Mit den Prinzipien der ersten Prinzipien Sichtweise auf die Tokenisierung von Wertpapieren① —— Definition, Klassifizierung und Wert

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Der Kern der Tokenisierung von Wertpapieren liegt nicht in der Innovation der Handelsplattform, sondern darin, die Aufzeichnung und Übertragung finanzieller Rechte in einen verifizierbaren, programmierbaren, geteilten Zustand zu upgraden. Dieser Artikel analysiert anhand erster Prinzipien vier Modelle der Wertpapier-Tokenisierung, ein dreischichtiges Analyseframework sowie Wege zur Verbesserung der Abwicklungseffizienz und des Sicherheitenmanagements. Dieser Beitrag stammt von Foresight News, zusammengestellt, übersetzt und verfasst von 動區動趨.
(Vorgeschichte: RWA 10.000-Wörter-Research-Report: Die erste Welle der Tokenisierung ist bereits angekommen)
(Hintergrund: Warum ist ERC-3643 der am besten geeignete Token-Standard für RWA?)

Inhaltsverzeichnis

    1. Was genau ist die Wertpapier-Tokenisierung?
      1. Regulierte Fondsanteile, Tokenisierung von Bargeldanlagen
      1. Native Emission von Wertpapier-Token
      1. Verpackte, Depotbasierte Tokenisierung von Aktien
      1. Synthetische, Derivat-basierte On-Chain US-Aktien-Expositionen
    • A. Rechtliche Ebene
    • B. Kapitalebene
    • C. Wirtschaftliche Ebene
    1. Welche Probleme werden gelöst, welchen Wert schaffen wir?
    • Wert 1: Abgleich mehrerer Bücher in eine einzige Buchführung umwandeln
    • Wert 2: Abwicklungsmuster ändern, Effizienz des Sicherheitenmanagements verbessern
    • Wert 3: Compliance vom Nachweis im Nachhinein in präventive Vorgaben verwandeln
    • Wert 4: Wertpapiere in kombinierbare Finanzbausteine verwandeln

Tags: Wertpapier-Tokenisierung, RWA, tokenisierte Wertpapiere, BlackRock, BUIDL, Abwicklungseffizienz, Compliance

1. Was genau ist die Wertpapier-Tokenisierung?

Ausgehend von ersten Prinzipien ist die Natur von Wertpapieren nicht nur ein Code oder eine Reihe von Zahlen in einem Konto, sondern eine Reihe von Rechten, die vor Gericht und durch Regulierungsbehörden durchsetzbar sind:

Eigentumsrechte, Ertragsrechte, Stimmrechte, Rücknahmerechte, Schutz der Kundenvermögen im Insolvenzfall, Verfahrenswege bei Gegenparteiausfall usw., sowie Asset-Separation und Übertragbarkeit im Rahmen des Anlegerschutzes.

Daher ist die On-Chain-Umsetzung von Wertpapieren nicht einfach ein Austausch des UI gegen Wallets oder Börsen, sondern die technische Neu-Engineering der folgenden vier Aspekte mittels Blockchain-Technologie, um die Effizienz von Transaktionen sowie Abwicklung und Clearing zu verbessern:

  1. Woher kommen die Rechte: Wird der Token-Inhaber rechtlich als Aktionär oder Begünstigter anerkannt?

  2. Wer ist für die Registrierung verantwortlich: Wer ist die verantwortliche Partei für das offizielle Aktionärsregister oder ein gleichwertiges System?

  3. Wann ist die Übertragung endgültig: Wo findet die endgültige Abwicklung statt, ist sie widerrufbar, wie werden Streitigkeiten geregelt?

  4. Wer trägt die Verantwortung bei Problemen: Wo liegen die Verantwortlichkeiten von Broker, Depot, Übertragungsagenten, Clearingstellen?

Bevor wir die Tokenisierung von Wertpapieren im Detail analysieren, müssen wir dieses breite Konzept in eine klare, strenge Klassifikation und Definition bringen. Ohne eine einheitliche Definition und Klassifikation fehlt ein gemeinsamer Diskussionsrahmen. Daher, basierend auf aktuellen Marktpraktiken, lassen sich die tokenisierten Wertpapiere grob in vier Kategorien einteilen, mit zunehmender Regulierungsintensität:

1. Regulierte Fondsanteile, Tokenisierung von Bargeldanlagen

Dieser Weg ist am frühesten skaliert und am stärksten reguliert. Typisch sind tokenisierte Money Market Funds oder Treasury Funds auf der Chain. Vorteile: einfache Rechte-Struktur, transparente Bewertung, wenig Unternehmensaktivität, kontrollierte Regulierung.

