Im Bereich der On-Chain-Nutzung wurden ebenfalls Rekordzahlen bei den Smart-Contract-Aufrufen verzeichnet, mit einem durchschnittlichen Tagesvolumen von über 40 Millionen Transaktionen. Zudem stieg die Menge der Token-Transfers, die durch Contract-Interaktionen getrieben werden, deutlich an, was auf eine anhaltende Expansion von DeFi-Protokollen, Stablecoin-Zahlungen und automatisierten Finanzanwendungen im Netzwerk hinweist. Im Gegensatz zu diesem Aktivitätsanstieg leidet jedoch die Marktperformance von ETH weiterhin unter Druck.
Marktdaten zeigen, dass ETH in den letzten sechs Monaten um etwa 30 % gefallen ist, wobei sich die Marktkapitalisierung innerhalb eines Jahres bereits ins Negative gewandelt hat, was auf einen Nettoabfluss von Kapital aus dem Markt hindeutet. Die Transaktionsflussüberwachung von CryptoQuant ergab außerdem, dass ETH in den Handelsplattformen deutlich schneller zufließt als Bitcoin, ein Signal, das oft mit zunehmendem Verkaufsdruck verbunden ist.
Experten weisen darauf hin, dass in der aktuellen Phase die Kapitalflüsse eine zunehmend stärkere Erklärungskraft für den Preis besitzen als die Netzwerkaktivität. Während in den Marktphasen 2018 und 2021 das Wachstum der On-Chain-Aktivitäten meist mit Preissteigerungen einherging, hat die Korrelation zwischen beiden in der jüngeren Zeit deutlich abgenommen. Statistische Modelle zeigen, dass der Markt derzeit häufiger in einem Zustand ist, in dem „hohe Aktivität, aber niedriger Preis“ vorherrscht, was darauf hindeutet, dass die neu generierte Nutzung nicht vollständig in eine Wertsteigerung von ETH umgewandelt wird.
Auch die Gebühren- und Protokollertragsdaten deuten auf einen ähnlichen Trend hin. So wurden in den letzten 30 Tagen etwa 10,3 Millionen US-Dollar an Transaktionsgebühren im Ethereum-Netzwerk generiert, was den dritten Platz unter den führenden Blockchain-Netzwerken bedeutet, hinter Tron und Solana. Im Bereich der Protokollerträge lag der Wert bei etwa 1,22 Millionen US-Dollar, was den fünften Platz belegte und unter Tron, Polygon, Base und Solana liegt.
Ein Teil dieses Abstandes ist auf die rasante Entwicklung des Layer-2-Ökosystems von Ethereum zurückzuführen. Netzwerke wie Base und Polygon übernehmen große Mengen an Transaktionsverarbeitung, während sie nur geringe Abrechnungskosten an die Hauptkette zahlen, was dazu führt, dass die gesamte wirtschaftliche Aktivität auf ein breiteres Ethereum-Ökosystem verteilt ist.
Dennoch bleibt Stablecoin ein wichtiger Pfeiler des Ethereum-Ökosystems. Die Daten zeigen, dass das Angebot an Stablecoins im Ethereum-Netzwerk derzeit bei etwa 162 Milliarden US-Dollar liegt, was etwa 52 % des globalen Stablecoin-Marktes ausmacht. Allerdings spiegelt das Wachstum des On-Chain-Werts nicht vollständig den ETH-Preis wider, was auf eine strukturelle Trennung zwischen der Nutzung des Netzwerks und der Wertschöpfung des nativen Assets hinweist. (CoinDesk)