Zuckerberg setzt erneut auf Stablecoins, kann Meta dieses Mal den „Wiederbelebungskampf“ gewinnen?

Verfasst von: Sanqing, Foresight News

Am 24. Februar berichtete CoinDesk unter Berufung auf informierte Quellen, dass der Technologieriese Meta, der unter der Führung von Zuckerberg steht, plant, im zweiten Halbjahr dieses Jahres wieder in den Bereich der Stablecoins einzusteigen. Dabei soll eine Integration von Drittanbietern erfolgen, um Stablecoin-Zahlungen zu unterstützen, und es wird die Einführung einer neuen Wallet angestrebt. Meta hat bereits Produktanforderungen an Drittanbieter verschickt, wobei Stripe, ein langjähriger Partner, als potenzieller Pilotpartner gilt.

Daraufhin twitterte Meta-Sprecher Andy Stone: „Alles läuft wie gewohnt, derzeit gibt es noch keine Stablecoins von Meta. Der Fokus auf die Wiederaufnahme des Stablecoin-Geschäfts im zweiten Halbjahr 2026 liegt darin, Einzelpersonen und Unternehmen zu ermöglichen, auf Meta-Plattformen ihre bevorzugten Zahlungsmethoden zu verwenden.“

Verborgene Ambitionen: Vom Libra zum Diem-Debakel

Rückblickend auf den Weg von Meta im Bereich der Stablecoins war das Libra-Projekt, das 2019 gestartet wurde, zweifellos ein kontroverser Anfang. Zu dieser Zeit versuchte Meta, eine globale Digitalwährung zu schaffen, die durch verschiedene Fiatwährungen und Staatsanleihen gestützt wird.

Das Ziel war, die Milliarden monatlich aktiven Nutzer seiner sozialen Anwendungen zu nutzen, um traditionelle Bankensysteme zu umgehen und globale, sofortige grenzüberschreitende Zahlungen zu ermöglichen. Doch dieses ambitionierte Vorhaben stieß sofort auf Widerstand bei internationalen Regulierungsbehörden.

Gesetzgeber waren besorgt über die Kontrolle von Meta über die globale Finanzinfrastruktur, insbesondere im Kontext des Cambridge-Analytica-Datenskandals 2018, bei dem Facebook zugab, politischen Beratungsfirmen den illegalen Zugriff auf bis zu 87 Millionen Nutzerdaten gewährt zu haben. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Umgang mit sensiblen Finanzdaten sank auf einen Tiefpunkt.

Leiter von Libra, David Marcus, und Zuckerberg wurden vom US-Kongress befragt. Die Abgeordneten verglichen die potenzielle Bedrohung durch Libra sogar mit den Ereignissen vom 11. September 2001 und befürchteten, dass die Währung für Geldwäsche und Terrorfinanzierung missbraucht werden könnte.

Unter dem Druck strenger Regulierungen zogen sich die ursprünglichen Gründungsmitglieder (wie Visa, Mastercard, PayPal und Stripe) aus der Libra-Vereinigung zurück, um sich nicht in politische Konflikte verwickeln zu lassen.

Obwohl Meta das Projekt später in Diem umbenannte und versuchte, durch eine Verkleinerung des Umfangs und die Bindung an eine einzelne Fiat-Währung einen Kompromiss zu finden, blieb der regulatorische Druck bestehen. Schließlich konnte Diem in den USA nicht einmal offiziell starten und wurde Anfang 2022 eingestellt und verkauft. Die Kernmitglieder des Teams spalteten sich in die Layer-1-Blockchains Aptos und Sui auf.

Neue Logik ab 2026: Vom „Herausforderer“ zum „Einstiegspunkt“ – Strategische Neuausrichtung

Im Vergleich zu 2019, als Libra versuchte, das globale Finanzsystem herauszufordern, zeigt sich Meta 2026 deutlich vorsichtiger und regelkonformer.

Meta-Sprecher Andy Stone betonte in einer Stellungnahme, dass Meta bereits über 50 Zahlungsmethoden in mehr als 100 Ländern unterstützt. Damit wolle man die Besonderheit von „Stablecoins“ relativieren und sie als eine Erweiterung der bestehenden Zahlungsinfrastruktur darstellen.

Der Kern dieser Veränderung liegt in der modularen Integration externer Fähigkeiten. Das aktuelle RFP (Product Requirements Proposal) von Meta legt fest, dass die Einhaltung der Vorschriften an Drittanbieter ausgelagert wird.

Der enge Partner Stripe (dessen CEO Patrick Collison im Meta-Aufsichtsrat sitzt) hat bereits im Oktober 2024 die Stablecoin-Plattform Bridge übernommen, um die Stablecoin-Infrastruktur zu ergänzen, und im Juni 2025 das Krypto-Wallet Privy erworben.

Dieses Modell der regulatorischen Trennung ermöglicht es Meta, auf seiner riesigen Nutzerbasis von über 3 Milliarden monatlich aktiven Nutzern nahtlos kostengünstige Sofortabwicklung zu integrieren, während es gleichzeitig rechtlich und regulatorisch auf sicherem Boden bleibt.

Regulierung und Wettbewerb: Meta muss zwei Barrieren überwinden

Das regulatorische Umfeld hat sich seit 2019 deutlich verbessert. Trotz anhaltender Herausforderungen schaffen Gesetze wie der US-GENIUS Act und der Clarity Act eine erste rechtliche Grundlage für Stablecoin-Emittenten und öffnen neuen Marktteilnehmern die Tür.

Die US-Regulierungsbehörden befinden sich noch in der Anfangsphase der Ausarbeitung konkreter Durchführungsbestimmungen. Meta ist sich wahrscheinlich bewusst, dass zu aggressive Schritte erneut die Abwehrmechanismen der Regulierungsbehörden aktivieren könnten. Daher erscheint die Einbindung Dritter derzeit als die sicherste Strategie.

Auf der Wettbewerbsseite ist Meta mit einem bereits stark umkämpften und ausgereiften Markt konfrontiert.

Elon Musks Plattform X arbeitet an der Umsetzung eines „Super-App“-Konzepts, um Zahlungsfunktionen zu integrieren, während Telegram mit seinem TON-Ökosystem im Bereich der Krypto-Zahlungen bereits eine Vorreiterrolle innehat.

Gleichzeitig erweitern traditionelle Krypto-Giganten wie Coinbase und Kraken ihre Angebote, etwa durch den 24/7-Handel mit tokenisierten US-Aktien und anderen komplexen Finanzdienstleistungen.

Für Meta bedeutet der Wiedereinstieg in den Stablecoin-Bereich nicht nur die Senkung der Transaktionskosten bei traditionellen Banken, sondern auch eine strategische Auseinandersetzung um die Führungsrolle im sozialen E-Commerce. Mit den aggressiven Investitionen in die Llama-Modelle der KI wird die Stablecoin-Zahlung auch zur finanziellen Basis ihrer KI-Strategie.

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