JPMorgan zweifelt an dem Boom der Ethereum-Aktivitäten nach dem Fusaka-Upgrade

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JPMorgan-Analysten stellen die Frage, ob der jüngste starke Anstieg der Aktivitäten im Ethereum-Netzwerk nach dem Fusaka-Upgrade langfristig aufrechterhalten werden kann, da die seit Jahren bestehenden Hemmnisse für nachhaltiges Wachstum des Netzwerks noch nicht gelöst sind.

Das Fusaka-Upgrade, das am 3.12. implementiert wurde, erhöhte die maximale Datenkapazität pro Block von 15 auf 21 Blob, was kurzfristig zu erheblichen Gebührenreduzierungen bei Transaktionen führte. Dieser Gebührenrückgang führte rasch zu einem Anstieg der aktiven Adressen und des Transaktionsvolumens.

Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, der von Nikolaos Panigirtzoglou – Senior Executive bei JPMorgan – angeführt wird, gibt es jedoch keine klaren Hinweise darauf, dass dieser Boom langfristig anhalten wird. Die Geschichte zeigt, dass frühere Ethereum-Upgrade kaum nachhaltige Verbesserungen bei der Netzwerknutzung bewirkten.

Aktivitätsströme verlassen weiterhin Mainnet zugunsten Layer 2

Der erste Grund, den JPMorgan hervorhebt, ist die zunehmend deutliche Verschiebung der Nutzer und Transaktionen vom Ethereum Mainnet zu Layer-2-Netzwerken wie Base, Arbitrum und Optimism. Laut Daten von CryptoRank generiert Base derzeit etwa 60 %–70 % des Gesamtumsatzes des Layer-2-Ökosystems auf Ethereum.

Dies deutet darauf hin, dass der wirtschaftliche Wert zunehmend in Layer-2-Scaling-Lösungen konzentriert ist, während das Mainnet eine immer unbedeutendere Rolle bei der Gebührengenerierung spielt.

Wettbewerbsdruck durch alternative Blockchains

Darüber hinaus steht Ethereum unter ständigem Druck durch konkurrierende Blockchains, insbesondere Solana, das aufgrund hoher Verarbeitungsgeschwindigkeit und niedriger Transaktionskosten bedeutende Marktanteile gewinnt. Laut JPMorgan haben Leistungs- und Kostenvorteile dazu geführt, dass viele Entwickler und Nutzer auf konkurrierende Ökosysteme umgezogen sind, was die zentrale Stellung von Ethereum im Onchain-Bereich schwächt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Abschwächung der spekulativen Anreize, die das Transaktionsvolumen von Ethereum in den Wachstumszyklen 2021–2022 angetrieben hatten. Damals sorgten ICOs, NFTs und Meme-Coins für eine hohe Nachfrage nach Blockspace und Transaktionsgebühren. Heute sind die meisten dieser spekulativen Aktivitäten entweder deutlich zurückgegangen oder auf andere Blockchains verlagert, wodurch eine wichtige Säule des Ethereum-Wachstums wegfällt.

Kapitalflüsse verteilen sich auf spezialisierte Blockchains

JPMorgan weist außerdem darauf hin, dass die zuvor hauptsächlich auf Ethereum konzentrierten Kapitalflüsse zunehmend in spezialisierte Blockchain-Anwendungen fließen. Uniswap hat eine eigene Layer-2-Lösung namens Unichain eingeführt, während dYdX auf einer eigenständigen Blockchain operiert – typische Beispiele.

Laut Analysten haben beide Projekte erfolgreich Liquidität auf ihre eigenen Netzwerke gezogen, wodurch sie die Einnahmen der Protokolle behalten, anstatt sie an das Ethereum Mainnet abzuführen.

Negative Auswirkungen auf Gebühren und ETH-Ökonomie

Die Folge dieser Trends ist eine Verringerung der Gebühreneinnahmen im Ethereum-Netz. Geringere Aktivitäten auf dem Mainnet führen zu weniger verbrannten ETH, was das Circulating Supply allmählich erhöht und Druck auf den Preis ausübt. JPMorgan weist außerdem darauf hin, dass der Gesamtwert, der in ETH (TVL) gebunden ist, zwischen den beiden Upgrades Pectra und Fusaka gesunken ist, was als weniger positives Signal gilt.

Zusammenfassend kommt JPMorgan zu dem Schluss, dass trotz des starken Anstiegs des Transaktionsvolumens und der aktiven Adressen durch Fusaka die Nachhaltigkeit dieses Trends fraglich ist, da die grundlegenden Hindernisse für ein dauerhaftes Wachstum von Ethereum weiterhin bestehen.

Citi warnt, dass der plötzliche Anstieg möglicherweise auf schädliches Verhalten zurückzuführen ist

Parallel zu JPMorgan warnt Citi ebenfalls, dass der jüngste Rekordanstieg bei Transaktionen und aktiven Adressen auf Ethereum möglicherweise kein Zeichen für eine gesunde Netzwerkexpansion ist.

Laut den Analysten Alex Saunders und Vinh Vo sind die meisten neuen Transaktionen weniger als 1 USD wert – ein Merkmal, das häufig mit sogenannten „Address Poisoning“-Betrugsaktionen verbunden ist, nicht mit echtem Nutzerwachstum.

Bei diesen Angriffen senden Betrüger sehr kleine Beträge von Adressen, die den Opfern ähnlich sehen, um sie dazu zu verleiten, Geld in nachfolgenden Transaktionen versehentlich zu überweisen. Die niedrigen Transaktionskosten auf Ethereum machen es derzeit billig und einfach, große Mengen solcher Transaktionen zu generieren, was die Oberflächenkennzahlen aufblähen, ohne die tatsächliche Nachfrage widerzuspiegeln.

Einige Onchain-Studien zeigen, dass etwa 80 % des ungewöhnlichen Anstiegs bei neuen Adressen mit Stablecoins zusammenhängen, wobei viele Smart Contracts sehr kleine USDT- und USDC-Beträge an Hunderttausende von Wallets verteilen.

ETH-Preisentwicklung bleibt hinter Bitcoin zurück

Trotz des Boom bei Onchain-Aktivitäten entwickelt sich der ETH-Preis weiterhin weniger positiv als Bitcoin. Während Bitcoin in diesem Zeitraum relativ stabil blieb, schwankte ETH stark und war insgesamt weniger attraktiv hinsichtlich der Performance.

Laut Citi bestätigt diese Divergenz die Einschätzung, dass der jüngste Aktivitätsanstieg bei Ethereum eher auf schädliches Verhalten zurückzuführen ist und nicht auf eine gleichmäßige Markterholung im gesamten Kryptobereich.

Insgesamt sind sowohl JPMorgan als auch Citi vorsichtig hinsichtlich der Wachstumsaussichten von Ethereum und meinen, dass die kurzfristigen Verbesserungen nach Fusaka nicht ausreichen, um die strukturellen Herausforderungen, denen das Netzwerk gegenübersteht, zu überwinden.

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