Gate News-Mitteilung: Die Russische Zentralbank hofft, mit dem digitalen Rubel (Digital Ruble) die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu lindern, doch die Akzeptanz in der Bevölkerung bleibt verhalten. Vor dem Go-Live des digitalen Rubels am 1. September stehen die meisten Bürger und Banken ihm skeptisch gegenüber. Der Moskauer Dima sagt, er wolle den digitalen Rubel nicht nutzen und bezweifle dessen tatsächlichen Wert. Eine Umfrage zeigt, dass 51% der Russen den digitalen Rubel nicht ausprobieren möchten; auch innerhalb der Bankenbranche gibt es Vorbehalte gegenüber CBDC. Der CEO der Sberbank Russland, German Gref, sagte zuvor, er verstehe nicht, warum es notwendig sei.
Die Russische Zentralbank plant, die Einführung durch die Verpflichtung von Unternehmen zum Anbieten von CBDC-Diensten voranzutreiben. Dabei sollen die wichtigsten Banken und Einzelhändler ab dem Startdatum digitale-Rubel-Dienste bereitstellen; mittelgroße Institute erhalten eine einjährige Übergangsfrist, während die übrigen Institute bis 2028 konform sein müssen. Experten weisen darauf hin, dass der digitale Rubel trotz eines fortgeschrittenen bargeldlosen Zahlungsecosystems in Russland im Alltag die Nachfrage nur schwer stimuliert. Weitere Einsatzmöglichkeiten dürften sich vor allem im grenzüberschreitenden Handel und bei der Umgehung von Sanktionen finden. Durch die Interoperabilität mit der von China dominierten mBridge-Plattform können russische Unternehmen Waren mit digitalem Rubel bezahlen, während chinesische Lieferanten digitale Renminbi erhalten und so die grenzüberschreitende Abrechnung ermöglicht wird. Bereits haben Unternehmen über diese Plattform Transaktionsvolumen von über 55 Milliarden US-Dollar abgewickelt; Russland und Partner wie China, Indien, Belarus und Kasachstan treiben ebenfalls die Zusammenarbeit bei CBDC voran.
Darüber hinaus erhofft sich die Russische Zentralbank, dass der digitale Rubel die finanzielle Transparenz erhöht und den Kampf gegen Korruption unterstützt. Der Vorsitzende des Finanzmarkt-Ausschusses der Staatsduma, Anatoly Aksakov, sagte, der digitale Rubel könne in Kombination mit Smart Contracts die Ausgaben im Budget nachverfolgen und damit das Risiko von Bestechung reduzieren. Angesichts des Drucks durch westliche Sanktionen und einen Rückgang des BIP will Russland durch CBDC seine Handelsautonomie stärken und SWIFT-Einschränkungen umgehen. Doch der Experte Yuriy Brisov warnt: Als Konsum-Tool fehle dem digitalen Rubel weiterhin die Marktwirkung; sein tatsächlicher Wert liege mehr in grenzüberschreitenden Abrechnungen und der Umgehung von Sanktionen.
Insgesamt ist die Förderung des digitalen Rubels sowohl eine wirtschaftliche Strategie als auch ein politisches Instrument; ob sie erfolgreich ist, hängt jedoch entscheidend von der Akzeptanz durch die Bevölkerung und Unternehmen ab. (DL News)