Mit dem schrittweisen Nachlassen der Anfangsoptimismus im neuen Jahr zeigen sich bei US-Spot-Bitcoin-ETFs deutliche Signale der Risikoreduzierung. Daten deuten darauf hin, dass US-Bitcoin-ETFs bereits den dritten Handelstag in Folge einen Nettoabfluss verzeichnen, was darauf hindeutet, dass institutionelle Investoren ihre Risikobereitschaft neu bewerten. Die Stimmung im Kryptomarkt hat sich kurzfristig deutlich abgekühlt.
Laut Farside-Daten verzeichnete der US-Spot-Bitcoin-ETF am Donnerstag einen Tagesnettoabfluss von etwa 205,5 Millionen US-Dollar, während sich die kumulativen Abflüsse der letzten drei Tage auf 934,8 Millionen US-Dollar erhöht haben. In diesem Jahr gab es bisher nur zwei Handelstage mit Nettozuflüssen. Dennoch zeigt der 7-Tage-Bewertungszeitraum, dass die Gesamtmittelzuflüsse des ETFs weiterhin bei etwa 240,7 Millionen US-Dollar liegen, was auf eine noch nicht vollständig umgekehrte mittelfristige Nachfrage hinweist.
Der Kapitalfluss in ETFs wird oft als verzögerter Indikator betrachtet, doch in der aktuellen Phase gewinnt seine Aussagekraft für die Marktstimmung zunehmend an Bedeutung. Seit Jahresbeginn hat sich der Bitcoin-Preisanstieg deutlich abgeschwächt, von 8 % am Vortag auf etwa 4 %. Daten zeigen, dass Bitcoin in den letzten 24 Stunden um die 91.100 US-Dollar schwankte, nachdem es zuvor unter die Marke von 90.000 US-Dollar gefallen war. Die Erholungskraft ist begrenzt.
Sean Dawson, Forschungsleiter der On-Chain-Optionsplattform Derive, weist darauf hin, dass der Kapitalabfluss aus ETFs eher eine strategische Positionsanpassung darstellt, als dass die Nachfrage plötzlich verschwindet. Er sieht die Kapitalumschichtung zu Jahresbeginn, die wiederholten Widerstände bei 92.000 US-Dollar sowie die zunehmende makroökonomische Unsicherheit als wichtige Hintergründe für die kurzfristigen Abflüsse.
Betrachtet man die On-Chain-Struktur, so begrenzen auch die Angebotsdruckverhältnisse weiteres Aufwärtspotenzial für Bitcoin. Analysen von Glassnode zeigen, dass Bitcoin zuvor auf über 94.000 US-Dollar gestiegen ist und in den dichten Kostenbereich der Hauptkäufer eingetreten ist, der zwischen etwa 92.100 und 117.400 US-Dollar liegt. Mit diesen Investoren, die nun „befreit“ werden, steht der Markt vor anhaltendem Gewinn- und Verlustdruck, der kurzfristig Zeit benötigt, um die zusätzliche Versorgung zu verdauen.
Auch der Optionsmarkt sendet vorsichtige Signale aus. Die Short-Term-Call-Options-Kurve ist wieder negativ, was darauf hindeutet, dass die Händler ihre Erwartungen an eine Fortsetzung des Trends Anfang Januar dämpfen. Der Markt neigt eher dazu, eine Seitwärtsbewegung im hohen Kursbereich zu erwarten.
Aus der Perspektive der ETF-Landschaft bedeutet der Kapitalabfluss nicht zwangsläufig eine Trendwende, doch er zeigt deutlich, dass die Risikobereitschaft der Institutionen abnimmt. Damit Bitcoin wieder nach oben steigen kann, braucht es Zeit, um den Druck durch ETF- und On-Chain-Resistenzen zu verdauen und sich wieder auf wichtige Kostenbereiche zu stabilisieren, um die nächste Phase des Marktes vorzubereiten.
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