Beispiele:

BlackRock veröffentlicht am 20. März 2024 das BUIDL-Produkt via Securitize

J.P. Morgan Asset Management veröffentlicht am 15. Dezember 2025 den tokenisierten Geldmarktfonds MONY auf Ethereum

2. Native Emission von Wertpapier-Token

Diese Token werden vollständig auf der Chain ausgegeben, registriert und übertragen.

Theoretisch am reinsten, aber aufgrund hoher regulatorischer Anforderungen, Regeln für Übertragungsagenten und Sekundärmarktstrukturen ist die Umsetzung langsamer, es gibt noch keine ausgereiften Produkte oder Praktiken.

3. Verpackte, Depotbasierte Tokenisierung von Aktien

Drittanbieter-Plattformen kooperieren mit traditionellen US-Brokerhäusern, nutzen physische Aktienbestände als Basis, und emittieren darauf aufbauend Token, ähnlich ADR-Logik, aber komplexer im Aufbau.

Beispiele sind DeFi-Projekte wie Satblestock, die durch Kooperationen mit traditionellen Brokern US-Aktien-Expositionen erhalten, diese auf der Chain durch gleichzeitiges Minten und Burnen verankern und Handelsplätze bereitstellen.

4. Synthetische, Derivat-basierte On-Chain US-Aktien-Expositionen

Hierbei ist der entscheidende Punkt, dass die On-Chain-Investitions-Exposition nicht gleichbedeutend mit dem eigentlichen Wertpapier ist. Das führt zu höherem Gegenparteirisiko für Investoren, und die regulatorische Qualifikation sowie Grenzen sind besonders sensibel, z.B. bei Hyperliquid HIP-3-basierten Perpetual Contracts auf US-Aktien.

Durch die Analyse dieser vier unterschiedlichen Modelle der US-Aktien-Tokenisierung und ihrer zugrunde liegenden Architektur lässt sich ein dreischichtiges Analysemodell ableiten:

A. Rechtliche Ebene

Bedeutet, ob der Token im Sinne des Wertpapierrechts eine Wertpapierbeteiligung darstellt

Ob die Rechte der Investoren vor Gericht und im Regulierungsrahmen durchsetzbar sind

Ob sie in bestehende Pflichten von Brokern, Handelsplätzen, Clearingstellen, Übertragungsagenten fallen

Ein wichtiger regulatorischer Aspekt ist: Tokenisierte Wertpapiere sind weiterhin Wertpapiere, die Technologie ändert die Natur des zugrunde liegenden Vermögenswerts nicht. SEC-Mitglied Hester Peirce betonte 2025, dass Blockchain die Eigenschaften der zugrunde liegenden Assets nicht verändert, und von Drittanbietern emittierte Token könnten nur synthetische Expositionen bieten, nicht aber Aktionärsrechte. Weitere regulatorische Details werden später ausgeführt.

B. Kapitalebene

Wer pflegt das öffentliche Register oder ein anerkanntes Äquivalent

Ob der Token mit traditionellen Wertpapieren gleichwertig und austauschbar ist (fungible)

Das Branchenorgan SIFMA schrieb Ende 2025 an die SEC: Tokenisierte und nicht-tokenisierte Versionen derselben Share Class sollten rechtlich und wirtschaftlich austauschbar sein, sonst drohen Marktspaltung, Preisabweichungen, Schwächung des Anlegerschutzes.

C. Wirtschaftliche Ebene

Was der Token tatsächlich repräsentiert: Eigentumsanteil, Ertragsrecht, oder nur Preis-Exposition

Existiert ein Rücknahme- oder Umtauschmechanismus, wer ist der Gegenstand der Rücknahme, welche Bedingungen gelten

Wie bereits erwähnt, ist die Investitions-Exposition ≠ das eigentliche Wertpapier; der Preis, den man erhält, sagt nichts über die Eigentums- oder Nutzungsrechte aus. Die Natur der wirtschaftlichen Rechte bestimmt das regulatorische Risiko, Gegenparteirisiko und die Integration in den Mainstream-Fonds.

