Binance verklagt die Wall Street Journal wegen Verleumdung, bestreitet die Vorwürfe von 1 Milliarde US-Dollar im Zusammenhang mit iranischem Geldfluss und steht gleichzeitig unter Untersuchung des DOJ. Das Unternehmen betont, dass seine Sanktionsrisiken auf 0,009 % gesunken sind.
Der weltweit größte Kryptowährungsaustausch Binance hat offiziell eine Verleumdungsklage gegen die Wall Street Journal (WSJ) und deren Muttergesellschaft Dow Jones eingereicht. Diese rechtliche Maßnahme wurde am 11. März 2026 beim US-Bezirksgericht im Southern District of New York (SDNY) eingereicht und markiert den Höhepunkt des Konflikts zwischen der Börse und den Mainstream-Medien. Binance wirft der Zeitung vor, dass ein Bericht vom 23. Februar falsch und schädigend sei, in dem behauptet wird, Binance habe einen internen Compliance-Mitarbeiter entlassen, der 1 Milliarde US-Dollar an iranische Entitäten überwiesen haben soll.
Bildquelle: Binance Binance hat offiziell eine Verleumdungsklage gegen die Wall Street Journal (WSJ) und deren Muttergesellschaft Dow Jones eingereicht
Der globale Leiter der Binance-Klagen, Dugan Bliss, erklärte, dass die Klage dazu diene, den Ruf des Unternehmens zu schützen und falsche öffentliche Aufzeichnungen zu korrigieren. Er betonte, dass Medien aus Klickgeilheit die journalistische Integrität und Wahrhaftigkeit opfern, was die Öffentlichkeit und Regulierungsbehörden erheblich in die Irre führe.
Binance widersprach in der Klageschrift detailliert den Berichterstattungen. Bezüglich der Behauptung, Binance habe „Compliance-Inspektoren entlassen“, klärte das Unternehmen, dass die Mitarbeiter aus persönlichen Gründen oder wegen Verstößen gegen interne Datensicherheitsregeln gegangen seien und kein Zusammenhang mit Compliance-Beschwerden bestehe.
Binance ist der Ansicht, dass die Wall Street Journal ohne ausreichende Reaktionszeit hastig veröffentlicht habe, um im Wettbewerb andere Medien zu überholen. Solche falschen Berichte hätten erheblichen Schaden für den Ruf von Binance verursacht und direkt zu unbegründeten Untersuchungen durch Politik und Strafverfolgungsbehörden geführt. Binance sucht nun rechtlichen Ausgleich und fordert eine Jury-Entscheidung, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
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Parallel zur Klage kommt es zu regulatorischen Schlägen. Laut Insiderinformationen untersucht das US-Justizministerium (DOJ) derzeit, ob Binance Sanktionen umgangen hat, indem es iranische Nutzer unterstützt hat. Bundesbeamte sammeln Beweise für Transaktionen über 10 Milliarden US-Dollar, die mutmaßlich an sanktionierte Terrorgruppen wie die Houthis in Jemen und die Islamische Revolutionsgarde Irans (IRGC) fließen.
Das DOJ hat bereits Kontakt zu mehreren Informanten aufgenommen, um zu klären, ob Binance nach dem Vergleich von 4,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 weiterhin Compliance-Lücken aufweist. Es ist derzeit unklar, ob die Untersuchung sich direkt gegen Binance als Unternehmen richtet oder gegen bestimmte Nutzer auf der Plattform. Unabhängig davon bringt dies Binance erneut in die Kritik.
Berichte deuten darauf hin, dass die Untersuchung sich auf Vermittler wie die Hongkonger Zahlungsfirma Blessed Trust konzentriert. Diese soll chinesische Kunden bei der Überweisung großer Mengen Stablecoins in iranische Wallets unterstützt haben. Bundesermittler vermuten, dass trotz Überwachungssystemen komplexe Finanznetzwerke die Plattform genutzt haben, um grenzüberschreitende Transaktionen durchzuführen.
Auch die Compliance-Überwachung des Finanzministeriums ist eingeschaltet und fordert Binance auf, detailliertere Transaktionsdaten vorzulegen. Senator Richard Blumenthal erklärte, dass fast 2 Milliarden US-Dollar unbemerkt an sanktionierte Einheiten geflossen seien, was eine ernsthafte Bedrohung für die US-Finanzsicherheit und Anti-Terror-Politik darstelle.
