Coinbase in ihrem Markt-Ausblick 2026 weist darauf hin, dass Quantencomputing in Zukunft positive Auswirkungen auf Bereiche wie medizinische Forschung, Klimamodelle und andere haben könnte, aber gleichzeitig auch eine Herausforderung für bestehende Kryptografiesysteme darstellt. Kürzliche Risikohinweise von Investoren haben deutlich zugenommen, BlackRock hat Quantencomputing als potenziellen langfristigen Risikofaktor benannt, und Regulierungsbehörden in den USA und der EU fordern, dass kritische Infrastrukturen bis spätestens 2035 auf post-quantum Kryptographie umgestellt werden. Insgesamt ist die Bedrohung durch Quantencomputing noch nicht eingetreten, aber die proaktive Planung auf Policy- und Marktebene hat bereits begonnen.
Risiko-Knotenpunkt Q-day, der kritische Punkt, an dem Quantencomputer tatsächlich eine Bedrohung darstellen
Coinbase definiert den echten Risiko-Knotenpunkt als „Q-day“, also den Tag, an dem ein Quantencomputer mit der Fähigkeit zur Kryptobeschädigung, (CRQCs), offiziell erscheint. In diesem Szenario könnten Quantencomputer zwei Schlüsselalgorithmen ausführen:
Shor’s Algorithmus: Könnte die derzeit bei Bitcoin verwendete ECDSA elliptische Kurven-Digital-Signatur knacken.
Grover’s Algorithmus: Könnte die Sicherheit von SHA-256 schwächen und Auswirkungen auf Mining und Proof of Work haben.
Daher stellen Quantencomputer bei Bitcoin zwei unterschiedliche Bedrohungen dar:
Mögliche Entschlüsselung privater Schlüssel und direkter Diebstahl von Geldern.
Theoretisch erhöhte Mining-Effizienz, aber Störung des gesamten Wirtschafts- und Sicherheitsmodells.
Coinbase macht jedoch deutlich, dass „Quanten-Mining“ derzeit noch eine niedrige Priorität hat, und die eigentliche Herausforderung besteht in der Migration der Signatursysteme.
Welche Bitcoins sind tatsächlich durch Quantenangriffe exponiert?
Laut Coinbase sind bei Blockhöhe 900.000 etwa 6,5 Millionen Bitcoins, ca. 32,7 % des Gesamtangebots, theoretisch den Risiken eines „Langzeit-Quantenschubs“ ausgesetzt. Diese Risiken ergeben sich hauptsächlich aus zwei Gründen:
Adresswiederverwendung: Führt dazu, dass der öffentliche Schlüssel bereits auf der Blockchain offengelegt ist.
Spezifische Script-Typen: Offenbaren direkt den öffentlichen Schlüssel.
Betroffene Adresstypen umfassen:
Pay-to-Public-Key (P2PK)
Bare Multisig (P2MS)
Taproot (P2TR)
sowie einige frühe P2PK-Ausgaben aus der Satoshi-Ära.
Außerdem weist Coinbase darauf hin, dass alle Bitcoins bei „Ausgabe“ einem kurzfristigen Risiko ausgesetzt sind, da der öffentliche Schlüssel bei Transaktionen im Mempool (Mempool) temporär offengelegt wird und theoretisch für Front-Running-Angriffe genutzt werden könnte.
(Hinweis: Mempool bezeichnet den temporären Speicherbereich für unbestätigte Transaktionen. Nach dem Absenden einer Transaktion wird diese zwischen Knoten weitergeleitet, im Netzwerk verbreitet und verbleibt vor der Bestätigung im Mempool, bis Miner sie in einen Block packen.)
Risiko-Trendbeobachtung: Die Anzahl der anfälligen Bitcoins steigt weiter an
Laut Coinbase-Diagrammen steigt die Zahl der Bitcoins, die als „quantenrisikohaft“ eingestuft werden, mit zunehmender Blockhöhe kontinuierlich an. Das Risiko stammt hauptsächlich aus „Adress-Typen“ und nicht nur aus Wiederverwendung. Obwohl die Wiederverwendungsrisiken relativ stabil sind, wächst die strukturelle Exposition weiterhin.
Dies führt dazu, dass der Markt zunehmend erkennt, dass, auch wenn kurzfristig keine Quantenangriffe auftreten, die Kosten und technischen Vorbereitungen für eine Migration bereits im Voraus gestartet werden müssen.
(Countdown für die Quantenbedrohung? Vitalik und Risikokapitalgeber warnen: Krypto-Technologien könnten bis 2028 geknackt werden)
Community schlägt drei Schlüsseltechnologien vor, um Quantenrisiken zu begegnen
Zur Bewältigung der Quantenrisiken hat die Bitcoin-Community mehrere konkrete technische Ansätze vorgeschlagen, darunter:
BIP-360: Änderung der „Geldsperrung“, bei der die Verifizierungslogik von Nachweis-Hashing auf Vorher-Nachher-Signatur umgestellt wird, um post-quanten Signaturen vorzubereiten.
BIP-347: Script-Befehle zum „Verknüpfen von Daten“, basierend auf Hashing, für einmalige Signaturen, um zukünftige Erweiterungen im Script zu ermöglichen.
Hourglass-Mechanismus: Begrenzung der Ausgaben von anfälligen UTXOs, um den Übergangszeitraum stabiler zu gestalten.
Praktisch betont Coinbase bewährte Verfahren wie: Vermeidung von Adresswiederverwendung, Übertragung anfälliger UTXOs auf neue Adressen und die Entwicklung benutzerorientierter Quanten-Vorbereitungsprozesse.
(Hinweis: UTXO bezeichnet ungenutzte Transaktionsausgänge, die noch nicht ausgegeben wurden. Jede Bitcoin-Transaktion erzeugt eine oder mehrere Ausgänge; solange diese Ausgänge noch nicht in eine neue Transaktion als Input verwendet wurden, gelten sie als UTXO.)
(Ist Post-Quantum-Kryptographie wirklich notwendig? Experten spötteln: Selbst die Faktorisierung von 21 ist schwer, also warum RSA knacken?)
Kurz- und langfristige Strategien, Zeitplan für Quanten-Response
Coinbase zitiert eine Studie von Chaincode Labs, die besagt, dass die Reaktion auf Quantenrisiken in zwei Zeitpfade unterteilt werden kann:
Kurzfristige Notfallmaßnahmen: Bei plötzlichem Durchbruch der Quanten-Technologie könnten innerhalb von etwa zwei Jahren Schutzmaßnahmen durch priorisierte Migration von Transaktionen schnell umgesetzt werden.
Langfristige Standardisierungsroute: Ohne unerwartete Ereignisse kann durch Soft Forks eine quantenresistente Signatur eingeführt werden. Da neue Signaturen größer sind und längere Verifizierungszeiten benötigen, müssen Wallets, Knoten und Gebührenmechanismen entsprechend angepasst werden, was bis zu sieben Jahre dauern kann.
Derzeit liegt die fortschrittlichste Quantencomputer-Technologie noch unter 1.000 Qubits, was deutlich unter der Kapazität liegt, um Bitcoin-Kryptosysteme zu knacken.
(Bitcoin-Post-Quantum-Upgrade dauert 10 Jahre, Hauptentwickler: Kurzfristig keine Bedrohung durch Quanten)
Dieser Artikel „Coinbase Ausblick 2026: Quantenbedrohung noch nicht eingetreten, Bitcoin-Dual-Track-Strategie in Entwicklung“ erschien zuerst bei Chainnews ABMedia.