Am 6. März wurde bekannt, dass US-Demokraten planen, ein neues Regulierungsrecht zu verabschieden, um die Überwachung von Prognosemärkten zu verstärken. Zuvor hatten Wetten auf den Zeitpunkt eines möglichen Luftangriffs der USA und Israels auf Iran für breite Aufmerksamkeit hinsichtlich Insiderhandelsrisiken gesorgt.
Der US-Senator Chris Murphy veröffentlichte kürzlich ein Video auf sozialen Plattformen, in dem er berichtete, dass eine Person mit engen Verbindungen zum Weißen Haus am Freitag eine „sehr konkrete Wette“ platziert habe, die auf eine militärische Aktion der USA gegen den Iran am Samstag abzielte. Murphy erklärte, solche Wetten könnten bedeuten, dass einige Teilnehmer vorab sensible Informationen erhalten haben, um unfaire wirtschaftliche Vorteile im Prognosemarkt zu erzielen.
Murphy warnte außerdem, dass die Fortsetzung solcher Wetten auf Kriegsereignisse ernsthafte moralische Risiken bergen könnte. Er betonte, dass, sobald Regierungsmitglieder oder relevante Personen durch Informationen über militärische Einsätze profitieren können, möglicherweise ein Anreiz entsteht, Konflikte zu eskalieren, um daraus Profit zu schlagen.
Daten zeigen, dass vor Bekanntwerden der Eskalation im Iran mehrere ungewöhnliche Wetten im Prognosemarkt platziert wurden. Einige neu registrierte Konten tätigten bereits Stunden vor der ersten Explosion in Teheran entsprechende Wetten und erzielten schließlich Gewinne von etwa 1 Million US-Dollar. Gleichzeitig hat das Handelsvolumen der Kontrakte, die auf einen Angriff der USA auf den Iran spekulieren, bereits etwa 529 Millionen US-Dollar erreicht, was auf ein hohes Interesse des Marktes an geopolitischen Ereignissen und Prognosehandel hinweist.
Auf regulatorischer Ebene arbeitet Murphy mit dem US-Abgeordneten Mike Levin zusammen, um Gesetzesinitiativen voranzutreiben, die die Überprüfung von Prognoseplattformen verschärfen sollen. Levin erklärte, dass es rechtlich und moralisch kaum akzeptabel sei, wenn jemand durch vorab bekannte militärische Informationen Gewinne aus Wetten ziehe.
Levin wies außerdem darauf hin, dass die US-Warenhandelsgesetze bereits Beschränkungen für Verträge im Zusammenhang mit Krieg, Terrorismus und ähnlichen Ereignissen enthalten, diese Regeln jedoch in der Praxis Lücken aufweisen, die es einigen Prognosemärkten ermöglichen, weiterhin solche Geschäfte anzubieten.
Experten sind der Ansicht, dass diese Kontroverse die USA möglicherweise dazu bewegen wird, die Grenzen der Regulierung von Prognosemärkten klarer zu definieren. Angesichts der zunehmenden Verflechtung geopolitischer Ereignisse mit den Finanzmärkten wird erwartet, dass die Diskussionen über Kriegsvorhersagen, Insiderinformationen und Marktregulierung in naher Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.