Bildquelle: Axios Senator Richard Blumenthal
Angesichts der massiven Vorwürfe veröffentlichte Binance konkrete Compliance-Daten, um seine Unschuld zu belegen. Demnach ist die Risikoexponierung gegenüber sanktionierten Einheiten deutlich gesunken: Der Anteil an sanktionierten Transaktionen am Gesamtvolumen sank von 0,284 % im Januar 2024 auf 0,009 % im Juli 2025, eine Reduktion um 96,8 %. Die direkte Exponierung gegenüber den vier größten iranischen Krypto-Börsen fiel von 4,19 Mio. USD auf 110.000 USD.
Bildquelle: Binance-Daten zeigen, dass der Anteil sanktionierter Transaktionen am Gesamtvolumen bereits auf 0,009 % gefallen ist
Binance betont, dass das Unternehmen über 1.500 Compliance- und Risikomanagement-Mitarbeiter beschäftigt, etwa 25 % der globalen Belegschaft. Dieses professionelle Team hat im Jahr 2025 mehr als 71.000 behördliche Anfragen weltweit bearbeitet und zeigt eine starke Selbstregulierung.
Binance erklärt weiter, dass die angeblichen 1,7 Milliarden US-Dollar an Verdachtsfällen in Wirklichkeit äußerst komplexe, mehrstufige Transaktionen betreffen. Interne Untersuchungen ergaben, dass die meisten Gelder nicht direkt von Binance initiiert oder beendet wurden, sondern über mehrere unabhängige Vermittler transferiert wurden. Nur etwa 24 Millionen US-Dollar konnten eindeutig mit der iranischen Revolutionsgarde in Verbindung gebracht werden, deutlich weniger als die medial übertriebene Summe.
Binance betont, dass das Unternehmen stets mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert und bei Verdacht auf verdächtige Konten proaktiv Maßnahmen ergreift. Der Kern dieses Konflikts liegt darin, dass Binance meint, seine Compliance-Bemühungen würden absichtlich ignoriert, während die Medien sich auf anonyme Quellen stützen.
Binance befindet sich in einer äußerst heiklen rechtlichen und politischen Lage. Obwohl Gründer CZ im Oktober 2025 eine Begnadigung durch den Präsidenten erhielt und das US-Bezirksgericht kürzlich die Klagen von 535 Klägern gegen Binance wegen angeblicher Unterstützung terroristischer Aktivitäten abwies, bleibt der politische Druck in Washington bestehen. Der von Senator Richard Blumenthal initiierte Untersuchungsausschuss fordert Binance auf, bis zum 13. März detaillierte Transaktionsdaten vorzulegen und bezeichnet Binance als „Wiederholungstäter“ bei Finanzverbrechen. CEO Richard Teng hält dagegen, dass die Medienberichte die Wahrheit opfern, um eigene Interessen zu verfolgen. Binance bemüht sich, mit dem Kongress zusammenzuarbeiten und seine Compliance-Standards zu demonstrieren.
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Marktdaten zeigen, dass die kurzfristigen Schwankungen durch die Klagen und Untersuchungen noch nicht das Vertrauen der Investoren erschüttert haben. Binance hält derzeit Vermögenswerte im Wert von über 151,2 Milliarden USD und ein 24-Stunden-Handelsvolumen im Spot-Bereich von etwa 10 Milliarden USD. Rechtsexperten analysieren, dass Binances Entscheidung, gleichzeitig Klage gegen die Medien einzureichen, eine ungewöhnliche und mutige juristische Strategie ist. Sie zielt darauf ab, durch die Discovery-Prozesse Beweise offenzulegen und die Behörde von der Unschuld des Unternehmens zu überzeugen. Dieser Sturm aus Verleumdungsklagen, nationalen Sicherheitsuntersuchungen und politischen Machtkämpfen wird die Zukunft der weltweit größten Börse in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.
Dieses Ereignis verdeutlicht auch, dass die Kryptoindustrie auf dem Weg zur Mainstream-Akzeptanz weiterhin mit strenger Kontrolle durch Medien und Regulierungsbehörden konfrontiert ist. Mit verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen ab 2026 wird es entscheidend sein, ob Binance seinen Ruf verteidigen und die behördlichen Prüfungen bestehen kann. Binance kündigt an, die Zusammenarbeit mit internationalen Strafverfolgungsbehörden weiter zu intensivieren und im Gerichtssaal für eine faire Entscheidung zu kämpfen.