AI-Startup Cluely, Mitbegründer und CEO Roy Lee, gab kürzlich auf der Social-Manguage-Plattform X zu, dass die früher gegenüber den Medien gemeldeten Unternehmensumsätze nicht der Wahrheit entsprachen. Er sagte, die im Sommer letzten Jahres gegenüber TechCrunch genannten 7 Millionen US-Dollar jährliche wiederkehrende Einnahmen (ARR) seien eine erfundene Zahl gewesen, und erklärte, dies sei seine einzige öffentliche Lüge gewesen, weshalb er diese nun offiziell zurückzieht.
Medienreaktion: Das war ein PR-gesteuertes Interview von Cluely
Roy Lee erklärte auf X, dass er damals nur einen Anruf von einer unbekannten Person erhalten habe, die nach den Umsätzen gefragt habe. Er habe aus der Laune heraus eine Zahl genannt, ohne zu wissen, dass daraus ein Artikel entstehen würde. Doch Berichte zeigen, dass dieser Anruf von der PR-Abteilung von Cluely initiiert wurde, die TechCrunch kontaktiert hatte, um ein Interview zu arrangieren.
Laut Marina Temkin, einer Reporterin bei TechCrunch, hatte die PR-Abteilung von Cluely am 27. Juni 2025 um 8:38 Uhr eine E-Mail verschickt, in der vorgeschlagen wurde, Roy Lee für ein Interview zu gewinnen. In der E-Mail hieß es: „Wir freuen uns, Roy für ein Interview zu arrangieren, um entweder die nächste Entwicklungsphase von Cluely zu besprechen oder seine neuen Ansichten zur Produktvision zu teilen.“
Temkin stimmte dem Interview zu, die PR-Abteilung stellte auch Lees Telefonnummer bereit und bestätigte, dass er informiert war und auf den Anruf wartete. Nach mehreren Versuchen nahm Lee den Anruf entgegen und führte das vorab geplante Interview.
Das auf „Cheat-Tools“ basierende Startup Cluely wurde durch Skandale bekannt
TechCrunch zeigte Interesse an Cluely, weil das Unternehmen im Sommer 2025 im Internet viral ging. Das Produkt von Cluely wurde als „Cheat-on-everything“-Tool bezeichnet, das Nutzern erlaubt, bei Videoanrufen heimlich Antworten zu recherchieren, ohne entdeckt zu werden.
(Der Online-Interview-Betrug: Wie Cluely AI Interviewer täuscht und das Rekrutierungsmodell verändert)
Dieses Startup ist von Anfang an kontrovers gewesen. Lee schrieb auf X, dass er und die Mitbegründer wegen der Entwicklung eines Tools, das Softwareingenieuren beim Betrügen während Vorstellungsgesprächen hilft, von der Columbia University suspendiert wurden. Dieser Beitrag wurde schnell viral und machte Cluely zu einem Thema in der Silicon Valley Startup-Szene. Später wurde die Technologie kommerzialisiert und als Cluely auf den Markt gebracht. Das Produkt wurde als Werkzeug positioniert, mit dem Online-Kandidaten oder jeder andere in Gesprächen heimlich Antworten nachschlagen können.
Cluely setzt die „Black-Hat-Strategie“ in die Tat um
Cluely ist auch wegen seiner kontroversen Marketingstrategie immer wieder in den Nachrichten. Das Unternehmen nutzt gezielt kontroverse Inhalte (Rage-Bait-Marketing), um Traffic und neue Nutzer zu gewinnen, und wurde zu einem populären Fall in der Silicon Valley Startup-Diskussion. Roy Lee sagte sogar auf der TechCrunch Disrupt 2025, dass solche umstrittenen Marketingmethoden in der Frühphase tatsächlich schnell Nutzer anziehen können.
(Der beste Fall für virales Marketing: Wie der Gründer von Cluely in drei Monaten 15 Millionen US-Dollar einsammelte)
Er riet den Gründern damals: „Eine Sache, die ich gelernt habe, ist, dass man seine Umsatzzahlen niemals öffentlich machen sollte.“ Nach dem Skandal um die gefälschten Umsätze veröffentlichte er jedoch auf Twitter die Stripe-Oberfläche, um zu beweisen, dass das Unternehmen tatsächlich Einnahmen hat. Heute hat Cluely das Produkt neu ausgerichtet und es in ein KI-Meeting-Notiz-Tool umgewandelt.
Dieser Artikel, der durch virales Marketing in Silicon Valley bekannt wurde, trägt den Titel „Cluely-Gründer gesteht falsche Umsatzzahlen“ und erschien zuerst bei ABMedia, Chain News.