WBC Das tschechische Team besteht hauptsächlich aus Feuerwehrleuten und anderen Quereinsteigern, die aus reiner Liebe zum Sport teilnehmen. Der Cheftrainer hofft, „den Krieg durch Sport zu ersetzen“ und die Werte des Sports zu zeigen. Obwohl die Meinungen in der Wissenschaft darüber auseinandergehen, ist die gezeigte Geisteshaltung bereits bewegend.
Im Rahmen der Weltmeisterschaft im Baseball 2026 (WBC) haben die meisten Spieler der tschechischen Nationalmannschaft andere Hauptberufe, darunter Feuerwehrmann Martin Schneider, Immobilienmakler Marek Minarik und Ingenieure. Nur wenige sind Profibaseballspieler.
Der Cheftrainer Pavel Chadim, der diese Amateurtruppe anführt, gab nach dem Spiel gegen Taiwan ein Interview und teilte seine Erkenntnisse über den Geist des Sports:
„Wenn Sport den Krieg auf der Welt ersetzen könnte. Wenn man die Sehnsucht der Menschen nach Wettbewerb zwischen Nationen durch Sport ausdrücken kann, ist das die große Kraft des Sports.“
Im Vergleich zu Ländern mit professionellen Baseball-Ligen sind die tschechischen Spieler von echter Leidenschaft für den Sport geprägt.
In einem vor dem WBC veröffentlichten Interviewvideo wurde erwähnt, dass in Tschechien hauptsächlich Fußball, Eishockey und Volleyball populär sind. Baseball ist dort nur eine Nischensportart.
Unter diesen Umständen wählen die Spieler, die früh mit Baseball begonnen haben, ihre Leidenschaft für den Sport. Sie berichten, dass alle nebenbei Vollzeit arbeiten und es sehr schwierig ist, Familie, Beruf und Training unter einen Hut zu bringen. Daher sehen sie Baseball als Lebensstil, um Balance zwischen Familie und Arbeit zu finden.
Die Spieler betonen, dass ihr Ziel beim Baseball nichts mit Geld zu tun hat, sondern rein aus Liebe zum Sport und der Bereitschaft, dafür zu kämpfen. Sie lachen auch selbst darüber, eine Gruppe von Baseball-Enthusiasten zu sein.
Bildquelle: Offizieller Kanal des WBC In Tschechien ist Baseball nur ein Nischensport
Außerdem, da die meisten Mitglieder des tschechischen Teams schon in jungen Jahren gemeinsam gespielt und zusammen gewachsen sind, empfinden sie ihre Beziehung zueinander als mehr als nur Teamkameraden. Sie sehen das Team als eine große Familie.
Die Spieler hoffen, durch die Teilnahme an den Weltmeisterschaften zu beweisen, dass europäischer Baseball auch in der Weltspitze eine Rolle spielen kann, und träumen groß davon, dass auch kleine Länder große Überraschungen schaffen können.
Im letzten WBC schaffte es Ondrej Satoria, einen Top-Star wie Shohei Ohtani zu strikeen. Auch wenn sie diesmal nicht die Top 8 erreichten, erzielten sie im Spiel gegen Südkorea 4 Punkte.
Doch in der Wissenschaft gibt es vielfältige Diskussionen und Analysen zur Beziehung zwischen Sport und Krieg.
Der Wissenschaftler Gerald Early vom Washington Center for Human Studies wies vor Jahren darauf hin, dass die Ansicht, hochintensive sportliche Wettkämpfe könnten Krieg ersetzen, grundlegend fehlerhaft ist. Early erklärt, dass die treibenden Kräfte des Krieges meist wirtschaftliche und politische Motive sind, die Eroberung, Expansion und Raubgut umfassen.
Doch im Sport zielt der Wettbewerb der Athleten nur darauf ab, die eigene Überlegenheit zu beweisen. Der Sieger herrscht nicht wie im Krieg über die Niederlage, besetzt keine Feindesländer und raubt keine Ressourcen. Der direkte Vergleich von Sport und Krieg verzerrt oft die tatsächliche Bedeutung beider.
Laut einer Studie von Martin Hurcombe und Philip Dine gibt es in der Geschichte jedoch eine gewisse kulturelle Verbindung zwischen Sport und Militär. Die Autoren zitieren den Schriftsteller George Orwell, der sagte, Sport sei „Krieg ohne Schüsse.“
Im 19. Jahrhundert hatten die Sportunterrichts in der Gesellschaft oft militärische Züge. Damals glaubte man, dass Sport und Schlachtfeld Gemeinsamkeiten haben, und Mannschaftssport wurde als Mittel gesehen, junge Männer auf Kampf, Wirtschaft und Herrschaft vorzubereiten.
Der Wissenschaftler Norbert Elias vertritt eine andere Ansicht: Er sieht im Sport eine zivilisierende Funktion, die den Menschen bei körperlichen Auseinandersetzungen und technologischem Wettkampf Anregung bietet, während das Risiko ernsthafter Verletzungen minimiert wird.
Dadurch kann Sport durch ritualisierte Wettkämpfe eine Art Kriegssimulation sein und in der modernen Gesellschaft eine stabile soziale Ordnung fördern.