Nach Klärung der wichtigsten Produktlogik und des Analyseframeworks konzentriert sich dieser und nachfolgende Artikel auf hochregulierte, konforme tokenisierte Wertpapiere im Rahmen der traditionellen Finanzwelt, nicht auf nicht-konforme DeFi-Plattformen oder -Produkte.

2. Welche Probleme werden gelöst, welchen Wert schaffen wir?

Kurz zusammengefasst ——

Der eigentliche Wert der Wertpapier-Tokenisierung liegt darin, die Aufzeichnung und Übertragung finanzieller Rechte durch Blockchain-Technologie in einen verifizierbaren, programmierbaren, kombinierbaren geteilten Zustand zu überführen. Dadurch werden Abwicklung und Sicherheitenmanagement deutlich effizienter, Abgleich- und Compliance-Hürden reduziert, und traditionelle Vermögenswerte erhalten native On-Chain-Integrations und Automatisierung.

Wert 1: Abgleich mehrerer Bücher in eine einzige Buchführung umwandeln

Kernaussage:

Tokenisierung verwandelt komplexe, kostenintensive Backend-Operationen in transparente, einheitliche Frontend-Regeln.

Traditionelles Problem:

Im traditionellen Markt hinterlassen Transaktionen Spuren in mehreren Systemen: Börsen-ATS, Broker-Register, Depot- und Clearingstellen, Übertragungsagenten, Regulierungsberichte…

Das Funktionieren basiert auf einem fein abgestimmten Schnittstellen- und Abgleichsystem: Nachrichtenübermittlung + Abgleich + Fehlerbehandlung + rechtliche Verantwortlichkeit.

Diese verursachen zwei Kosten:

Betriebskosten: Abgleich, Korrekturen, Fehlschläge bei Abwicklung, Unternehmensaktivitäten, die viel manuelle Arbeit und Batch-Prozesse erfordern

Zeitkosten: Abwicklung ist kein einmaliger Vorgang, sondern erfolgt nach einem Prozesszyklus, der final bestätigt wird

Tokenisierungslösung:

Stattdessen wird der Vermögensstatus (Wer hält was, ist es eingefroren, ist es hypothekarisch belastet, wie ändern sich die Salden nach Unternehmensaktionen) in einem gemeinsam lesbaren, überprüfbaren geteilten Buchzustand abgebildet, und die Übertragungsregeln werden als auditierbare, ausführbare Logik codiert.

Direkter Nutzen:

Reduktion der Abgleich- und Fehlerkosten: Statt eines vertrauenswürdigen Systems, das auf Abgleichen basiert, ein öffentliches, geteiltes, auf Blockchain basierendes vertrauenswürdiges System

Verringerung der Kosten bei Fehlschlägen und Streitbeilegung: Post-Trade-Prozesse werden von nachträglichen Korrekturen zu präventiven Vorgaben

Wert 2: Abwicklungsmuster ändern, Effizienz des Sicherheitenmanagements verbessern

Kernaussage:

Der Kern der Tokenisierung ist nicht nur schnellere Transaktionen, sondern schnellere, granularere Planung von Geld- und Sicherheitenflüssen.

Traditionelles Problem:

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass T+1/T+2 nur auf technischer Umsetzung beruht und die Abwicklung dadurch langsamer wird. Tatsächlich ist es ein Kompromiss der aktuellen Finanzstruktur: Nettoabwicklung spart Liquidität, führt aber zu längeren Fristen, Gegenparteirisiko und komplexen Margin-Systemen.

Das zentrale Problem im traditionellen Markt ist daher nicht die Geschwindigkeit, sondern:

  • Langsame Bewegung der Sicherheiten zwischen Systemen: Wertpapiere hier, Geld dort, Margin in einem anderen System
  • Geringe Effizienz bei Asset-Reuse: Re-Hypothekierung, Re-Finanzierung, Cross-Produkt-Planung sind teuer
  • Hohe Kosten für das Risikomanagement bei Abwicklung: komplexe Margin- und Risikofonds, Fehlerbehandlung

Tokenisierungslösung:

Durch die Platzierung von Wertpapieren und Bargeld oder Settlement-Assets auf einer programmierbaren Plattform können Abwicklung und Sicherheitenmanagement nahezu in Echtzeit erfolgen.

