Mit der Verbreitung der künstlichen Intelligenz (KI)-Technologie wird die Wall Street von Ängsten getroffen, dass die Softwarebranche dem Ende entgegengehen könnte. Insbesondere kühlen pessimistische Erwartungen, dass KI das Wachstumsmomentum von Software-as-a-Service (SaaS)-Unternehmen ablösen wird, das Investitionsgefühl. Es gibt jedoch die Ansicht, dass diese Reaktion zu übertrieben ist, und im Gegenteil, die Entwicklung von KI könnte ein Katalysator für die Expansion der Softwareindustrie werden.
Kürzlich haben die technischen Analysten John Furrier und Dave Vellante im theCUBE-Podcast eine sorgfältige Neubewertung der Atmosphäre an der Wall Street vorgenommen, in der "KI Software töten wird." Freer weist auf die widersprüchliche Marktpsychologie hin: "Während Hunderte Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung in einem Augenblick verschwinden, sprechen alle vom Ende der Software, aber es ist dieselbe Gruppe von Investoren, die übermäßige Ausgaben für Infrastruktur kritisieren. "
Technische Experten sind der Ansicht, dass die derzeitige KI-Technologie nur die traditionelle Softwareform umgestaltet und nicht grundlegend ersetzt. Zum Beispiel entwickeln sich Anthropics 'Cowork'- und OpenAIs 'Frontier Agent'-Plattformen zu Automatisierungstools, um sich wiederholende Aufgaben zu bewältigen und bestehende Software zu ergänzen.
"Das traditionelle Softwaregeschäft weist eine ausgezeichnete Rentabilität mit einer hohen Bruttomarge von mindestens 95 % auf. Mit der Einführung von Cloud- und KI-basierten Abrechnungsmodellen hat sich die Umsatzstruktur jedoch dramatisch verändert. Das bedeutet, dass KI-Systeme mit "Token" arbeiten, einem Element, das die Kostenstruktur von Software neu definiert.
OpenClaw, ein Open-Source-KI-Agent, ist ein Paradebeispiel im Zentrum dieses Wandels. Freer sagte: "Dies ähnelt der Transformationsstruktur, die DeepSeek in natürlicher Sprach-KI zeigt. Agenten werden es Menschen schließlich ermöglichen, KI-Software so zu nutzen, wie sie es tun. "
Die Verbreitung von KI sorgt ebenfalls für Wellen auf dem Arbeitsmarkt. Unter Berufung auf Forschungsergebnisse sagte Freer, dass Mitarbeiter in S&P-500-Unternehmen dreimal so produktiv sind wie der durchschnittliche amerikanische Arbeitnehmer und diagnostizierte, dass hochspezialisierte Bürokratenberufe von Automatisierung bedroht sind. Wielant fügte hinzu: "Je besser ein Unternehmen im Einsatz von KI ist, desto weniger abhängig von Personalressourcen, aber gleichzeitig könnten auch Arbeiterjobs in Rechenzentren zunehmen." "
Andererseits ist auch groß angelegte Investitionen in KI-Unternehmen einer der Faktoren, die die Unruhe der Investoren auslösen. Die sogenannten "Big Four"-Unternehmen wie Meta (META), Alphabet (GOOGL), Amazon (AMZN) und Microsoft (MSFT) planen, in diesem Jahr Investitionen von fast 615 Milliarden US-Dollar (etwa 885,6 Billionen Won) zu tätigen. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um etwa 70 % explodiert, was als strategisches Urteil für den Ausbau der Technologieinfrastruktur in den kommenden Jahren interpretiert wird.
Insbesondere spielt Nvidia (NVDA), ein zentraler Halbleiterlieferant für KI, eine zentrale Rolle bei den Ausgabenentscheidungen dieser Unternehmen. "Die von NVIDIA bereitgestellten GPUs sind tatsächlich nahe am Monopol, daher konkurrieren große Unternehmen um Investitionen und eine stabile Lieferkette, selbst wenn sie enorme Summen investieren", analysierte Wielant. Er erwähnte weiter, dass "es keine Alternative ohne Nvidia gibt, was eine kalte Realität ist." "
Bezüglich der Frage, wer letztlich die Kosten für KI-Investitionen trägt, behauptet Wielant, dass "KI selbst die Kosten tragen wird." "Es wird erklärt, dass sich mit dem offiziellen Start des tokenbasierten API-Monetarisierungsmodells KI zu einer Struktur entwickelt, die eigenständig Einnahmen generieren kann. Tatsächlich tragen die durch KI geschaffene Produktivität und Effizienz direkt zur Unternehmensleistung bei und bilden eine gewinnmaximierende Struktur.
Darüber hinaus zeigt auch die KI-Branche Anzeichen dafür, die Werbelandschaft zu verändern. Während OpenAI erwog, Werbung in ChatGPT einzufügen, startete der Konkurrent Anthropic einen Super-Bowl-Spot, der die Werbung verspottete und subtile psychologische Kriegsführung führte. Freer betonte jedoch, dass dies stattdessen den auf Google (GOOGL) zentrierten Suchwerbungsmarkt bedrohen könnte. "In OpenAI werden Anzeigen in Form von Antworten statt als Links bereitgestellt", sagte er. Dieser Ansatz könnte den Kontext der Suchmaschinenwerbung, den Google bisher monopolisiert hat, komplett verändern. "
Letztlich könnte der Ausdruck "der Tod der Software" verfrüht sein. KI ersetzt keine Software, sondern schafft eine neue Softwareumgebung für Menschen und Maschinen. Jetzt ist es nicht mehr so sehr ein einfaches Ende, sondern näher an einer Ära der Neudefinition.