Eine hitzige Debatte herrscht derzeit bei Aave, der größten DeFi-Kreditplattform, nachdem ein Vertreter von Orbit Zweifel daran äußerte, dass die Swap-Gebühren aus der neuen Oberfläche, die CoW Swap nutzt, nicht mehr an die Aave DAO-Kasse fließen, sondern an eine separate Adresse umgeleitet werden, was potenziell eine „heimliche Privatisierung“ von etwa 10% des potenziellen DAO-Umsatzes bedeutet.
Marc Zeller von der Aave Chan Initiative (ACI) bezeichnete dies als „äußerst besorgniserregendes Problem“ und betonte, dass Aave Labs und die damit verbundenen Dienstleister die Verpflichtung haben, die Rechte der AAVE-Tokeninhaber zu schützen. Er warnte, dass der Austausch von Paraswap durch CoW Swap dazu führen könnte, dass die DAO beide Umsatzquellen verliert: die Referral-Gebühren von Paraswap und die Flash-Loan-Gebühren aus Swap-Transaktionen. Zeller stellte auch Fragen zu anderen Produkten wie Aave Vaults, Horizon und den Liquidationsmotiven von Aave v4 und äußerte Bedenken, dass ein Teil der Einnahmen möglicherweise an Aave Labs statt an die DAO fließt.
Währenddessen verteidigte Aave-Gründer Stani Kulechov die Entscheidung, dass Aave Labs das Recht hat, Einnahmen aus der von ihnen entwickelten eigenen Oberfläche zu generieren. Er betonte, dass dieses Produkt keinen Einfluss auf das Kerprotokoll habe und die Integration von CoW Swap darauf abzielt, die Benutzererfahrung zu verbessern, MEV zu schützen und gleichzeitig das Handelsvolumen zu erhöhen, was letztlich den Token-Inhabern von AAVE zugutekommt. Kulechov hat jedoch keine konkreten Fragen zu den Gebührenquellen, Revenue-Sharing aus Vault oder Horizon direkt beantwortet.
Aave verwaltet derzeit Vermögenswerte im Wert von fast 34 Milliarden USD und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 112 Millionen USD. Der AAVE-Tokenpreis ist in den letzten 24 Stunden um fast 7% gestiegen, während die Kontroverse ausbrach.