Das börsennotierte Bitcoin-Reserveunternehmen Metaplanet hat die Finanzergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 veröffentlicht. Im Quartal verzeichnete es einen Nettoverlust von 725 Millionen US-Dollar (ca. 114,5 Milliarden Yen). Hauptursache war eine Neubewertung im Marktwert der gehaltenen Bitcoin-Vermögenswerte. Laut Decrypt kündigte CEO Simon Gerovich zugleich an, dass die geplante Emission der neuen Vorzugsaktien „MARS“ und „MERCURY“ aufgeschoben wird; der Zeitplan liege „länger als erwartet“.
Quartalsverlust von 725 Millionen US-Dollar, um das 23-fache im Jahresvergleich: die Neubewertung des Bitcoin-Werts ist der Hauptgrund
Die Finanzergebnisse für Q1 FY26, das am 31. März endete, zeigen für Metaplanet:
Nettoverlust: 725 Millionen US-Dollar (114,5 Milliarden Yen)
Nettoverlust im Vorjahreszeitraum: 31 Millionen US-Dollar (rund 23-fach im Jahresvergleich)
Quartalseinnahmen aus Bitcoin-Optionskontrakten: 15,8 Millionen US-Dollar (im Vorjahr für das gesamte Jahr 4,8 Millionen US-Dollar)
Der Verlustergrund ist nicht das operative Geschäft, sondern die nach japanischen Rechnungslegungsstandards erforderliche quartalsweise Bewertung von Bitcoin als „Vorratsvermögen“ (Bestandsvermögen) zum Marktwert; Preisrückgänge fließen direkt in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein. Metaplanet hält derzeit 40.177 Bitcoins; im Q1 kamen 5.075 Stück hinzu (Quartalswachstum 14,5%). Basierend auf dem aktuellen Kurs von rund 79.300 US-Dollar ergibt sich ein Gesamtmarktwert von etwa 318 Millionen US-Dollar. Damit ist Metaplanet der weltweit drittgrößte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin.
MARS, MERCURY Vorzugsaktien aufgeschoben: japanischer Marktbrauch anders als bei Strategy
Metaplanet hatte im November 2025 zwei neue Vorzugsaktien „MARS“ und „MERCURY“ veröffentlicht. In Anlehnung an die Vorzugsaktien-Strukturen von Strategy, etwa STRC, sollten sie ursprünglich zur Finanzierung des Kaufs von mehr Bitcoin eingesetzt werden, ohne dass neue Stammaktien ausgegeben werden. Doch bis heute wurden beide Produkte nicht emittiert.
In der Präsentation sagte Gerovich, der Hauptgrund für die Verschiebung sei „die Zeit, die man benötigt, um sich an die japanischen Marktbräuche anzupassen, länger als erwartet“. Die Dividendenausschüttung börsennotierter japanischer Unternehmen erfolgt typischerweise 1 bis 2 Mal pro Jahr. Anders als bei STRC im Umfeld von Strategy mit monatlicher Ausschüttungsstruktur muss Metaplanet die Produktgestaltung an die Erwartungen japanischer Investoren anpassen; diese Anpassung sei noch nicht abgeschlossen.
Für Metaplanet sind Vorzugsaktien ein zentraler Finanzierungsmechanismus, um die Bitcoin-Accumulation-Strategie aufrechtzuerhalten. Wenn man weiterhin den Weg über die Ausgabe von Stammaktien geht, würde das bestehende Aktionäre verwässern. Wenn man dagegen auf Fremdfinanzierung setzt, würde sich ein zusätzlicher Liquiditätsdruck ergeben, gerade wenn der Bitcoin-Preis nach unten tendiert. Die Verzögerung bei MARS und MERCURY bedeutet, dass das Unternehmen kurzfristig die Schwankungen des Bitcoin-Preises innerhalb der bestehenden Kapitalstruktur steuern muss.
Aktienkurs im Jahresverlauf -45%, Zahl der Aktionäre auf 250.000 explodiert: breitere Basis im Retail-Bereich
Der Aktienkurs von Metaplanet schloss am Tag der Veröffentlichung der Finanzdaten bei 327 Yen. Zwar ist er im vergangenen Monat um 5,8% gestiegen, liegt aber immer noch 45% unter dem Hoch des Vorjahres. Trotz der schwachen Kursentwicklung ist die Zahl der Privatanleger-Aktionäre von Metaplanet von 63.600 im Vorjahr auf etwa 250.000 gestiegen, also um das Dreifache im Jahresvergleich.
Dieser Wandel in der Aktionärsstruktur bedeutet, dass Metaplanet sich von einer institutionell dominierten Struktur für ein spezielles Vehikel hin zu einem breiter gehaltenen Modell mit starkem Retail-Anteil entwickelt hat – und damit hat sich die Verteilung der Risikoübernahme für Liquidität deutlich erweitert.
Kettennews Beobachtung: Der Kern von Metaplanets Verlusten ist im Wesentlichen ein Buchhaltungsproblem, nicht ein operatives Problem – die Anzahl der Bitcoin-Positionen nimmt weiterhin zu, und die Einnahmen aus Optionsgeschäften steigen um mehr als das Dreifache im Jahresvergleich. Doch dieser Bericht macht zwei strukturelle Herausforderungen sichtbar, wenn man das Strategy-Modell in Japan nachbildet: Erstens führen die japanischen Rechnungslegungsstandards dazu, dass die Volatilität des Bitcoin-Preises direkt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sichtbar wird (anders als in den USA mit Darstellung in der OCI-Liste). Zweitens ist die Akzeptanz des japanischen Kapitalmarkts für „monatlich ausschüttende Vorzugsaktien“ als Form von Finanzengineering noch nicht ausgereift. Wann MARS und MERCURY erfolgreich emittiert werden können, ist ein zentraler Indikator dafür, ob Metaplanet den Akkumulationsrhythmus fortsetzen kann.
Dieser Artikel über Metaplanet: Q1-Verlust von 725 Millionen US-Dollar und aufgeschobene Emission neuer Vorzugsaktien erschien zuerst auf Kettennews ABMedia.