Ethereum-Nutzung erreicht Rekordhöhen, ETH fällt dennoch fast so lange wie im Jahr 2018

以太坊連跌

Ethereum (ETH) ist seit September 2025 sechs Monate in Folge gefallen, nachdem es im August ein Allzeithoch von 4.953 USD erreicht hatte. Der Kurs fiel auf unter 2.000 USD, ein Rückgang von etwa 60 %, und nähert sich damit dem längsten monatlichen Abwärtstrend seit dem Krypto-Winter 2018. Das Paradoxon besteht darin, dass die Nutzung des Ethereum-Netzwerks gleichzeitig Rekordhöhen erreicht, mit einem 7-Tage-Durchschnitt der täglichen Transaktionen von fast 2,9 Millionen Anfang Februar.

Strukturelle Widersprüche zwischen Nutzungshöhe und Preisrückgang

Die starke Nutzung von Ethereum basiert vor allem auf dem Wachstum tokenisierter realer Vermögenswerte (RWA), breiter Anwendung von Stablecoins und einer erheblichen Steigerung der Aktivität im Layer-2-Netz nach dem Dencun-Upgrade. Doch genau dieser „Erfolg“ offenbart Schwachstellen in traditionellen Bewertungsmodellen.

Das Argument der „Überschallwährung“ beruht auf der EIP-1559-Mechanik, die durch Gebührenverbrennung die ETH-Angebotsmenge verringert. Das Dencun-Upgrade führte jedoch zu einer erheblichen Reduktion der Betriebskosten durch Blob-Daten, was die Kosten für Rollups senkt und somit die Gebühren im Mainnet drückt. Daten von Ultrasound.money zeigen, dass in bestimmten Perioden die ETH-Emission die Verbrennung überstieg, was das vereinfachte Argument der permanenten Deflation von Ethereum schwächt.

Betrachtet man die Marktstruktur, so sind die offenen ETH-Futures-Kontrakte von einem Höchststand von fast 70 Milliarden USD im August 2025 auf etwa 24 Milliarden USD gefallen – ein Rückgang um 65 % (CoinGlass-Daten). Dies deutet auf eine stark eingeschränkte Risikobereitschaft der Marktteilnehmer hin. Die Optionsdaten von Deribit zeigen eine rapide steigende implizite Volatilität auf kurze Sicht und eine ausgeprägte negative Schiefe, was darauf hindeutet, dass Händler Prämien für Absicherungen gegen Abwärtsrisiken zahlen.

Wichtige Kennzahlen zum aktuellen Ethereum-Stand

  • Abwärtstrenddauer: Seit September 2025, sechs Monate in Folge, fast so lang wie der längste Monatstrend 2018
  • Rückgang: Von 4.953 USD im August auf unter 2.000 USD (ca. 60 %)
  • Nutzung: 7-Tage-Durchschnitt der täglichen Transaktionen erreichte Anfang Februar fast 2,9 Millionen
  • Offene Kontrakte: Von einem Höchststand von 700 Mrd. USD auf ca. 240 Mrd. USD gefallen (Rückgang um 65 %)
  • ETH-ETF-Geldflüsse: In den letzten vier Monaten insgesamt 2,6 Mrd. USD Nettorücknahmen bei neun in den USA gelisteten ETH-ETFs
  • USDT-Marktkapitalisierung: Zwei Monate in Folge rückläufig (erstmals seit dem Terra-Crash 2022)

Drei wichtige Kapitalfluss-Indikatoren deuten auf schwachen Bullenunterstützung hin

Ob Ethereum eine Erholung schafft, hängt weniger von der Nutzung ab, sondern von der Qualität des Kapitalflusses. Derzeit sprechen drei zentrale Indikatoren gegen eine nachhaltige Bullenbewegung:

  • Erstens: Kontinuierliche Nettorücknahmen bei ETH-ETFs: In den letzten vier Monaten sind bei den neun US-ETFs insgesamt 2,6 Mrd. USD abgezogen worden. Wenn ETF-Geldströme nicht strukturell positiv sind, muss eine Kurssteigerung vor allem durch Derivate erfolgen, was die Marktstabilität schwächt.
  • Zweitens: Deutliche Verlangsamung institutioneller Käufe: ETHZilla, eine auf Ethereum spezialisierte Vermögensverwaltung, hat ihre Bestände verkauft und sich auf tokenisierte reale Vermögenswerte konzentriert. In den letzten Monaten ist BitMine der einzige bedeutende Großkäufer.
  • Drittens: Stillstand bei Stablecoin-Angebot: Die Marktkapitalisierung von Tether (USDT) ist zwei Monate in Folge gefallen – ein Novum seit dem Terra-Crash 2022. Wenn Stablecoins stagnieren, sind Preisrückgänge meist nur durch Leverage getriebene Volatilität, nicht durch echte Nachfrage getrieben.

Wenn auch im März 2026 die Kurse weiter fallen, würde die Abwärtstrend-Serie mit dem Krypto-Winter 2018 vergleichbar sein. Eine echte Trendwende erfordert das gleichzeitige Erreichen dreier Bedingungen: Stabilisierung der ETF-Geldflüsse, Wiederanstieg der Stablecoin-Kaufkraft und eine Erholung der makroökonomischen Risikobereitschaft.

Häufig gestellte Fragen

Warum fällt ETH trotz Rekordnutzung weiterhin im Preis?

Das Kernproblem ist, dass die Skalierungsstrategie von Ethereum (vor allem Layer-2-Lösungen wie Rollups) die Nutzung erhöht, gleichzeitig aber die Einnahmen aus Mainnet-Gebühren verringert. Damit schwächt sich das Argument der „Überschallwährung“ als deflationäres Asset. Zudem führen anhaltende ETF-Geldabflüsse, stagnierende Stablecoin-Angebote und die Deleveraging-Phase im Derivate-Markt zu einem Mangel an struktureller Kaufkraft, die den Spotpreis stützen könnte.

Welche Faktoren könnten den monatlichen Abwärtstrend bei ETH beenden?

Drei Bedingungen könnten die Trendwende bringen: Umkehr der ETF-Geldflüsse von Nettorücknahmen zu anhaltenden Zuflüssen; Wiederanstieg der Stablecoin-Angebote, was die On-Chain-Kaufkraft stärkt; und eine Verbesserung des makroökonomischen Umfelds, die die Risikobereitschaft erhöht. Wenn diese Bedingungen gleichzeitig eintreten, könnte der Markt Ethereum wieder anhand seiner „Unverzichtbarkeit als Settlement Layer“ bewerten.

Was unterscheidet den aktuellen Abwärtstrend von 2018?

2018 war der Zusammenbruch eine Folge eines frühen Stadiums, in dem die Branche noch kaum Produkt-Markt-Fit hatte. 2026 ist Ethereum eine reifere Plattform mit tiefen institutionellen Verbindungen und aktiver On-Chain-Wirtschaft. Der aktuelle Rückgang ist eher eine Marktprüfung neuer Bewertungsmodelle unter Druck, nicht das vollständige Scheitern der Branche.

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