Amerikanisches Think Tank Cato Institute veröffentlichte in seinem neuesten Forschungsbericht, dass die tatsächliche treibende Kraft hinter der Schließung einer Vielzahl von Bankkonten in den USA nicht die Entscheidungen der Banken selbst sind, sondern direkter oder indirekter Druck seitens der Regierung. Diese Schlussfolgerung bietet eine klarere systemische Erklärung für das seit langem bestehende Problem der „Abschaltung von Bankdienstleistungen“ in der Kryptowährungsbranche.
Der Berichtautor und Analyst des Cato Institute, Nicholas Anthony, stellte in einer Studie aus dem Jahr 2026 fest, dass die Schließung von Bankkonten üblicherweise auf drei Ursachen zurückzuführen ist: Diskriminierung aufgrund religiöser oder politischer Überzeugungen, geschäftliche Überlegungen der Banken sowie staatliche Einflüsse. Durch eine systematische Analyse öffentlicher Fälle zeigte die Forschung jedoch, dass staatliche Interventionen der zentrale Faktor für die Beendigung der meisten Konten sind.
Anthony erklärte, dass im Laufe der Zeit immer mehr Fälle auftraten, bei denen Regierungsbeamte durch explizite oder implizite Maßnahmen in den Bankbetrieb eingriffen und so die Wahl ihrer Kunden beeinflussten. Solche Verhaltensweisen werden von außen oft fälschlicherweise als „Risikoreduzierung“ der Banken interpretiert, tatsächlich sind sie jedoch eine passive Reaktion unter politischem Druck.
Der Bericht unterteilt staatliche Eingriffe in zwei Wege. Der erste ist die direkte Intervention, bei der Aufsichtsbehörden durch Schreiben oder Gerichtsbeschlüsse verlangen, dass Banken die Dienstleistungen für bestimmte Kunden oder Branchen einstellen. Als Beispiel nennt Anthony, dass die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) Finanzinstitute aufforderte, den Betrieb im Zusammenhang mit Kryptowährungen einzustellen. Diese Mitteilungen, die ohne klare Fristsetzung oder Nachfolgeerklärung erfolgen, sind in ihrer Wirkung gleichbedeutend mit einem Endbescheid. Der zweite Weg ist die indirekte Intervention, bei der durch Gesetzgebung und Regulierungsrahmen die Compliance-Kosten erhöht werden, sodass Banken gezwungen sind, aktiv „risikoreiche“ Konten zu schließen.
Seit Jahren erleben Kryptowährungsunternehmen häufig die Schließung ihrer Bankkonten oder Einschränkungen bei den Dienstleistungen. Branchenexperten sind sich einig, dass dies eng mit der vorsichtigen oder sogar repressiven Haltung der US-Regierung gegenüber digitalen Vermögenswerten verbunden ist. Obwohl hochrangige Bankmanager öffentlich die Schließung von Konten aus politischen oder religiösen Gründen bestreiten, führen mehrere öffentliche Vorwürfe von Krypto-Unternehmen zu anhaltenden Kontroversen.
Auf politischer Ebene hat die Trump-Regierung durch administrative Anordnungen auf das Phänomen der „Bankentrennung“ reagiert und weitere regulatorische Maßnahmen zur Unterstützung von Kryptowährungen vorangetrieben. Anthony ist jedoch der Ansicht, dass administrative Maßnahmen allein nicht ausreichen; der entscheidende Punkt liegt in einer Reform des Systems durch den Kongress.
Er fordert den Kongress auf, das Bankgeheimnisgesetz (Bank Secrecy Act) neu zu überdenken, die regulatorische Logik im Zusammenhang mit „Reputationsrisiken“ abzuschaffen und die Werkzeuge zu schwächen, mit denen die Regierung durch das Compliance-System Druck auf Banken ausübt. Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Unternehmen und Einzelpersonen passiv den Zugang zu Bankdienstleistungen verlieren. Dieser Vorschlag gilt als ein entscheidender Schritt zur Linderung der Compliance-Probleme der Kryptowährungsbranche und zur Verbesserung der finanziellen Inklusion.