Seit Beginn des Jahres 2026 steigt der Kryptowährungsmarkt stetig an, doch hinter dem Glanz könnte sich immer noch eine „dünne Eisschicht“ verbergen. Laut der bekannten On-Chain-Analysefirma Glassnode wirkt der Markt zwar lebhaft, doch die Liquiditätslage scheint äußerst schwach zu sein, das Spot-Handelsvolumen ist auf den niedrigsten Stand seit über 2 Jahren gefallen. Glassnode-Daten zeigen, dass trotz anhaltender Kurssteigerungen bei Bitcoin das Gesamt-Spot-Handelsvolumen von Bitcoin und konkurrierenden Coins auf den niedrigsten Stand seit November 2023 gefallen ist. Dieses typische „Preisanstieg bei sinkendem Volumen“-Muster deutet meist auf eine abnehmende Marktteilnahme, schwache Kaufkraft und einen Mangel an echter Unterstützung für den Aufwärtstrend hin. Das sogenannte „Spot-Handelsvolumen“ misst die tatsächlichen Kauf- und Verkaufsaktivitäten mit echtem Geld an den Börsen und ist ein entscheidender Indikator für die tatsächliche Marktnachfrage. In einem gesunden Bullenmarkt sollte ein Kursanstieg von einem erhöhten Handelsvolumen begleitet sein, was auf kontinuierlichen Zufluss neuer Gelder und eine erhöhte Umschlagshäufigkeit hinweist, um Gewinnmitnahmen und Verkaufsdruck zu bewältigen. Derzeit jedoch herrscht „volumenloser Aufstieg“. Das bedeutet, dass die für den Preisanstieg benötigten Mittel geringer geworden sind, und schon eine geringe Verkaufswelle kann den Kurs schlagartig nach unten reißen. Tatsächlich hat sich seit dem groß angelegten Liquidations-Event im Kryptowährungsmarkt im Oktober letzten Jahres die Liquidität an den zentralisierten Börsen noch nicht vollständig erholt; die Orderbuch-Tiefe liegt immer noch unter dem Niveau vor dem Marktcrash. Rückblickend auf den „Blutbad“ im Oktober letzten Jahres, bei dem innerhalb weniger Stunden etwa 19 Milliarden US-Dollar an gehebelten Positionen zwangsliquidiert wurden, wurden nicht nur übermäßige Hebelung und spekulative Trader aus dem Markt entfernt, sondern auch die Liquiditätsstruktur tiefgreifend verändert. Dies führte dazu, dass Market Maker und Liquiditätsanbieter sich zurückzogen und abwarteten, wodurch die ungenutzte Liquidität im Markt weiter schrumpfte und die Fähigkeit, große Aufträge zu absorbieren, verloren ging. In diesem Umfeld kann jede größere Transaktion zu noch stärkeren Slippage und Kursausschlägen führen als bisher. Vor Redaktionsschluss lag der Bitcoin-Preis bei etwa 93.600 US-Dollar, was seit dem 1. Januar einen Anstieg von über 7,5 % bedeutet.