Amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Vorsitzender Mike Selig erläuterte auf der FIA Global Clearing Market Conference die Schwerpunkte der kommenden Jahre. Kernpunkte sind: die Öffnung echter Krypto-Perpetual Contracts innerhalb weniger Wochen, die Beendigung des Machtkampfs zwischen CFTC und SEC sowie die Etablierung eines „Goldstandard“-Regulierungssystems für Prognosemärkte.
(Vorheriger Kontext: Gemeinsame Erklärung von SEC und CFTC zur „Koordinierung der Regulierung“: Diskussion über Schwellenwerte für Prognosemärkte, Einführung von Perpetual Contracts)
(Hintergrund: Was plant SECs Project Crypto, was will Trump anstoßen?)
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CFTC-Vorsitzender Selig betonte in seiner Rede, dass die USA eine technologische Revolution durchlaufen, die von KI, Blockchain und Prognosemärkten angetrieben wird. Die CFTC müsse sicherstellen, dass der Regulierungsrahmen mit diesem Wandel Schritt hält, anstatt Innovationen zu behindern.
Er betonte das Prinzip der „minimalen effektiven Intervention“ (minimum effective intervention) und forderte eine vorausschauende, prinzipienbasierte Regulierung statt starrer Regelwerke.
Selig sieht die Einführung von Krypto-Perpetual Contracts als eines der wichtigsten politischen Ziele. Er kündigte an, dass die CFTC daran arbeitet, echte Perpetual Contracts – im Gegensatz zu langfristigen Terminkontrakten – in den US-Markt zu bringen, mit einer geplanten Umsetzung innerhalb weniger Wochen.
Bisher wurden Krypto-Perpetual Contracts vor allem im Offshore-Markt entwickelt, da die US-Regulierung unklar ist. Viel Liquidität fließt nach Asien, Europa und auf Plattformen in den Bahamas. Seligs Ziel ist es, diese Liquidität wieder in die USA zu holen und durch formale Regelsetzungsverfahren eine rechtlich stabile Grundlage zu schaffen.
Selig kündigte klar an, den langjährigen Streit um die Zuständigkeiten zwischen CFTC und SEC beenden zu wollen, ebenso die Praxis der „Regulierung durch Durchsetzung“ (regulation by enforcement). In den letzten Jahren gab es Streit darüber, welche Krypto-Assets als „Wertpapiere“ oder „Futures“ einzustufen sind, was die Branche verunsicherte.
Dies entspricht auch der Richtung von SEC-Vorsitzendem Paul Atkins, der mit „Project Crypto“ eine gemeinsame Erklärung und Koordinationsmechanismen zwischen den beiden Behörden anstrebt, um einheitliche Standards bei Produktdefinitionen, Berichtspflichten und Kapitalanforderungen zu schaffen.
Neben der Krypto-Regulierung umfasst Seligs Rede auch eine breitere Agenda:
Der Gesamteindruck ist klar: Selig möchte, dass die CFTC wieder die Rolle eines „Marktförderers“ einnimmt, politische Einflussnahmen reduziert und klare Regeln anstelle vager Durchsetzungsmaßnahmen setzt. Für die Kryptoindustrie sind die Öffnung der Perpetual Contracts und die Klärung der Zuständigkeit zwischen CFTC und SEC kurzfristig die wichtigsten positiven Signale.