Direkter Nutzen:

  • Kapitalbindung sinkt: Schneller, sicherer Abschluss reduziert Kapital- und Margin-Anforderungen gegenüber Gegenparteien
  • Sicherheitenumschlag beschleunigt: Ein Sicherheiten-Asset kann mehr Transaktionen und Finanzierungen bedienen
  • Cash-Management wird native On-Chain-Fähigkeit: Das ist auch der Grund, warum Institutionen oft Geldmarktfonds, Staatsanleihen etc. zuerst on-Chain bringen — weil die erste Wertschöpfung bei Sicherheiten liegt, nicht bei UI oder Derivaten

Wert 3: Compliance vom Nachweis im Nachhinein in präventive Vorgaben verwandeln

Kernaussage:

Tokenisierung kann Compliance vom nachträglichen Monitoring in automatische, präventive Regeln umwandeln.

Traditionliches Problem:

Compliance im traditionellen Markt ist oft eine Kombination aus Prozessen, Aufzeichnungen, Stichproben und Verantwortlichkeit: KYC, Anlegerqualifikation, Transferbeschränkungen, Positionskonzentration, Sanktionslisten, Einfrierungen, gerichtliche Unterstützung… Viele Anforderungen sind rückverfolgbar, aber nicht immer präventiv durchsetzbar.

Tokenisierungslösung:

Bestimmte Compliance-Regeln werden in Asset- und Transfer-Ebenen als harte Beschränkungen eingebaut:

z.B. Whitelist-Transfers, Zugriffsrechte, wer kaufen darf, wer transferieren darf, in welchen Konten

Asset-Freeze, Rollback, Korrekturmechanismen basieren auf legitimer Autorisierung und klaren Verantwortlichkeiten

Audit-Logs und verifizierbare Nachweise sind regulatorisch und prüfungsfreundlich.

Direkter Nutzen:

  • Geringere Compliance-Kosten und geringeres Risiko von Verstößen: Statt nachträglich Probleme zu erkennen, werden Regeln aktiv gesetzt, um sie zu verhindern
  • Weniger grenzüberschreitende Distributionsbarrieren: Bei Einhaltung der Regeln automatisierte, standardisierte Distribution und Verwaltung
  • Bessere Risiko-Transparenz: Besonders bei komplexen Strukturen wie On-Chain-Hypotheken, Lending, Re-Hypotheken steigt die Transparenz deutlich

Wert 4: Wertpapiere in kombinierbare Finanzbausteine verwandeln

Dies ist die wichtigste, aber auch für die traditionelle Finanzwelt zunehmend relevante Eigenschaft: die Kombinierbarkeit (composability).

Traditionelles Problem:

Die mangelnde Komponierbarkeit traditioneller Assets liegt nicht an fehlender Standardisierung, sondern an uneinheitlichen Schnittstellen, Berechtigungen und Abwicklungssystemen. Möchte man Aktien + Margin + Lending + Optionen automatisiert kombinieren, braucht es oft mehrere Institutionen, Systeme, Zeithorizonte.

Tokenisierungslösung:

  • Wertpapiere und Cash-Komponenten werden in standardisierte, programmierbare Buchhaltungssysteme umgewandelt, die z.B. ermöglichen:
  • Automatisiertes Margin-Management
  • Automatisiertes Lending und Repos
  • Automatisierte Strukturelle Produkte und Risikogrenz-Trigger
  • 24/7-Strategien und Kapitalplanung

Direkter Nutzen:

Durch erhöhte Komponierbarkeit beschleunigen wir Innovationen im Finanzsektor

Langtail-Assets lassen sich leichter vertreiben: Standardisierte Schnittstellen senken die Kosten für Emittenten und Vertriebskanäle

Abschließend, nach Verständnis der möglichen Werte und Problemstellungen der Wertpapier-Tokenisierung, ist es wichtig, auch die Grenzen zu kennen: Was löst Tokenisierung tatsächlich nicht?

Zunächst: Tokenisierung führt nicht automatisch zu regulatorischer Befreiung; Wertpapiere bleiben Wertpapiere, Verantwortlichkeiten müssen bestehen.

Zweitens: Tokenisierung schafft keinen inhärenten Liquiditätsvorteil; atomare Abwicklung kann Gegenparteirisiko verringern, aber auch die Liquiditätsersparnis durch Nettoabwicklung einschränken.

Drittens: Tokenisierung eliminiert nicht sofort Intermediäre; sie verschieben nur die Verantwortlichkeiten: von reiner Buchführung und Abgleich hin zu Compliance, Schlüsselverwaltung, Risikomanagement, Kundenschutz.

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