, Rabobank, Sabadell, Bankinter, Bank of Ireland, Handelsbanken und Nordea.
Das in Amsterdam ansässige Projekt, das letztes Jahr gegründet wurde, zählte bereits ING, BNP Paribas und BBVA zu seinen Mitgliedern. Das Konsortium plant, in diesem Jahr einen digitalem Währungsausgabe-Start mit Euro-Kopplung einzuführen.
Die Initiative ist eine strategische Reaktion auf die zunehmende Dominanz von in den USA ansässiger Zahlungsinfrastruktur und dollarbasierten Stablecoins im globalen digitalen Finanzwesen.
„Der Euro ist die Währung Europas, und die Onchain-Finanzinfrastruktur sollte ihn tragen“, sagte Qivalis-CEO Jan-Oliver Sell in einer Erklärung. „Sie muss von europäischen Institutionen aufgebaut und nach europäischen Regeln gesteuert werden.“
Der Vorstoß spiegelt breitere Bedenken unter europäischen Entscheidungsträgern und Banken wider, dass ein Großteil der entstehenden Blockchain-Ökonomie außerhalb der Region geformt wird. Stablecoins, die an den US-Dollar gebunden sind – insbesondere solche, die von Tether und Circle ausgegeben werden – dominieren den Markt inzwischen mit rund 190 Milliarden US-Dollar bzw. 77 Milliarden US-Dollar in Umlauf.
Europäische Banken sehen blockchainbasierte Zahlungen und tokenisierte Vermögenswerte zunehmend als einen Bereich, den sie nicht ignorieren können. Die Branche bewegt sich hin zu einem Finanzmodell, in dem Vermögenswerte wie Anleihen, Einlagen und Immobilien künftig direkt auf Blockchain-Netzwerken gehandelt werden könnten.
Euro-Stablecoin-Nachfrage bleibt begrenzt
Qivalis will europäische Institutionen in den Mittelpunkt dieser Umstellung rücken – statt sich auf Infrastruktur zu verlassen, die von ausländischen Firmen oder kryptonativen Unternehmen kontrolliert wird.
Dennoch bleibt die Nachfrage nach eurogekoppelten Stablecoins im Vergleich zu dollarbasierten Alternativen relativ begrenzt.
Eines der wenigen bestehenden Beispiele ist der EURCV-Stablecoin von Société Générale, der 2023 gestartet wurde und bisher nur auf rund 122 Millionen US-Dollar (105,6 Millionen Euro) in Umlauf kommt. Zum Vergleich: Dollar-gestützte Stablecoins sind inzwischen tief in den globalen Krypto-Handel, das dezentrale Finanzwesen und grenzüberschreitende Zahlungen integriert.
Gleichzeitig sind europäische Regulierer bei Stablecoins vorsichtiger vorgegangen als US-Behörden. Im Fokus stehen dabei Compliance, die Aufsicht über Reserven und die monetäre Souveränität.
Ob eurogestützte Stablecoins ein bedeutendes Skalierungsniveau erreichen können, bleibt ungewiss. Doch die schnelle Ausweitung des Konsortiums deutet darauf hin, dass der Bankensektor in Europa nicht länger bereit ist, im globalen Wettrennen um den Aufbau digitaler Finanzinfrastruktur nur passiver Beobachter zu bleiben.