Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert, und die globale Risikostrategie wird bereits neu gestaltet. JPMorgan Chase berichtet, dass Bitcoin, das als “digitales Gold” bezeichnet wird, während der geostrategischen Konflikte im Iran einen massiven Kapitalzufluss und eine erhöhte Handelsaktivität verzeichnet, die eine deutlich stärkere Resistenz gegen Rückgänge zeigt als Gold und Silber; im Gegensatz dazu sehen sich Edelmetalle einem massiven Kapitalabfluss und schmerzhaften Liquidationen der Long-Positionen gegenüber.
Warum versagt das traditionelle “Risikomanagement-Werkzeug” in dieser Krise? Das von Nikolaos Panigirtzoglou geleitete Analyse-Team von JPMorgan veröffentlichte am Mittwoch einen Bericht, in dem festgestellt wird, dass der Goldpreis in diesem Monat um etwa 15% gefallen ist, hauptsächlich aufgrund des ständig steigenden Zinsumfelds und des starken Dollars, was Druck auf die “zuvor überfüllten Positionen” ausübt.
Analysten berichten, dass Gold und Silber Anfang dieses Jahres beide auf historische Höchststände gestiegen sind, wobei der Goldpreis fast 5.500 USD pro Unze und der Silberpreis 120 USD erreichte. Wenn sich die Marktstimmung ändert, sind beide anfällig für Gewinnmitnahmen und Positionsliquidationen.
Daten zeigen, dass in den ersten drei Wochen im März dieses Jahres fast 11 Milliarden USD aus Gold-ETFs abgezogen wurden; während die Mittelzuflüsse in Silber-ETFs, die seit dem letzten Sommer akkumuliert wurden, vollständig zurückgegeben wurden. Im Gegensatz dazu erlebte Bitcoin in derselben Zeit einen Nettokapitalzufluss, was einen klaren Gegensatz zu traditionellen Risikomanagement-Assets darstellt.
Analysten zitieren Daten von Chainalysis, die zeigen, dass mit der Eskalation des Konflikts die Aktivitäten mit Krypto-Assets im Iran explosionsartig zugenommen haben, da die Bevölkerung ihre Gelder von lokalen Börsen in selbstverwaltete Wallets und internationale Plattformen transferiert. Analysten sind der Ansicht, dass die grenzüberschreitende Natur von Bitcoin, die Möglichkeit der Selbstverwahrung und der ununterbrochene 24-Stunden-Handel zweifellos zu einem bevorzugten Werkzeug für die Bevölkerung in Kriegsgebieten geworden sind, um ihr Vermögen in Zeiten des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der Währungsabwertung und der Bedrohung durch nationale Kapitalverkehrskontrollen zu schützen.
Die Veränderungen im institutionellen Layout sind ebenfalls bemerkenswert. JPMorgan zitiert Daten der CME zur offenen Position, die zeigen, dass die Positionen in Gold und Silber Ende letzten Jahres bis Anfang dieses Jahres weiter akkumuliert wurden, aber seit Januar dieses Jahres stark gesunken sind, was darauf hindeutet, dass institutionelle Investoren Gewinnmitnahmen vornehmen. Im Vergleich dazu blieb die Futures-Position in Bitcoin in den letzten Wochen relativ stabil.
Momentum-Trader scheinen diese Welle der Vermögensrotation ebenfalls zu verstärken. Analysten weisen darauf hin, dass Indikatoren, die mit Momentum-Strategien (wie Commodity Trading Advisors) verbunden sind, zeigen, dass Gold und Silber von “überkauften Niveaus” auf “unterhalb neutral” gefallen sind, was darauf hindeutet, dass erzwungene Liquidationen der Grund für den jüngsten Preisverfall der Metalle sind; zur gleichen Zeit erholte sich das Momentum-Signal von Bitcoin schrittweise von “überverkauften Niveaus” zurück zu neutral, was widerspiegelt, dass sich die Marktstimmung verbessert.
Die Liquiditätssituation verschiedener Vermögenswerte hat sich ebenfalls verändert. Analysten berichten, dass Gold historisch gesehen eine höhere Marktliquidität als Silber und Bitcoin aufweist, basierend auf dem Indikator “Hui-Heubel Ratio”, der die Markttiefe und Liquidität misst. Diese Tendenz hat sich jedoch kürzlich umgekehrt: Die Liquiditätssituation von Gold bleibt stabil, während Bitcoin eine bessere Markttiefe zeigt und die Liquidität von Silber dramatisch abgenommen hat.